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Das Göttinger Universitätsorchester mit der Sopranistin Julia Sophie Wagner unter der Leitung von Antonius Adamske | © Photo: Anton Säckl
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Universitätsorchester

Akademische Klänge: eine Vielfalt der Emotionen

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Semester-Abschlusskonzert »Späte Sinfonik« am 8. und 9. Februar 2025
von Jasmin D'Amico, erschienen am 11. Februar 2025

Der große Reichtum der Musik liegt in ihrer Vielfalt – eine Vielfalt, die in besonderem Maß zu spüren ist, wenn sich junge, studentische Musiker:innen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammenfinden, um ein musikalisches Erlebnis zu schaffen. Es ist ein kreativer Austausch, in dem sich verschiedene Blickwinkel und Erfahrungen vereinen. Seien es die heiteren und freien Momente des Student:innen seins, oder doch die oft von Zweifeln geprägten Krisen dieser doch sonst so sorgenfreien Zeit. 

Das Universitätsorchester stellte sich sowohl am 8. als auch am 9. Februar der Aufgabe im Rahmen ihres Semesterabschlusskonzertes »Späte Sinfonik«, unter der Leitung von Antonius Adamske, den Besucher:innen diese klanglichen Facetten zu präsentieren. Dabei griffen sie auf Werke von Brahms, Strauß und Rachmaninow zurück, um diese bunten Gefühle mit klanglichem Leben zu erwecken.

Feierlicher Auftakt mit Brahms

Trotz ihrer unterschiedlichen akademischen Interessen eint die Mitglieder des Orchesters eines: das meist unbeschwerte Leben als Studierende. Dieses Lebensgefühl greift auch Johannes Brahms in seiner »Akademischen Festouvertüre« auf, indem er auch verschiedene studentische Lieder, darunter das berühmte »Gaudeamus igitur«, in seine Komposition einfließen lässt. Mit diesem Werk wurde der Konzertabend eröffnete. Die festliche Erhabenheit wird dabei besonders durch die Blechbläser getragen, deren kraftvolle Passagen das feierliche Thema etablierten. Doch schon bald verwandelten die fließenden, lebendigen Melodien der Streicher und Holzbläser die ehrwürdige Stimmung in eine heitere Atmosphäre. Brahms Ouvertüre lebt von einem spannenden Wechselspiel zwischen akademischer Feierlichkeit und studentischer Ausgelassenheit – ein Dualismus, den das Orchester mit spielerischer Leichtigkeit zum Leben erweckte und mit dem es das Publikum schon zu Beginn in seinen Bann zog und den ein oder anderen in seine studentische Zeit zurückversetzen konnte.

Kontrastreiche Tiefe

Nach diesem feierlichen Auftakt schlug das Programm einen kontrastreichen Richtungswechsel ein: Mit Richard Strauß »Vier letzte Lieder« erklang Musik, die Abschied, Vergänglichkeit und Schönheit vereinte. Die Sopranistin Julia Sophie Wagner verlieh diesen spätromantischen Liedern mit ihrer warmen Stimme in Verbindung mit dem Orchester eine besondere Intensität, die direkt das Herz berührte. Die technischen Anforderungen, die die Lieder an die Solistin stellen, sind enorm, doch Julia Sophie Wagner meisterte diese mit beeindruckender Souveränität und großer Ausdruckskraft, die starke Emotionen hervorriefen.

Die solistischen Passagen der Instrumente verliehen der gesanglichen Darstellung zusätzliche Tiefe und Emotion und ließen die Themen von Abschied und Vergänglichkeit in all ihrer Schönheit und Schwere erstrahlen.  Ob nun die Horn-Passage in »September«, die eine tiefe Wehmut verbreitete, oder die einfühlsamen Streicher, die in »Im Abendrot« eine fast greifbare Sehnsucht erzeugten – das Orchester unterstützte den Gesang mit ebenso viel Hingabe und Feinfühligkeit. 

Rachmaninow: Ein Höhepunkt voller Dramatik und Emotion 

Nach der tief berührenden Musik von Strauß war es nun an Sergei Rachmaninow, das Publikum erneut in eine Welt voller Emotionen zu entführen. Die Musiker:innen haben sich mit der »Sinfonie Nr. 2 in e-Moll« ein besonders anspruchsvolles Werk ausgesucht, das sowohl technische Präzision als auch emotionale Tiefe verlangt und ein weiteres Highlight des Abends darstellte.

Rachmaninows Musik ist geprägt von starken Kontrasten: dramatische Intensität wechselt sich ab mit zarten Momenten der Melancholie und festlicher Heiterkeit. Besonders bemerkenswert war, wie das Orchester diese Gegensätze zu einem stimmigen, lebendigen Klangbild verband. Die Streicher und Holzbläser ließen dabei sowohl die dramatische Wucht als auch die sanften, intensiven Seiten des Werks aufblühen. Die klangliche Fülle und die vielschichtigen harmonischen Strukturen stellten hohe Anforderungen an die Musiker:innen und forderten ein sensibles Zusammenspiel zwischen Spannung und Entspannung. Das Dirigat von Antonius Adamske war dabei von entscheidender Bedeutung. Mit feinem Gespür für die Balance der Instrumentengruppen und einer klaren, präzisen Führung entfaltete er die Variation des Werks. Trotz der anspruchsvollen Aufgabe war den Musiker:innen die Freude am Spiel deutlich anzumerken. Die Energie, mit der sie die wechselnden Stimmungen der Sinfonie gestalteten und das Zusammenspiel der einzelnen Instrumentengruppen machten spürbar, dass hier nicht nur mit hohem Anspruch an sich selbst, sondern auch mit echter Begeisterung musiziert wurde, sodass der große Applaus am Ende des Konzertes mehr als verdient war.

Musik, die im Gedächtnis bleibt 

Auf dem Heimweg im Bus fielen der Verfasserin zahlreiche Gespräche über das Konzert auf. Die Passagiere unterhielten sich angeregt über die Musik, die sie so bewegen konnte - ein klarer Hinweis darauf, wie nachhaltig der Abend die Zuhörer:innen berührt hatte - und genau das ist es, was Musik ausmacht: die Fähigkeit, Menschen zu erreichen und zu bewegen. Daher kann nicht nur die Doppelspitze der Leitung der Universitätsmusik (Jens Wortmann und Antonius Adamske) stolz auf die Musiker:innen und ihre Leistung sein, sondern auch die gesamte Universität darf sich glücklich schätzen, ein Orchester zu haben, das solch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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