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Niklaus Matthes | © Photo: Bettina Brotbek
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Jacobikantorei

Neue Markuspassion nach Bach: Vortragsreihe und deutsche Erstaufführung

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Der Schweizer Komponist Nikolaus Matthes hat die verschollene Markuspassion Johann Sebastian Bachs auf Grundlage des Librettos von Picander neu vertont – Aufführungen und begleitende Vorträge im Januar und Februar
von Jens Wortmann, erschienen am 15. Januar 2026

Die Markuspassion von Johann Sebastian Bach gilt als verschollen. Der Schweizer Komponist Nikolaus Matthes hat den überlieferten Text von Picander neu vertont. Im März 2026 ist die deutsche Erstaufführung in der Göttinger Jacobikirche zu erleben, begleitet von einer Vortragsreihe.

Von Johann Sebastian Bachs Markuspassion ist lediglich das Textbuch erhalten geblieben. Verfasst wurde es von Christian Friedrich Henrici, genannt Picander, der auch als Librettist der Matthäuspassion bekannt ist. Die Musik selbst gilt seit dem 18. Jahrhundert als verloren und hat immer wieder Anlass zu musikwissenschaftlichen Rekonstruktionsversuchen gegeben.

Der Schweizer Komponist Nikolaus Matthes hat sich diesem historischen Fragment angenommen und Picanders Text im Jahr 2023 neu vertont. Seine Markuspassion orientiert sich bewusst an der musikalischen Sprache Bachs, entwickelt diese jedoch weiter und verbindet barocke Formmodelle mit einer zeitgenössischen Tonsprache. So entsteht ein Werk, das sich erkennbar auf die Tradition bezieht und zugleich einen eigenen kompositorischen Zugang eröffnet.

Die deutsche Erstaufführung der Markuspassion von Nikolaus Matthes findet am Samstag, 7. März, und Sonntag, 8. März 2026, jeweils um 18 Uhr in der Jacobikirche Göttingen statt. Es sind die ersten Aufführungen in Deutschland nach der Uraufführung in der Schweiz.

Begleitend zu den Konzerten wird in St. Jacobi eine dreiteilige Vortragsreihe angeboten, die sich sowohl dem biblischen Ursprung als auch der musikalischen Neuschöpfung widmet. Am Dienstag, 20. Januar, spricht Jacobipastor Áron Bence über den Passionsbericht nach dem Evangelisten Markus. Am Dienstag, 3. Februar, beleuchtet Prädikant Dr. Hendrik Munsonius Text und Kontext der Markuspassion von Nikolaus Matthes nach der Vorlage Picanders. Den Abschluss bildet am Montag, 16. Februar, ein Vortrag des Komponisten selbst, der Einblicke in seine kompositorischen Überlegungen gibt. Alle Vorträge beginnen um 18 Uhr im Gemeindesaal St. Jacobi, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Markuspassion sowie Videomaterial sind unter markuspassion.org zu finden. Karten für die Aufführungen am 7. und 8. März sind im Vorverkauf und über die Website der Jacobikantorei erhältlich; Restkarten können an der Abendkasse angeboten werden.

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