Eine neue Ausgabe des Podcast »Szenenwechsel« widmet sich Nikolai Gogols Komödie »Der Revisor«, die derzeit am Deutschen Theater Göttingen zu sehen ist. Tina Fibiger spricht mit Regisseurin Ulrike Arnold über ein Stück, in dem eine ganze Stadt in Aufruhr gerät – aus Angst vor einem angekündigten Kontrolleur, der Missstände und Korruption aufdecken könnte.
Gogols 1836 uraufgeführte Satire erzählt von kommunalen Würdenträgern, die in Panik verfallen, als sich das Gerücht verbreitet, ein Revisor aus der Hauptstadt sei inkognito eingetroffen. In ihrer Inszenierung am Deutschen Theater legt Ulrike Arnold den Fokus auf die Mechanismen von Macht, Selbsttäuschung und kollektiver Verdrängung. In präzisen Spielsituationen und dichten Ensemble-Szenen werden die Figuren zu Nahaufnahmen einer Gesellschaft, die ihren moralischen Kompass längst verloren hat – und sich doch verzweifelt an einem Bild von Anstand festklammert.
Ulrike Arnold arbeitet seit vielen Jahren als Regisseurin an verschiedenen deutschsprachigen Theatern und ist für ihre klaren, textnahen, zugleich gegenwartsbezogenen Inszenierungen bekannt. Im Gespräch berichtet sie von der Aktualität des Stoffes, von Figuren, in denen man sich wiedererkennen kann, und von der besonderen Herausforderung, Gogols Sprachwitz und Abgründigkeit auf die Bühne zu bringen.
»Der Revisor« ist am Deutschen Theater Göttingen in dieser Spielzeit mehrfach zu sehen. Aktuelle Aufführungstermine und weitere Informationen finden sich auf der Website des Theaters.
Hören Sie das Gespräch von Tina Fibiger mit Ulrike Arnold
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