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Junges Theater

Otfried-Müller-Haus: Sanierungspläne für das Junge Theater werden konkret

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Neueröffnung für das Jahr 2027 geplant
von Jens Wortmann, erschienen am 19. August 2025
Das Warten auf eine dauerhafte Rückkehr des Jungen Theaters in seine angestammte Spielstätte am Wochenmarktplatz könnte bald ein Ende haben. Am Mittwoch stellten Architekt Andreas Crynen vom Planungsbüro Wolff Gruppe, sein Team und Stadtbaurat Frithjof Look die aktuellen Pläne für die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses (OMH) vor.

Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Abstimmungen mit Denkmalpflege, Brandschutz und Arbeitsschutz liegt nun ein tragfähiges Konzept vor. Demnach wird das historische Ensemble in drei Gebäudeteile gegliedert: das eigentliche Otfried-Müller-Haus von 1837, den Saalbau von 1857 sowie einen komplett neu entstehenden Anbau.

Barrierefreiheit und Begrünung

Der Haupteingang wird künftig barrierefrei direkt zum Wochenmarktplatz führen. Eine Rampe am Saalbau erleichtert den Zugang für Menschen mit Handicap. Das Foyer soll großzügig gestaltet werden, allerdings ohne eigene Gastronomie. „Das war eine bewusste Entscheidung“, erläuterte JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka. „Wir brauchen keine Konkurrenz zu den umliegenden Lokalen. Für die Pausenbewirtung schaffen wir selbst passende Flächen.“

Ein besonderes architektonisches Detail ist die geplante Begrünung: Sowohl der Vorplatz als auch das Vordach des Saalbaus sollen bepflanzt werden. „Otfried Müllers Garten kehrt zurück“, so Architekt Crynen.

Ein neues Haus für alle Abteilungen

Der bisherige Anbau aus den 1960er-Jahren wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Neubau, der sämtliche Abteilungen des Theaters beherbergen soll. „Endlich können wir alles an einem Ort zusammenführen“, freut sich Sosinka. Lediglich die Schreinerei bleibt wie bisher ausgelagert.

Der Zeitplan sieht vor, dass noch 2025 die Schadstoffsanierung beginnt. Ab 2026 soll gebaut werden, 2027 könnte das Theater aus seiner Interimsspielstätte an der Bürgerstraße in sein Stammhaus zurückkehren. Die Kosten belaufen sich auf 24,8 Millionen Euro plus 3,2 Millionen Euro für Unvorhergesehenes.

Jahre des Stillstands

Damit nimmt ein Projekt Fahrt auf, das seit Jahren ins Stocken geraten war. Schon 2019 hatte das Junge Theater sein Stammhaus verlassen und war in die ehemalige Voigtschule gezogen – ein Provisorium, das sich spätestens während der Corona-Zeit als unzureichend erwies. Platzmangel, fehlende Technik und eine nicht vorhandene Lüftung machten dort einen regulären Repertoirebetrieb unmöglich. „Wir müssen zurück in unser Theater“, forderte das JT damals eindringlich.

Auch die Finanzierung war lange unsicher. Bereits 2016 hatte der Bund drei Millionen Euro zugesagt, doch jahrelange Verzögerungen und gestiegene Baukosten ließen die ursprünglichen Kalkulationen schnell obsolet erscheinen. 2023 kündigte die Stadt schließlich Investitionen in Höhe von 23 Millionen Euro an.

Blick in die Zukunft mit neuer Intendanz

Ein entscheidender Unterschied zur früheren Planung: Das Junge Theater ist nun von Beginn an eng in die Entwürfe eingebunden. „Das Ergebnis ist super, wir freuen uns sehr“, sagte Sosinka beim Pressetermin. „Es war richtig, die alten Pläne zu verwerfen und noch einmal neu zu beginnen.“

Die künstlerische Verantwortung für die Wiedereröffnung wird allerdings nicht mehr bei Nico Dietrich liegen, der das JT in den vergangenen Jahren durch die Zeit im Provisorium geführt hat. Ab der Spielzeit 2026/27 übernimmt Angelika Zacek die Intendanz. Die gebürtige Wienerin arbeitete zunächst als Regisseurin und Dramaturgin, prägte das Theater der Jugend in Wien und leitete zuletzt das Schauspielprogramm am Landestheater Linz. Ihre Handschrift gilt als politisch wache, zugleich publikumsnahe Theaterarbeit.

Zacek hat sich das Otfried-Müller-Haus bereits angesehen und kennt die Pläne. „Wir haben sie frühzeitig eingebunden“, betonte Sosinka. „Sie weiß genau, was kommt.“ Damit ist auch der künstlerische Übergang gesichert – während Dietrich das Theater bis dahin weiterführt, wird Zacek die Eröffnung des sanierten Hauses verantworten.

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