Der Chor der Einicke-Gesellschaft unter der Leitung von Andreas Jedamzik | © Photo: Wortmann
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Albanikirche

„Fürchte den Tod nicht“

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Die Georg-Friedrich-Einicke-Gesellschaft brachte kostbare Raritäten mitteldeutscher Dorfkantoren zum Klingen
von Jens Wortmann, erschienen am 21. September 2025

Es war ein Konzertabend der besonderen Art: Am Samstag in der Göttinger Albanikirche öffnete die Georg-Friedrich-Einicke-Gesellschaft einmal mehr ein Fenster zu fast vergessenen Klangwelten. Unter dem Titel „In Paradisum?“erklangen Werke, die zum Teil seit über 350 Jahren nicht mehr aufgeführt worden waren – Leichenmotetten und Orgelstücke von Georg Friedrich Einicke, Christoph Gottlieb Schröter und Johann Cyriakus Kieling.

Diese Musik, entstanden für dörfliche Kirchenchöre und bescheidene Instrumentalbesetzungen, mag schlicht wirken – und besitzt doch eine unmittelbare, ergreifende Qualität. Sie erzählt von Glauben, Trost und Hoffnung in Zeiten von Trauer. Gerade in ihrer Einfachheit berührt sie durch Klarheit und Ausdruckskraft.

Der Projektchor der Gesellschaft unter Leitung von Andreas Jedamzik überzeugte mit homogenem Klang und stilbewusster Interpretation. Begleitet wurde er von Dagmar Loepthien an der Viola da Gamba sowie von Jedamzik an der Truhenorgel. Die Orgelwerke brachte Arne zur Nieden von der großen Orgel der Albanikirche zu Gehör. So entstand ein Programm, das die klangliche Vielfalt dieser Kleinmeister eindrucksvoll sichtbar machte. Besonders die Motetten von Kieling offenbarten eine Schönheit, die weit über das rein Historische hinausweist.

Das Publikum zeigte sich dankbar für diese Wiederentdeckungen und spendete herzlichen Applaus. Einmal mehr hat die Georg-Friedrich-Einicke-Gesellschaft bewiesen, wie sehr die Schätze mitteldeutscher Musikgeschichte unser heutiges Konzertleben bereichern können.

 

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