Michael Frayn »Kopenhagen«
Schauspiel über Wissenschaft, Verantwortung und moralische Entscheidungen

Inszenierung Tobias Sosinka
Ein Treffen zweier Physiker im Jahr 1941 wird zum Ausgangspunkt eines Spiels über Verantwortung, Schuld und die Grenzen des Wissens.
»Kopenhagen« des britischen Dramatikers Michael Frayn gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Theaterstücken über Wissenschaft und Moral. Ausgangspunkt ist ein historisch verbürgtes, zugleich rätselhaft gebliebenes Treffen: Im Herbst 1941 reist der deutsche Physiker Werner Heisenberg aus dem nationalsozialistischen Deutschland zu seinem ehemaligen Lehrer und Freund Niels Bohr nach Kopenhagen. Beide hatten gemeinsam an der Entwicklung der Quantenmechanik gearbeitet und damit die Physik nachhaltig verändert. Doch der Krieg hatte die Voraussetzungen ihrer Beziehung grundlegend verändert.
Im Stück begegnen sich Heisenberg, Bohr und Bohrs Frau Margrethe im Reich der Toten erneut. In immer neuen Anläufen rekonstruieren sie das damalige Gespräch und seine möglichen Motive. Warum kam Heisenberg wirklich nach Kopenhagen? Wollte er Bohr warnen, ihn für das deutsche Atomprojekt gewinnen oder suchte er moralische Entlastung? Und hätte die Entwicklung der Atombombe verhindert oder beeinflusst werden können? Frayns Text kreist um diese Fragen, ohne sie eindeutig zu beantworten.
Die Inszenierung am Jungen Theater Göttingen legt den Fokus auf das spannungsreiche Kammerspiel zwischen den drei Figuren. Wissenschaftliche Konzepte werden dabei nicht erklärt, sondern dramaturgisch genutzt: Unschärfe, Wahrscheinlichkeit und Perspektivwechsel prägen auch die Struktur des Abends. Ergänzt wird die Aufführung durch ein Begleitprogramm in Kooperation mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Quantenmechanik historische und wissenschaftliche Kontexte vertieft.
Schauspiel: Agnes Giese, Jan Reinartz, Jens Tramsen
Inszenierung & Ausstattung: Tobias Sosinka, Christian Vilmar
Dauer: ca. 2 Stunden 10 Minuten (inklusive 20 Minuten Pause)
Begleitprogramm: Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der SUB Göttingen (Vorträge im Historischen Gebäude am Papendiek, gerahmt von Szenen aus dem Stück)
„Ein archaischer Theaterzauber nimmt seinen Lauf. […] Drei Schauspieler*innen, stark in der Präsenz und jede Minute besser.“
(HNA)
„Das Stück bringt Atomphysik unterhaltsam auf die Bühne und stellt die Frage der moralischen Verantwortung ins Zentrum.“
(Göttinger Tageblatt)
Szenenwechsel zur Produktion
Rezension zur Produktion
Eintritt: Normalpreis 24,00 € · ermäßigt 13,00 € · Kinder/Schüler*innen 10,00 €
Veranstalter:
Ort
Junges Theater
Bürgerstraße 15
37073 Göttingen
Weitere Termine
Weiterer Termin
Samstag, 21. Februar, 20:00 UhrJunges Theater
zum Ticketshop klicken Sie hier
|
