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© Photo: Antonia Fiege
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Literaturherbst

Identität und Nostalgie: Das musikalische Erbe der 80er 

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»Depeche Mode: Eine Würdigung«
von Antonia Fiege, erschienen am 28. Oktober 2024

Die 1980 gegründete britische Band »Depeche Mode« sollte in den folgenden Jahrzehnten zu einer der einflussreichsten ihres Genres werden. Ihr einzigartiger Stil aus Synth-Pop, New Wave und Rock prägt noch heute die Musikwelt, wobei sie als Wegbereiter für elektronische Musik gelten und vor allem den Synthesizer, ein Instrument, das synthetische Töne und Klänge erzeugt, in der Popmusik stark etabliert haben. Im Laufe ihrer Karriere baute sich die Band mithilfe ihrer düsteren, emotionalen Musik eine treue Anhängerschaft auf bestehend aus der Gothic- und Alternative-Szene sowie aber auch Jugendlichen, die in ihrem sozialen Umfeld eher als Außenseiter galten.

Worunter auch der Musikjournalist Markus Kavka zählt. Der heutige Autor und Moderator, aufgewachsen in einer ländlichen Region in Bayern, weiß, was es bedeutet, bei der breiten Masse anzuecken. Als großer Fan der Band »Depeche Mode«, welche er mehrmals öffentlich gelobt und selbst auch interviewt hat, schrieb er für die Reihe »KiWi Musikbibliothek« ein Buch mit dem Titel »Markus Kavka über Depeche Mode«, in welchem er nicht nur die Biographie der Band selbst vorstellt, sondern vor allem den Einfluss, den jene Musik auf seine eigene Jugend hatte, reflektiert.

Für jenes Buch gab dieser im Rahmen des 33. Göttinger Literaturherbstes im Jungen Theater am 25.10. eine Lesung mit dem Titel »Depeche Mode: Eine Würdigung«. Gemeinsam mit dem DJ Kai Hawaii, der musikalisch vor allem in der Schwarzen Szene bekannt ist, lässt dieser Anekdoten aus der eigenen Jugend Revue passieren. Das Album „Construction Time Again“ machte ihn zum Fan. Darauf folgten die Gründung einer eigenen Band, schräge Frisuren und ein unfreiwillig kontroverser Ruf in der Heimat. Dabei ist kein Detail zu schrill oder abgefahren, um von der Erzählung einer retrospektiv skurrilen Geschichte abzusehen. Ob die versehentliche Ablichtung mit radikal-düsterem Goth-Make-Up im Bravo-Magazin oder auch schlüpfrige und unfreiwillig obszöne Bettgeschichten, die Ironisierung der eigenen Biographie mit diversen Fotos aus der Jugend Kavkas amüsierte das Publikum nachdrücklich. 

Dabei ist das Buch mehr als eine reine Chronik der Band und des eigenen Lebens. Viel mehr ist die Liebeserklärung eines Fans und Musikkenners, der die kulturelle und persönliche Bedeutung einer Band rückblickend analysiert. Bemerkenswert ist dabei, wie viel Zuspruch und Identifikationspotenzial die Geschichten auch für das anwesende Publikum baten. Vor allem die Berichte über Erfahrungen von Anfeindungen aufgrund des speziellen Looks Angehöriger der Gothic-Szene, obwohl nonchalant erzählt, gingen besonders unter die Haut. 

Nun ist das Medium der Schrift nur bedingt geeignet, um musikalische Eindrücke vollständig transportieren zu können. Aus diesem Grund untermalte das Duo seine anekdotischen Erzählungen mit Musikvideos der Songs „People Are People“ und „Strangelove“, und erweiterte damit die literarische Präsentation um eindrückliche akustische Impressionen. Nicht zuletzt legte DJ Kai Hawaii bei der anschließenden Party direkt nach der Lesung beliebte Songs der Kult-Band auf und versetze so das Publikum zurück in die berühmt-berüchtigten 80er Jahre. Unter den Zuschauer:innen fanden sich nämlich selbst viele Depeche Mode-Fans, deren Werdegang ebenfalls stark durch eine Jugend in eben jener Zeit geprägt wurde. Dies machte eine literarische Lesung über ein popkulturelles Musikphänomen zu einer Zusammenkunft Gleichgesinnter von hohem persönlichen Wert, bei der sich alle Teilnehmer:innen in den Worten der Präsentatoren wiederfinden konnten.

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