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Göttinger Frühjahrslese 2026
Ozan Zakariya Keskinkılıç »Hundesohn«
Romanlesung über Herkunft, Glauben und queeres Begehren
Literaturhaus Göttingen +HintergrundIn seinem Roman »Hundesohn« erzählt Ozan Zakariya Keskinkılıç von Zeko, einem gläubigen, schwulen Muslim zwischen Erinnerung, Begehren und familiärer Prägung – sprachlich verdichtet und politisch sensibel
Mit »Hundesohn« legt Ozan Zakariya Keskinkılıç einen Roman vor, der Fragen nach Herkunft und Identität nicht abstrakt verhandelt, sondern in eine konkrete Lebensgeschichte einschreibt. Im Zentrum steht Zeko: Muslim, gläubig, schwul. Seine Erinnerungen reichen von Kindheitssommern in der Türkei bis zu familiären Geschichten, in denen Tradition, Religiosität und Männlichkeitsbilder aufeinandertreffen.
Der Titel greift ein Schimpfwort auf und kehrt dessen Bedeutung um. Was als Herabsetzung gedacht ist, wird im Roman zum Ausgangspunkt einer Suche nach Selbstdefinition. Keskinkılıç verbindet poetische Passagen mit analytischer Schärfe. Dabei geht es um Zugehörigkeit und Ausgrenzung, um queeres Begehren im Spannungsfeld religiöser Prägung und um das Erzählen selbst als Form der Selbstermächtigung.
Im Gespräch mit Amelie May wird der Roman in größere gesellschaftliche Kontexte eingeordnet: Wie sprechen wir über Mehrfachzugehörigkeiten? Welche Narrative dominieren Debatten über Religion und Sexualität? Und welche Rolle spielt Literatur als Raum für Ambivalenz?
Ein Abend, der persönliche Geschichte und politische Gegenwart miteinander verschränkt.
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