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Carolin Hlusiak und Maja Hilke | © Photo: Ezra Kurth
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Musik in der Klosterkirche

Mit Allerliebst und Allerlei

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Carolin Hlusiak und Maja Hilke mit einem Georg-Kreisler-Programm
von Jens Wortmann, erschienen am 14. Juni 2022

„Der Mensch muss weg“ heißt das Georg-Kreisler-Programm von Maja Hilke und Carolin Hlusiak. Das Duo gastierte in damit in der Klosterkirche Nikolausberg.

Die Pianistin Carolin Hlusiak beginnt zu spielen, während dieses Spiels rollt Maja Hilke einen Teewagen herein, auf ihm liegt unter anderem ein Tigerfell. Damit sind die Zutaten für diesen Kreisler-Abend angerichtet, das „Tigerfest“ kann beginnen. Mit Allerliebst und Allerlei.

Schon diese Eingangsszene zeigt die besondere Qualität des Abends: die Übergänge und Hinführungen zu den Songs sind gestaltet, mit viel Kreativität, aber auch mit feinem Gespür für das, was als nächstes zu hören ist. Kaum bekennt Carolin Hlusiak, dass sie keine Lust gehabt habe, den Nachnamen ihres Mannes zu übernehmen, nur weil er sich vielleicht besser buchstabieren ließe, da erklingt Kreislers „Ich hab ka Lust“. So geht es den ganzen Abend weiter – und man ist schon gespannt, welche Übergänge dem Duo noch eingefallen sind bei den „Zwei alten Tanten“ oder dem „Musikkritiker“, zu „Es wird alles wieder gut, Herr Professor“ oder eben zu „Der Mensch muss weg“. So viel sei verraten: die Übergänge sind exzellent!

Maja Hilke hat nach der klassischen Gesangsausbildung „ihre Heimat im Chanson gefunden“ (verrät das Programmheft). Die gründliche Ausbildung hört man wohltuend. Besonders erfreulich bei ihrem Vortrag der Kreisler-Lieder: sie versucht nicht, den Wiener Schmäh von Kreisler nachzuahmen. Nein, sie singt ihre Version der Lieder. Und das ist gut so. Auf diese Weise bekommen die Lieder ein großes Maß an Authentizität. Wenn alle das täten…

Über Carolin Hlusiak ist im Programmheft zu lesen: „Hlusiak verliebte sich mit 6 Jahren ins Klavier“. Dass diese Liebe zu diesem Instrument noch genauso glüht, ist vom ersten bis zum letzten Ton zu spüren. Und zu sehen: nicht nur, dass sie diese musikalisch und technisch überaus anspruchsvollen Arrangements Kreislers scheinbar mühelos spielt, nein – sie lächelt dazu und nimmt an Hilkes Gesang und Vortrag großen Anteil. 

Auf diese Weise verschmelzen Klavier und Gesang zu einem Gesamtkunstwerk. So passt es auch ganz natürlich, dass beide in der Zugabe die Rollen tauschen: Maja Hilke sitzt am Klavier, Carolin Hlusiak singt.

Das Publikum in der gut besuchten Klosterkirche ist keineswegs nur „gutmütig“ (Kreisler), sondern schlicht begeistert. Und bei allen Besucher:innen ist ein Lächeln auf dem Gesicht zu sehen. 

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