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Das GSO mit Mary Carewe und Nicholas Milton in der Göttinger Stadthalle | © Photo: Janine Müller
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Stadthalle

Hollywood an der Leine – GSO und Mary Carewe lassen das Publikum toben

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Das Göttinger Symphonieorchester mit der »Night at the Oscars«
von Janine Müller, erschienen am 19. April 2026

Freitag, 17. April 2024: Darth Vader, Stormtroopers und Jediritter mit Laserschwertern standen vor der Stadthalle in Göttingen, umzingelt von Menschen jeden Alters. Smartphones wurden gezückt, jeder wollte ein Foto von sich zusammen mit den Star-Wars-Charakteren haben. Drinnen platzte die Halle aus allen Nähten, denn eine Nacht mit der Magie aus Hollywood stand bevor: »A Night at the Oscars« mit dem Göttinger Symphonieorchester!

Es hatte sich vor der Halle schon angekündigt: Die Musik von »Star Wars« setzte einen fulminanten Beginn für diese verheißungsvolle Filmmusik-Nacht. Darth Vader & Co. zogen durch die Reihen des Saals und sorgten besonders bei den jüngeren Zuhörer:innen für strahlende Augen, während sich die älteren an der eindrucksvollen Musik von John Williams erfreuten, die von den Musiker:innen ebenso freudig dargeboten wurde.

Mit »Cabaret« betrat auch die Solistin des Abends die Bühne: Mary Carewe. Die britische Sängerin ist bekannt für ihre Broadway-Highlights und das Berliner Cabaret. Mit ihrer charismatischen Stimme und mitreißenden Bühnenpräsenz fesselte sie die Zuhörer:innen. Voluminöse Tiefen und feinstes Pianissimo zeichnen ihre Stimme aus, und ins Publikum strahlend überträgt sie ihre Begeisterung für diese Musik.

Mary Carewe übernahm an diesem Abend auch die Moderation und stellte mit ihrer freundlichen Art die Filmmusik-Klassiker vor. Mit »Love Is Here to Stay« aus »Ein Amerikaner in Paris« und »Moon River« aus »Breakfast at Tiffany's« präsentierte sie die zarten Seiten ihrer Stimme, mal im Swing, mal hingebungsvoll in der Ballade. Zum Dahinschmelzen waren auch das Posaunensolo und die sanft klingenden Harfentöne, die noch das zarteste Pianissimo im Orchester übertrafen.

Eine kurze Pause für Carewe bot »Der Pate«, bei dem sich die Bläsersolist:innen des GSO auszeichneten. Für den nächsten Auftritt von Carewe bat Chefdirigent Nicholas Milton das Publikum, bei ihrem Betreten der Bühne ihres chicen Kleides wegen zu „explodieren". Und in der Tat trat Carewe jedes Mal mit einem neuen Kleid auf, das ihr fortan kräftigen Applaus einbrachte. Noch beeindruckender als ihre Kleider war ihre Performance. Einem traumhaft schönen »The Way We Were« folgten »Nobody Does It Better« aus »Der Spion, der mich liebte« und »Fame«, womit sie das Publikum endgültig ins Toben brachte. Ein voller Sound erfüllte die Halle, Gitarre, E-Bass, Kontrabässe und Drumset sorgten für ein Rock-Sinfoniekonzert, das Nicholas Milton noch mit einem Luftgitarrensolo krönte. Unter Jubelrufen ging es beschwingt in die Pause.

Mit majestätischen Bläserklängen und Trommelrhythmen wurde die zweite Hälfte des Konzertes eingeläutet: Bei »Fluch der Karibik« oder »Superman« spürte und sah man, dass auch die Orchestermusiker:innen eine besondere Freude an der Filmmusik hatten. Carewe zeigte mit »Diamonds Are a Girl's Best Friend« aus »Blondinen bevorzugt« und »What Are You Doing the Rest of Your Life« aus »Das Happy End«, dass sie schnelle Rhythmen ebenso beherrscht wie ruhige Balladen. Ihre Interpretationen übertrafen oft das Original, so auch bei »My Heart Will Go On« aus »Titanic«. Voluminös ließ sie »Let It Go« aus »Die Eiskönigin« erklingen, und mit »Over the Rainbow« aus »Der Zauberer von Oz« sorgte sie für genussvolle Momente.

Einen spannungsgeladenen Gegenpol bot das Orchester mit »Der weiße Hai«. Einleitend bereitete Milton das Publikum emotional auf das Folgende vor, indem er von seinen Schwimmerfahrungen berichtete. Während er in Göttingen fröhlich in der Leine hin und her schwimmen könne, sei das bei ihm zu Hause in Australien ganz anders: Permanente Angst vor dem Hai begleite ihn. Und diese bringe der Komponist faszinierend zur Geltung: Mit nur zwei Tönen erzeugt die Musik Angstzustände, erklärt Milton, und lässt das Orchester beginnen. Die beiden Töne entfalten sich zu tiefen Kontrabässen, pulsierenden Streichern, Trommelschlägen und Pauken sowie tiefen Horntönen. Die Musik steigert sich… bis zum lauten Schrei der Musiker:innen, der nach einem kurzen Schreckmoment das Publikum zum Lachen brachte.

»Skyfall« läutete das Finale des Abends ein, und auch hier brachte Carewe ihre ganz persönliche Note ein und bot eine beeindruckende Interpretation, die ihr und dem Orchester stehende Ovationen einbrachte. Die Musiker:innen mussten sich auch nicht lange um Zugaben bitten lassen. Mit »Shallow« aus »A Star Is Born« schlugen sie noch einmal ruhigere Töne an und auch die Gitarre erhielt ihr Solo, bevor Milton bei »What a Feeling« aus »Flashdance« tänzelnd die Hüften schwang und Carewe das Publikum aus den Sitzen hob – ein beschwingtes Ende für diesen musikalisch erfüllenden Filmmusik-Abend.

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