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Nora Abdel-Maksoud »Doping«
Komödie von Nora Abdel-Maksoud
Deutsches Theater - dt.2 +HintergrundMit »Doping« bringt das Deutsche Theater Göttingen eine neue Komödie von Nora Abdel‑Maksoud auf die Bühne. Im Zentrum steht der Politiker Lütje Wesel, der mit perfektem High‑Performer‑Image durch Talkshows und Wahlkampf hetzt – bis eine Diagnose alles stoppt. Plötzlich ist er auf ein Gesundheitssystem angewiesen, das er selbst jahrelang „verschlankt“ hat. In einer obskuren Privatklinik versuchen sein Team und ein Medical‑Coaching‑Programm, ihn mit fragwürdigen Methoden rechtzeitig fit zu spritzen. Die Farce fragt, wie viel Doping ein Leben im Turbokapitalismus verträgt.
Nora Abdel‑Maksoud erzählt in »Doping« von einer Gesellschaft, in der Leistung zum obersten Wert geworden ist. Lütje Wesel, Spitzenkandidat einer wirtschaftsliberalen Partei, hat seine Karriere darauf aufgebaut, das Sozialsystem zu kürzen und Eigenverantwortung zu predigen. Doch kurz vor einem entscheidenden Wahlkampfauftritt bricht sein Körper zusammen – Diagnose unklar, Leistungsfähigkeit gefährdet.
Um das öffentliche Bild zu retten, wird Wesel in eine private „High‑Performance‑Klinik“ gebracht, in der Coaching‑Sprechblasen, Optimierungsratgeber und medizinische Grenzgänge ineinanderfließen. Ein Team aus Ärzt:innen, Berater:innen und Parteistrateg:innen arbeitet daran, ihn für den Auftritt tauglich zu machen – notfalls mit pharmakologischer Unterstützung. Während Blutwerte, Umfragewerte und moralische Maßstäbe durcheinandergeraten, verschwimmen die Grenzen zwischen Therapie, Selbstoptimierung und Betrug.
Die Inszenierung in Göttingen (Regie: Schirin Khodadadian, Musik: Johannes Mittl) setzt auf hohes Tempo, Pointendichte und eine Ästhetik zwischen Klinik, Wahlkampfbühne und Fitnessstudio. »Doping« ist eine schwarze Komödie über Krankheit und Körper im Kapitalismus – ein Theaterfeuerwerk über Care‑Arbeit, Gesundheitspolitik und den Preis, den Menschen zahlen, um im System als „funktionierend“ zu gelten.
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