Die Zukunft des Deutschen Theaters Göttingen hat am Mittwochabend einen wichtigen Schub bekommen: Sowohl der Rat der Stadt Göttingen als auch der Kreistag haben beschlossen, die Finanzierung des Theaters ab 2027 zu erhöhen. Voraussetzung ist allerdings, dass auch das Land Niedersachsen seinen Zuschuss entsprechend anpasst.
Für das Theater am Wall ist dieser Schritt entscheidend. Zwar hat die Leitung bereits deutliche Einsparungen in der laufenden Spielzeit vorgenommen, doch die Tariferhöhungen bei den Gehältern lassen sich damit nicht ausgleichen. Weitere Kürzungen hätten, so die Verantwortlichen, den Betrieb in seiner Substanz gefährdet. Dass Stadt und Landkreis die bisherige Konsolidierung anerkennen und Unterstützung zusagen, wird im Theater daher mit großer Erleichterung aufgenommen.
Das Land Niedersachsen ist nun gefordert, seinen hergebrachten Finanzierungsanteil von 37 Prozent wieder zu leisten. Nur so lässt sich ab 2027 eine tragfähige Finanzierung sichern. Ohne diese Zusage wäre das Deutsche Theater in seiner Existenz bedroht – mit erheblichen Folgen für die kulturelle Vielfalt der Region.
Denn das DT versteht sich nicht nur als Bühne für Schauspiel. Neben einem Spielplan mit klassischem und zeitgenössischem Theater ist das Haus ein Ort der kulturellen Bildung und Teilhabe. Die Theaterpädagogik arbeitet aktuell mit mehr als 50 Schulen zusammen, Formate wie „Göttingen X“ geben Vereinen und Initiativen im Studio dt.2 eine Bühne für gesellschaftliche Mitgestaltung. Das Theater sieht sich damit ausdrücklich auch als Forum für demokratische Diskurse.
Gerade in Zeiten, in denen Kultur zunehmend als demokratiestärkend wahrgenommen wird, hat die Entscheidung von Stadt und Landkreis Signalcharakter. Sie zeigt: Göttingen bekennt sich zu seinem Theater – und will dessen Zukunft sichern.