Désirée Ly (Regieassistentin am Deutschen Theater) und Tobias Gleitz (Licht und Ton) haben dafür gesagt, dass es zumindest äußerlich gruselig war: aufwändig geschminkt und kostümiert waren die fünf Kollegen auf der Bühne, diffuses Dämmerlicht, Bühnennebel, gruselige Töne aus den Boxen, auf denen Totenschädel lagen. Und ein Sarg wurde auf die Bühne geschoben, aus dem kurze Zeit später Gerald Liebenow entstieg – um das Publikum im prall gefüllten Malersaal mit einem düsteren Rapp zu entsetzen.
Anschließend wurde es literarisch: Texte von Edgar Allen Poe (»Das Fass Amontillado«) und von Howard Philips Lovecraft (»In der Gruft«) wurden gekonnt vorgetragen.
Die Geister, die die Schauspieler riefen, wurden sie nun nicht los. Da half auch das Knallen der Kronkorken nichts. Die Bilder um Montrésor, der seinen „Freund“ Fortunato aus Rache einmauert, lassen einen nicht los. Und auch die Familiengruft der Hydes hinterlässt düstere Spuren im Kopfkino.
Da helfen vermutlich nur knallende Sektkorken am Silvesterabend, um diese Geister zu vertreiben. Anschließend kann man sich mehrere Wochen auf die erste Nachtbar am 26. Januar um 23 Uhr freuen, dann vermutlich wieder im Rangfoyer des Theaters.