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»Im Namen des Volkes« Stückentwicklung von Susanne Frieling
Recherchebasierte Theater-Stückentwicklung über Strafvollzug, Macht und gesellschaftliche Verantwortung
Deutsches Theater - dt.2 +HintergrundIm Namen des Volkes – aber was heißt das eigentlich? Die Stückentwicklung von Susanne Frieling und dem Ensemble nimmt den deutschen Strafvollzug unter die Lupe und fragt nach dem Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit. Aus Interviews, Fallgeschichten und Gesetzestexten entsteht ein vielstimmiger Theaterabend, der zeigt, wie sich Urteile auf Leben auswirken – und wer im System Gefängnis überhaupt gesehen wird.
Justitia steht als Sinnbild für ein Rechtssystem, das Neutralität und Gerechtigkeit verspricht. Gleichzeitig mehren sich Berichte aus dem deutschen Strafvollzug, die dieses Ideal infrage stellen: Vorwürfe von Gewalt, Isolation und institutionellem Wegsehen verweisen auf Strukturen, die sich weitgehend dem öffentlichen Blick entziehen. Zwischen Anspruch und Realität öffnet sich ein Spannungsfeld, das gesellschaftlich selten verhandelt wird.
In der recherchebasierten Stückentwicklung »Im Namen des Volkes« widmet sich Susanne Frieling dem Strafvollzug als Instrument staatlicher Macht. Dokumentierte Erfahrungsberichte, juristische Texte und strukturelle Analysen bilden das Material, aus dem der Theaterabend entwickelt wird. Im Zentrum steht dabei weniger das einzelne Vergehen als das System selbst: seine Funktionsweisen, seine moralischen Rechtfertigungen und seine Auswirkungen auf das gesellschaftliche Selbstverständnis.
Frielings Arbeitsweise verbindet dokumentarische Quellen mit szenischer Verdichtung. Der Abend untersucht, wie Verantwortung verteilt wird, wo Transparenz endet und wie Recht und Gerechtigkeit zueinander in Beziehung stehen. So entsteht eine theatrale Auseinandersetzung mit institutionellen Strukturen, die den Alltag vieler Menschen prägen, jedoch meist im Verborgenen bleiben.
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