Joël Pommerat »La Revolution #1 – Wir schaffen das schon«
Politisches Schauspiel über Demokratie und gesellschaftliche Aushandlung

© Thomas Müller
Mit »La Révolution #1 – Wir schaffen das schon« bringt das Deutsche Theater Göttingen ein zentrales Werk des französischen Autors und Regisseurs Joël Pommerat auf die Bühne. Pommerat ist bekannt für seine kollektiv entwickelten Theaterarbeiten, in denen historische Stoffe nicht nacherzählt, sondern als Denk- und Erfahrungsräume neu angelegt werden. Das Stück wurde in Frankreich mehrfach ausgezeichnet und markiert einen wichtigen Punkt in seinem politischen Theater.
Ausgangspunkt sind die Ereignisse der Französischen Revolution. Doch Pommerat interessiert weniger das historische Panorama als der Moment des politischen Entscheidens selbst. In der Nationalversammlung prallen Interessen, Hoffnungen und Ängste aufeinander. Begriffe wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit werden verhandelt, infrage gestellt und neu definiert. Die historischen Figuren sprechen dabei in einer Sprache, die bewusst zwischen Vergangenheit und Gegenwart oszilliert. So entsteht ein Theaterraum, in dem demokratische Prozesse als fragil, widersprüchlich und mühsam erfahrbar werden.
Regisseurin Schirin Khodadadian setzt diese Textanlage als kollektives Ensembleereignis um. Mit sechzehn Schauspieler:innen entsteht ein vielstimmiges Tableau, in dem Rede, Gegenrede und körperliche Präsenz gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Bühne und Kostüme von Carolin Mittler strukturieren den Raum funktional und offen, während die Musik von Johannes Mittl die Szenen rhythmisiert und verdichtet. Dramaturgisch begleitet wird die Inszenierung von Michael Letmathe. Das Theater wird dabei selbst zum politischen Forum, in dem das Publikum die Prozesse demokratischer Aushandlung aus nächster Nähe erlebt.
»Ein Premierenabend, wie er sein sollte: Ein hochaktuelles Stück, dass vor allem auch Tiefgang bewies. Es wurde laut, es wurde hitzig und aggressiv. Kraftvolle und rhetorisch brillante Passagen der einzelnen Schauspieler*innen versetzen das Publikum mitten in die brennenden Fragen damaliger und heutiger Gesellschaft und eröffneten Raum für eigene Reflexionen. Die neue künstlerische Leiterin des Deutschen Theaters und Regisseurin dieser Produktion, Schirin Khodadadian, meisterte es, einem großen Ensemble vielfältige Darbietungsmöglichkeiten zu eröffnen, die durch ihre Intensität überzeugten. Ein Besuch lohnt sich daher auf ganzer Ebene.«Jasmin D'Amico, Kulturbüro Göttingen 9.9.2024
KÜNSTLERISCHES TEAM
Regie: Schirin Khodadadian
Bühne: Carolin Mittler
Kostüme: Carolin Mittler
Musik: Johannes Mittl
Dramaturgie: Michael Letmathe
BESETZUNG
Gabriel von Berlepsch
Gaby Dey
Bastian Dulisch
Florian Eppinger
Rebecca Klingenberg
Nikolaus Kühn
Roman Majewski
Marco Matthes
Volker Muthmann
Marina Lara Poltmann
Moritz Schulze
Ronny Thalmeyer
Nathalie Thiede
Paul Trempnau
Tara Helena Weiß
Gerd Zinck
Im Internet:
https://www.louisbrouillard.com
Eintritt: Tickets von 23 € bis 39 €
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Bei Vorlage des Studienausweises erhalten Studierende der Georg-August-Universität Göttingen, der HAWK und der PFH Göttingen zu fast allen Vorstellungen des Deutschen Theater Göttingen kostenfrei Karten. Kartenreservierungen sind ab drei Tage vor der jeweiligen Vorstellung möglich, auch für Premieren. Die Abholung der Karten erfolgt an der Abendkasse nur gegen Vorlage des gültigen Studienausweises. Gastspiele und Sonderveranstaltungen sind vom Kulturticket ausgenommen.
Regie: Schirin Khodadadian
Veranstalter:
Ort
Deutsches Theater - dt.1
Theaterplatz 11
37073 Göttingen
Weitere Termine
Weiterer Termin
Donnerstag, 19. Februar, 19:45 Uhr
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