Überproduktion, niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen – das Modesystem steckt voll von Widersprüchen. Doch in dieser Pop-up-Ausstellung geht es nicht um Verzicht: Es geht um rebellische Alltagspraktiken, die Spaß machen.
Widerstand im Vestibül
Die Ausstellung »Gegen_Mode?« läuft noch bis zum 26. April im Vestibül des Forums Wissen. Viktor Dederer, Emilia Kolle, Lotta Gessner und Jana Winneg – Masterstudierende des Instituts Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie – präsentieren dort Objekte und Fotografien zu vier verschiedenen widerständigen Modeansätzen. Die Eröffnung fand am 14. April statt.
Das Projekt verhandelt eine zentrale Spannung: Vielen Menschen bereitet Mode Freude. Das tägliche Kombinieren von Outfits erleben sie als ermächtigend – und zugleich ist die Modeindustrie ein System der Ausbeutung. Die Frage lautet also nicht „Mode ja oder nein", sondern: Lässt sich Mode als kritische Praxis denken, die Empowerment und Widerstand gegen die Industrie zusammenbringt?
Zum Mitmachen: Workshops und Austausch
Die Ausstellung ist als Public Anthropology konzipiert, das heißt: nicht nur Vermittlung von oben herab, sondern echte Vernetzung. Im Ausstellungsraum gibt es eine Sitzecke, in der Besucher:innen Anleitungen mitnehmen, Praktiken nachlesen – und auch ihre eigenen widerständigen Modestrategien einbringen können. Wer möchte, kann also selbst Informationen zu den Austausch hinzufügen.
Darüber hinaus wird es Führungen an verschiedenen Wochentagen und am Wochenende geben. Außerdem sind zwei Workshop-Angebote geplant: eine Ideenwerkstatt unter dem Titel »we listen and we don't judge – Wie umgehen mit (fast) fashion, an der wir hängen?« und ein Nähworkshop, in denen Wissen, Erfahrungen und Techniken ausgetauscht werden.
Einladung ans Publikum
Das Projekt richtet sich an alle: Mode-Interessierte, Mode-Kritiker:innen, aber auch an Menschen, die sich bislang noch nicht intensiv mit Mode beschäftigt haben. Wer schauen will, kann sich informieren. Wer Lust hat, kann mitmachen und mitdiskutieren.