Das Göttinger Symphonieorchester (GSO) kann aufatmen: Stadt und Landkreis Göttingen haben sich klar zu einer höheren Unterstützung ab 2027 bekannt. Für das Orchester ist das ein starkes Signal – nicht nur, weil es seine kulturelle Bedeutung bestätigt, sondern auch, weil es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für dringend benötigte Planungssicherheit sorgt.
„Dass Stadt und Landkreis trotz angespannter Haushaltslage Verantwortung übernehmen und sich solidarisch für unser Orchester einsetzen, bedeutet uns sehr viel“, sagt Geschäftsführerin Franziska Vivaldi. „Diese Unterstützung verschafft uns die notwendige Sicherheit und zeigt, wie stark das GSO in der Region verwurzelt ist.“
Hintergrund ist eine angespannte Finanzlage. Bereits seit Jahren stemmt das Orchester steigende Kosten, hält den Konzertbetrieb aber nur noch durch Einsparungen und den Abbau von Rücklagen aufrecht. Das Einfrieren der Zuschüsse in den Jahren 2025 und 2026 bei gleichzeitig wachsenden Ausgaben – etwa durch die Nutzung der Stadthalle als Hauptspielstätte – hat die Rücklagen schneller als geplant aufgezehrt. Ohne eine Perspektive ab 2027 wäre das GSO ernsthaft gefährdet gewesen.
Die Entscheidung von Stadt und Landkreis verschafft dem Orchester nun Luft – sie allein reicht jedoch nicht aus. Traditionell trägt auch das Land Niedersachsen einen wesentlichen Teil zur Finanzierung des GSO bei. Eine entsprechende Erhöhung der Landesmittel und ein längerfristiger Fördervertrag gelten als Voraussetzung, um den Fortbestand dauerhaft zu sichern.
Mit seiner mehr als 160-jährigen Geschichte, rund 100 Konzerten pro Jahr und einem breiten Repertoire von Klassik bis Crossover ist das GSO längst ein fester Bestandteil der niedersächsischen Kulturlandschaft. Für die Region ist es weit mehr als ein Klangkörper: Es prägt das kulturelle Leben, schafft Begegnungen und macht internationale Künstler:innen in Göttingen erlebbar.
„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und werden auch künftig mit vollem Einsatz ein vielfältiges Konzertangebot für Göttingen und die Region gestalten“, so Vivaldi.