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Sonderausstellung »Nachgefragt. Unrecht gesammelt«
Provenienzforschung zu Museumsobjekten in Südniedersachsen
Forum Wissen +HintergrundWoher kommen die Dinge in unseren Museen – und wurden sie immer rechtmäßig gesammelt? Die Sonderausstellung »Nachgefragt. Unrecht gesammelt?« im Forum Wissen widmet sich der Provenienzforschung in Museen und Sammlungen Südniedersachsens. Anhand ausgewählter Objekte und Biografien zeigt sie, wie Herkunftsgeschichten rekonstruiert werden, welche Unrechtskontexte sichtbar werden und was das für den Umgang mit Sammlungen heute bedeutet.
Unter dem Titel »Nachgefragt. Unrecht gesammelt?« präsentiert das Forum Wissen eine Sonderausstellung zur Provenienzforschung, also zur Herkunftsgeschichte von Objekten in Museen und Sammlungen Südniedersachsens. Im Zentrum stehen Fragen wie: Wem haben diese Dinge einmal gehört? In welchen historischen Kontexten wurden sie gesammelt? Und welche Formen von Unrecht – etwa Kolonialismus, NS-Verfolgung oder andere Gewaltverhältnisse – sind in ihnen eingeschrieben?
Die Ausstellung rückt die Menschen hinter den Objekten in den Vordergrund: ihre Biografien, Verluste und Erinnerungen. Illustrationen der Kasseler Künstlerin Melanie Lüdtke eröffnen zusätzliche Perspektiven auf Personen, von denen oft nur wenige Spuren erhalten sind. Neun Museen aus der Region haben Objekte, Materialien und Fragestellungen eingebracht.
Entstanden ist die Schau aus einem partizipativen Projekt: In Workshops und Pop-up-Aktionen wurden vor Ort Objekte, ihre Geschichten und die Fragen der Besucher:innen gesammelt. Diese Ideen bilden nun die Grundlage für die Präsentation im Forum Wissen, die zugleich zeigt, wie aufwendig und lückenhaft Provenienzrecherche sein kann – und warum sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sammlungen unverzichtbar ist.
»Nachgefragt. Unrecht gesammelt?« geht auf das Projekt »Nachgefragt – Provenienzforschung vermitteln« zurück, in dem Museen und Sammlungen Südniedersachsens gemeinsam mit dem Forum Wissen an der Universität Göttingen gearbeitet haben. In einem ersten Schritt wurden an verschiedenen Orten Workshops und Pop-up-Formate durchgeführt, bei denen Bürger:innen ihre Fragen zu Museumsobjekten einbringen konnten. Aus diesen Dialogen, den Recherchen der Provenienzforscher:innen und den Beiträgen von neun beteiligten Museen entstand eine Wanderausstellung, deren erste Station das Forum Wissen ist. Die Schau macht deutlich, dass Provenienzforschung nicht nur eine interne Fachaufgabe ist, sondern gesellschaftliche Aushandlungsprozesse berührt – etwa wenn es um Restitution, Anerkennung von Unrecht oder neue Formen des gemeinsamen Kuratierens geht.
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