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Paula Sander | © Manga von Keanu Demuth
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KAZ

Spurensuche im KAZ: Junge Perspektiven zwischen Schutz, Umwelt und Fantasie

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Jahresausstellung der Kunstvermittlung mit Arbeiten von Kindern und Jugendlichen
von Keanu Demuth, erschienen am 19. Januar 2026

Die Kunstvermittlung des Kunstvereins Göttingen präsentiert mit ihrer Jahresausstellung »Spurensuche« die vielfältigen Projekte, die im Laufe des vergangenen Jahres entstanden sind. Vom 16. bis 31. Januar ist die Ausstellung im Foyer des Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrums (KAZ) zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Arbeiten von Kindern und Jugendlichen, die in verschiedenen Workshops ihrer Kreativität freien Lauf ließen. Die Ausstellung zeigt nicht nur die entstandenen Werke, sondern gibt auch Einblicke in die kreativen Prozesse dahinter: von fantasievollen Figuren aus Restmüll, die mithilfe von Stop-Motion zum Leben erweckt wurden, bis hin zu niedlichen Dinoskulpturen. Fotos und Videomontagen geben dabei interessante Einblicke in den kreativen Schaffungsprozess.

Förderung von Kunst und Kultur

»Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Kunst und Kultur zu fördern, um im Diskurs gemeinsam kreativ zu werden«, erklärt Paula Sander, Leiterin der Kunstvermittlung. Bestehend aus einem Team kunstschaffender Pädagog:innen hat sich die Kunstvermittlung der Aufgabe verschrieben, insbesondere bei jungen Menschen Kunst und Kultur nachhaltig zu fördern. Deshalb gab es erneut viele Sponsor:innen, unter anderem das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung.

Die jungen Teilnehmer:innen besuchten die Ausstellungen des Kunstvereins aus dem Jahr 2025, die Klimawandel, Schutz oder Heimatgefühl thematisierten, und erschufen darauf aufbauend ihre ganz eigenen Kreationen. »Wir haben an den Themen der Ausstellungen angeknüpft. Da manche Themen etwas düster sind, haben wir den Fokus auf die eigene ›Handlungsmacht‹ gelegt«, erzählte Kunstvermittlerin Sander. »Wir regten die Besucher:innen dazu an, sich selbst die Frage zu stellen, was sie persönlich für unsere Umwelt tun können.«

Geborgenheit und Wohlfühlorte

Zu der audiovisuellen Ausstellung »SHELTER-BONE« des Künstlerpaares Asef–Burckhardt kam die mehrgenerationale Gruppe »Come Together« der Bürgerstiftung Göttingen zusammen, um eigene Schutz- und Wohlfühlorte kreativ darzustellen. »Come Together« vereint Menschen verschiedenster Hintergründe, die miteinander ins kreative Schaffen kommen. »SHELTER-BONE« greift die stürmischen Winde der Sea Ranch in San Francisco auf: Im Künstlerhaus entstand ein Schutzraum vor dem Sturm, ergänzt durch ein Performance-Video des Künstlerpaares auf den Steilhängen der kalifornischen Küste. Während der Projektwoche »Schutzzonen und Zukunftsräume« entstanden dazu im KAZ kollektive Zeichnungen von Rückzugsorten auf einer großen Papierbahn. Ein Zelt in einem grünen Wald, ein Apfelbaum oder ein rosarotes Haus mit Pferdeweide: In den Zeichnungen teilten die Teilnehmer:innen ihre Gefühle, Erinnerungen und Vorstellungen von Geborgenheit. Daneben gestalteten sie Holzkisten als persönliche Schutzräume für Erinnerungen und bedeutungsvolle Objekte. Ganz eigene kleine und individuelle Refugien.

Schutzengel und Superheld:innen

Eine Gruppe aus dem Nachbarschaftszentrum Grone besuchte zudem die Ausstellung »Between the Lines« von Marjolijn Dijkman, worin die Künstlerin das Niemandsland und Schlachtfeld von Verdun durch eine Baumstammlandschaft darstellte. Um mit persönlichen Kriegsbezügen konstruktiv umzugehen, zeichneten die jungen Groner:innen Schutzengel und Superheld:innen – Ausdruck von Stärke, Sicherheit und Behutsamkeit.

Kindergarten Grone erschafft kleine Dinowelt

Bei dem Workshop zur Ausstellung »Flanieren im Symbiozän« erforschte der Kindergarten Grone die fantasievoll und prähistorisch wirkende Wachsskulpturenwelt von Kai Yoda. Die Kinder ließen sich von diesen Skulpturen inspirieren und formten aus Ton Fantasietiere und Dinos, die später gebrannt wurden. Als kreative Antwort auf die VR-Installation »Hana Hana«, eine virtuelle Handwelt, schufen die Kinder ihre eigene Handassemblage. Sie zeichneten ihre Hände nach, schnitten sie aus und setzten sie als Collage zu selbst erfundenen Miniaturlandschaften zusammen. Diese kleinen Kunstwerke werden in einer Vitrine ausgestellt.

Recycelte Figuren: gestärktes Umweltbewusstsein

Mit der Projektwoche »Bunt, klein, überall – alles nur Müll?« stärkten die Kinder aus dem Nachbarschaftszentrum Grone schließlich ihr Umweltbewusstsein. Bei dem Besuch der Ausstellung »Collapse is not a destination, it is a process« fiel den Kleinen sofort die Skulptur von Robert Gschwantner auf, die ein tierartiges Wesen darstellt, bestehend aus ölgefüllten Infusionsschläuchen. Ein künstlerischer Appell zum Handeln. Darum recycelten die Kinder Plastikreste, um kreative Figuren zu basteln, denen sie anschließend Leben einhauchten. Die Kinder entwickelten einen Stop-Motion-Film, in dem ihre recycelten Figuren eigene Geschichten und Wünsche erzählten. Neben dem Stop-Motion-Film sind bunte Wallscrolls aufgehängt, auf denen die Figuren fantasievoll und eindrucksvoll in Szene gesetzt werden.

Spuren hinterlassen!

Die Jahresausstellung »Spurensuche« zeigt eindrucksvoll, wie die Kunstvermittlung Räume für Ausdruck, Fantasie und gemeinsames Lernen eröffnet – und damit nicht nur Kunstwerke, sondern auch ganz eigene Erfahrungen und Perspektiven entstehen lässt. So hinterließen die jungen Künstler:innen ihre ganz eigenen, persönlichen Spuren im KAZ.

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