Die Musik des barocken Göttingen ist in den letzten Jahren durch zahlreiche Konzerte des Göttinger Barockorchesters in den Fokus der Göttinger Kulturszene gerückt. Einen weiteren Baustein zur Wiederentdeckung der Göttinger Musik des 18. Jahrhunderts liefert die neue Publikation des Dirigenten Antonius Adamske mit dem Titel »Krise der Ämter – Konnex der Akteure – Studien zur Göttinger Musikgeschichte vor 1800«, die zum 4. September 2023 im Verlagshaus Vandenhoeck & Ruprecht in der Verlagslinie »vr unipress (Abhandlungen zur Musikgeschichte, Bd. 30)« erscheint.
Der Autor schreibt zu seiner Publikation: . Die Studie stellt die Musikpflege des 18. Jahrhunderts in Göttingen vor, einer mittleren Territorialstadt ohne Hof. Sie wertet umfassende Aktenkonvolute aus und berücksichtigt Elemente der Alltags- und Regionalgeschichte sowie Gedanken zur frühneuzeitlichen Streitkultur. Göttinger Musiker trugen durch ihre Verhaltensweisen zu einem Wandel der Ämter bei – divergierende Kommunikationsstrategien beeinflussten Vokationsprozesse, hierarchische Stellung und öffentliche Reputation. Durch die Universitätsgründung 1734 bedingte Ämterkumulationen und insbesondere die Einsetzung eines neuartign Collegium musicum beschleunigten den Verfall tradierter Strukturen. Andererseits ermöglichte die Akademie die Genese neuartiger Göttinger Kompositionen, verbunden mit den Namen Schweinitz und Rudorff..
Das Buch kann im Buchhandel für 65 Euro erworben werden.