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© Manga von Keanu Demuth, Photo von Alexander Sparenberg
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St. Marienkirche

Mit finnischer Inspiration im Gepäck: Göttinger Knabenchor begeistert daheim

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Reiseabschlusskonzert des Göttinger Knaben- und Männerchors
von Keanu Demuth, erschienen am 05. April 2026

Passend zum Gründonnerstag und zur Osterzeit kehrte der Göttinger Knaben- und Männerchor in seine Heimat zurück. Unter dem Leitgedanken „Singen ist unsere Leidenschaft" begab sich der Göttinger Knabenchor im März 2026 auf eine eindrucksvolle Konzertreise nach Finnland. Dort hatte er vier befreundete Knabenchöre besucht – in Helsinki, Turku, Tampere und Oulu – und die langjährigen musikalischen Verbindungen weiter vertieft. Die Reise war geprägt gewesen von gemeinsamen Auftritten, kulturellem Austausch und unvergesslichen Begegnungen. Das Reiseabschlusskonzert fand am Donnerstag, dem 2. April in der St. Marienkirche statt.

Am Mittwoch reisten die Knaben von Helsinki über Frankfurt zurück – erst um 23 Uhr kamen sie in Göttingen an. Eine lange zweiwöchige Reise mit Erkältungswellen hat der Chor hinter sich. Trotz wenig Schlaf hielten sich die Knaben den ganzen Abend über aufrecht und zeigten sich trotz leichter Müdigkeit in Spitzenform. Wenn der ein oder andere Gähner dabei hervorkam, hatte das Publikum dafür mehr als nur Verständnis.

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Geistliche Werke mit gewaltigem Klang

Der Knaben- und Männerchor präsentierte wieder sein Markenzeichen: Ein abwechslungsreiches Programm geistlicher, weltlicher und auch folkloristischer Stücke. Wie nicht anders zu erwarten, überzeugte der Knaben- und Männerchor erneut mit seinem gewaltigen Klang und seinen kraftvoll ausbalancierten Stimmgruppen. Auch viele gregorianische Züge waren oftmals herauszuhören und sorgten für einen bleibenden Eindruck. Der Männerchor betrat dramatisch die Marienkirche, um das geistliche Werk »Benedicam Dominum« des italienischen Renaissancekomponisten Giovanni Croce aufzuführen. Eine kraftvolle und zugleich zart nuancierte Darbietung. Bei Mozarts »Ave verum corpus« KV 618 glänzten besonders die Knaben mit ihren himmlisch-schönen Stimmen. Daraufhin erklangen eine Motette von Schütz und der Choral »O Haupt voll Blut und Wunden« aus Bachs Matthäuspassion – passend zur Passionszeit. Anschließend begeisterten der Knaben- und Männerchor das Publikum bei Mendelssohns Psalm »Jauchzet dem Herrn, alle Welt« mit beeindruckendem Klangvolumen und einem überwältigenden Crescendo! Auch das hervorragende Orgelspiel von dem stellvertretenden Chorleiter und Organisten Nik Myers kam hier voll zur Geltung.

Zwischen magischen Pinseln und Mythen

Ein großes Highlight des Abends war gewiss die Performance des weltlichen Werkes »The Magic Paintbrush« des dänischen Komponisten John Høybye (*1939), bei dem die Knaben dezente und doch wirkungsvolle kleine Tanzchoreographien einbauten. Die Geschichte, inspiriert von einem chinesischen Volksmärchen, handelt von Ma Lang, einem jungen Mann mit einem magischen Pinsel, dessen Bilder Wirklichkeit werden und mit dem er den Bedürftigen hilft. Kombiniert mit rhythmischem Klatschen, Stampfen und Schnipsen, brachte der Chor die fesselnde Handlung mal singend, mal sprechend auf die Bühne. Die Illustrationen der Göttinger Kunstlehrerin Priscilla Graepler wurden daneben groß projiziert und ließen das Publikum tief in die Handlung eintauchen. Darauf verzauberte »Blue Bird« von Charles Villiers Stanford das Publikum, gekrönt von einem glasklaren Sopransolo des Knaben Jakob Bittihn. Für willkommene Abwechslung sorgten die Volkslieder von Franz Herzog (1917–1986) und Michael Jaeckel (*1966), die auf finnische Mythen basiert. Hierbei waren keltische und nordische Klänge zu hören. Und bei dem traditionellen Werk des künstlerischen Leiters Michael Krause (*1962) »Üsküdar-a Gider iken« brachte eine erfrischend lebendige Note ins Programm. Denn hier vereinte sich der Chorgesang mit Trommel und Klavier zu einer einzigartigen musikalischen Symbiose.

Unerschütterliche Knaben

Trotz Erkältungswellen, wenig Schlaf und einer langen zweiwöchigen Reise zeigten die Knaben des Göttinger Chors eine Leistung, die schlichtweg zu begeistern wusste. Ihre klaren Stimmen, ihr Durchhaltevermögen und ihre Freude am Singen machten jeden Moment des Konzerts zu einem erfreulichen Erlebnis!

Hintergrund

Finnland und die Knabenchöre: Eine Tradition mit Weltrang

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