»Telemann goes East« – eine Hörreise nach Polen
Fiedeln und Dudelsäcke, Tavernenklänge und eine »barbarische Schönheit«: Was passiert, wenn vier Musiker:innen Telemanns Reise-Skizzenbuch aufschlagen und sich trauen, es als Spielanleitung zu lesen?
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Tusche auf Papier
Weißer Saal im Künstlerhaus +HintergrundLuise von Rohden sucht in ihren Zeichnungen nach Situationen größtmöglicher Einfachheit, in denen sich zeigt, wie komplex das scheinbar Einfachste sein kann.
Luise von Rohden entwickelt in ihren oftmals großformatigen Tuschezeichnungen aus einer Folge einfacher Linien komplexe Systeme, die sich auf den ersten Blick repetitiv aneinanderreihen, bei genauerer Betrachtung aber gerade das Gegenteil einfacher Wiederholungen darstellen. Vielmehr präsentieren sie sich in zahllosen Nuancen und treffen variantenreich immer wieder neu aufeinander, um schließlich durch Überlagerungen ganz neue Erscheinungsformen anzunehmen. Im Gesamtbild entfalten sich vor dem Auge des Betrachters mäandernde, lebhafte Landschaften, in denen sich mitunter auch flüchtige Bewegungen zu verbergen scheinen.
In ihrem Konstruktionsprinzip, dem Aufbau der Arbeiten aus vermeintlich einfachen Grundstrukturen, die sich in steter Wiederholung zu einem sublimen System zusammenfügen, scheinen von Rohdens Arbeiten in der Tradition des Minimalismus der 1960er-Jahre zu stehen. So weckt die Formensprache ihrer Arbeiten Erinnerungen an die prägnantesten Werke François Morellets und in dem geometrischen Grundbaukasten mag manch ein Betrachter Elemente des Konstruktivismus oder der Konkreten Kunst erkennen. Jeder derartige Versuch einer Einordnung greift aber zu kurz, denn von Rohden hat ihre ganz eigene Position entwickelt, in der sie zahlreiche Gestaltungsprinzipien der etablierten Kunstrichtungen im Kern aufbricht. So sind ihre Arbeiten bei näherer Betrachtung weder gegenstandslos, noch folgen sie einer strengen oder gar mathematischen Kompositionsvorgabe. Vielmehr ziehen sie ihren Spannungsreichtum gerade aus der Repetition in Variation, dem Gegenteil einer seriellen Wiederholung. So erklärt von Rohden selbst: »Ein perfekt ausgeführtes System würde mich nicht interessieren. Mir geht es im Wiederholen nicht um das vollkommen Identische, sondern gerade um die Variationen eines stets Ähnlichen.«
Die 1990 in Gotha geborene von Rohden studierte von 2009 bis 2015 Kunst und Kunstpädagogik bei Prof. Una H. Moehrke an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 2013/14 ging sie für einen Studienaufenthalt an der Academy of Fine Arts Tianjin nach China; dort setzte sie sich intensiv mit der traditionellen chinesischen Tuschemalerei auseinander und erhielt wichtige Impulse für ihr künstlerisches Schaffen. Heute lebt und arbeitet sie in Leipzig. Ihre Arbeiten waren bereits in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und der Schweiz zu sehen und sind in zahlreichen privaten Sammlungen vertreten.
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