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»Der perfekte Moment – total verpennt«
Soloabend von und mit Ronny Thalmeyer nach Texten von Horst Evers
Deutsches Theater – dt.x (Keller) +Hintergrund»Heute ist nicht mein Tag. Gestern auch nicht.« So klingt es, wenn Ronny Thalmeyer die Kunst des Nichtstuns zelebriert. In diesem Solo-Abend im Keller des Deutschen Theaters nimmt das DT-Publikumsliebling das kollektive Leiden am Optimierungsdruck aufs Korn – mal lamentierend, mal monologisierend, immer zum Schreien komisch. Seit der Premiere 2019 ist die Produktion aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken.
Was ist eigentlich ein perfekter Moment – und warum verpennt man ihn meistens? Horst Evers, einer der renommiertesten Geschichtenerzähler und Kabarettisten Deutschlands, hat für diesen Abend Texte über die Absurdität des modernen Leistungslebens versammelt: über die Sehnsucht nach Entschleunigung, die Tyrannei des Optimierens, die subversive Würde der Prokrastination.
Ronny Thalmeyer, seit Jahren eines der prägenden Gesichter des DT-Ensembles, bringt diesen Stoff als Soloabend auf die Bühne des dt.x – dem intimen Kellerraum des Deutschen Theaters, der für diese Art von direktem, hautnah-komischem Theater wie gemacht ist. Thalmeyer macht den ganzen Raum zu seiner Bühne: Er monologisiert, lamentiert, interagiert mit dem Publikum und improvisiert, als wäre es geplant. Regie führte Johanna Schwung (Bühne und Kostüme: Johannes Frei, Dramaturgie: Jascha Fendel).
Die Produktion hatte ihre Premiere am 22. September 2019 und ist seither fester Bestandteil des DT-Repertoires – ein Beweis dafür, dass das Thema Entschleunigung nichts von seiner Aktualität verloren hat, eher im Gegenteil. Der Extra Tip bescheinigte Thalmeyer nach der Premiere, er habe es »geschafft, dass es ein Spaß ist, ihm beim Nichtstun zuzuschauen«; das Göttinger Tageblatt befand, der lang anhaltende Applaus beantworte die Frage, ob Nichtstun wirklich abendfüllend sei, »mit einem klaren: Für Menschen, die Horst Evers mögen, offenbar schon.«
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