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Es gibt Namen, die füllen schnell eine große Halle, auch in Zeiten des Göttinger Literaturherbstes mit seiner Vielfalt von unterschiedlichen Veranstaltungsformaten. Und so war die Sheddachhalle bestens gefüllt, als Robert Seethaler im Gespräch mit dem Literaturredakteur Joachim Dicks, der kurzfristig für Stephan Lohr eingesprungen war, seinen neuen Roman »Das Café ohne Namen« vorstellte. Das Buch spielt im Karmeliterviertel in Wien und die Handlung setzt 1966 ein.
Robert Simon eröffnet sein Café, das eher zwischen Kneipe und Café changiert, mitten in diesem eher ärmlichen Viertel und bietet so den Menschen einen Ort, an dem sie sich aufhalten und treffen können. Allerdings stehen diese Menschen nicht wirklich in Beziehung miteinander, jede:r lebt in seinem/ihrem eigenen Kosmos. Es kommt also eher zu einem Zusammentreffen der Persönlichkeiten, die aber von Seethaler jeweils als eigener Mikrokosmos gestaltet werden: der Ringer oder die junge Frau vom Land, die in der Stadt Arbeit sucht, oder die zwei Damen, die als Stammgäste das jeweilige Geschehen immer wieder kommentieren. Auch wenn Seethaler in Wien aufgewachsen ist, hat er keinen autobiographischen Roman geschrieben. Er habe eher ein gespaltenes Verhältnis zu Wien und es diene eher als austauschbarer Hintergrund, ein „hingetupftes Pastellbühnenbild“, wie Seethaler es beschreibt.
Überhaupt zieht sich das Visuelle als Motiv durch den ganzen Abend. „Die Gesichter meiner Figuren kenne ich nicht“, so Seethaler. Daher habe er auch nicht bei den Verfilmungen seiner Werke mitgearbeitet – seine Kinder müsse man ziehen lassen. Aber der Blick und der visuelle Umgang sei sein Lebensthema. Das Schreiben geschehe eher absichtslos, aber jeder Satz erschaffe sich von selbst – aus dem Nichts entstehe die Geschichte.
In den ausgewählten Texten, die Seethaler las, wurde das Zusammentreffen und Zueinanderfinden der verschiedenen Personen im Café, das ihnen einen „Rahmen für die Restwürde ihres Lebens“ gab, pointiert vorgeführt.
Dicks erwähnte im Gespräch die Nominierungen für zwei französische Literaturpreise für die Übersetzung des Buches »Le café sans nom«, während das Original es nicht auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft habe.
Zu Beginn der Lesung gestand Seethaler, dass er nun endlich „angekommen sei“ im Medienbetrieb, denn das Satiremagazin Titanic habe ihn und sein neues Buch persifliert mit einem montierten Bild und dem Titel »Das Café ohne Verstand«.
Der Applaus am Ende des Abends gab ihm recht.
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Googelt man die Epoche der Romantik, so stößt man direkt auf die Gemälde Caspar David Friedrichs. „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ ist wohl eines der bekanntesten Werke des Künstlers und drückt die Stimmung der Romantik wie kein anderes aus. Sehnsucht, der Rückzug in die Natur und die Besinnung auf die eigenen Gefühle sind Merkmale jener Epoche, die auch Florian Illies versucht, in seinem neuen Roman „Zauber der Stille – Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten“ zu vermitteln.
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„Denn sie wissen noch nicht, was sie tun.“ Das dachten sich womöglich auch einige Zuschauer, die sich auf den „experimentellen“ Improvisationsabend von den TV Stars Hubertus Meyer-Burckhardt und Bernhard Hoëcker in der Sheddachhalle eingelassen haben. Und ist das Instrument geglückt? Auf ganzer Linie!
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»Aufklärung – ein Roman«, so hat Angela Steidele ihr Werk betitelt. Vermessener wäre nur »Aufklärung - DER Roman«, wie sie mit Prof. Daniel Göske, Präsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, während des Gesprächs im Alten Rathaus im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes scherzte.
Geschrieben habe sie einen Roman über die Gegenwart; angetrieben durch ihre Verzweiflung über die irrationalen Zeiten, in denen wir seit gut zehn Jahren leben, und als Resümee ihres bisherigen Werks, so Steidele.
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Schon die Besetzung der Veranstaltung ist ein unfreiwilliges Spiel mit den gesellschaftlichen Idealen bzw. Zuschreibungen, um die sie sich dreht. Hier die – in allen Ehren – ergraute, vom Leben im besten Sinne des Wortes gezeichnete (gemalte?), gleichwohl mit einem unerschütterlichen, zugleich altersmilden und jugendlichen Lächeln versehene deutsche Journalistin und Schriftstellerin, dort die viereinhalb Jahrzehnte jüngere gebürtige Afghanin, Live-Painterin, Street-Artistin – und nun auch Schriftstellerin. Eine von beiden hat ein Buch über „Hässlichkeit“ vorgelegt, die andere eine Suche über den „Trost der Schönheit“. Nur dem äußeren Anschein nach und ohne den Hintergrund der zwei Publizistinnen zu kennen: Können Sie entscheiden, welches Werk zu welcher Autorin gehört?




