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»Eremiten« – Naturräume der Einsamkeit in der Graphik des 15.–19. Jahrhunderts
Ausstellung zur Bildgeschichte eremitischer Einsamkeit
Kunstsammlung der Universität Göttingen +HintergrundDie Ausstellung untersucht historische Vorstellungen von Einsamkeit und eremitischem Rückzug anhand ausgewählter Druckgraphiken vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert.
Die Ausstellung »Eremiten. Naturräume der Einsamkeit in der Graphik des 15.–19. Jahrhunderts« widmet sich der Frage, wie Einsamkeit in der europäischen Kunst vergangener Jahrhunderte verstanden und dargestellt wurde. Im Fokus stehen Konzepte eremitischen Lebens, die sich deutlich vom heutigen Einsamkeitsbegriff unterscheiden und tief in der christlichen Bild- und Texttradition verwurzelt sind.
Gezeigt werden rund 25 ausgewählte Druckgraphiken aus der Kunstsammlung der Universität Göttingen, darunter Werke von Albrecht Dürer, Hendrick Goltzius und Jan Sadeler. Die Darstellungen thematisieren Eremiten und Eremitinnen, Wüstenväter und -mütter sowie Heilige wie Johannes den Täufer, Maria Magdalena, Hieronymus oder Franziskus, die sich der Überlieferung zufolge bewusst aus der Gemeinschaft zurückzogen, um ein asketisches Leben in der Abgeschiedenheit der Natur zu führen. Die Ausstellung zeichnet anhand von Graphiken und Büchern die Bildgeschichte dieser eremitischen Einsamkeit nach, von spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Darstellungen über populäre Serien um 1600 bis hin zu barocken Einsamkeitskonzepten und der solitude romantique des 18. und 19. Jahrhunderts.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den dargestellten Landschaften. Wüsten, Höhlen, Felsen, Berge und Inseln erscheinen nicht als bloße Kulissen, sondern als bedeutungstragende Naturräume, in denen sich religiöse, naturphilosophische und anthropologische Vorstellungen verdichten. Die Landschaften werden so zu zentralen Erfahrungsräumen von Askese, Spiritualität und Weltabkehr.
Entstanden ist die Ausstellung im Rahmen eines Lehr- und Forschungsprojekts am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Göttingen. Studierende entwickelten in einer Seminarreihe die wissenschaftlichen Analysen und Ausstellungstexte und erhielten Einblicke in alle Phasen des kuratorischen Arbeitens, von der Recherche bis zur Vermittlung.
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