»Momo« Familienstück nach Michael Ende
Für die Bühne bearbeitet von Vita Huber

© Thomas Müller
Regie: Inda Buschmann
Dramaturgie: Michael Letmathe
Michael Endes zeitlose Parabel erzählt von einem Mädchen, das mit Zuhören, Mut und Fantasie einer Gesellschaft entgegentritt, die ihre Zeit verloren hat.
Am Rand der Stadt, zwischen Neubauvierteln und vergessenem Gelände, lebt Momo in den Ruinen eines alten Amphitheaters. Sie besitzt kaum mehr als ihre Kleidung und eine besondere Fähigkeit: Momo kann zuhören. Wenn sie zuhört, finden Menschen zu sich selbst, entdecken neue Gedanken und erinnern sich daran, was ihnen wichtig ist.
Doch eines Tages erscheinen die grauen Herren. Sie überreden die Menschen, Zeit zu sparen, effizienter zu leben und alles Überflüssige abzuschaffen. Gespräche, Freundschaften und Träume geraten unter Druck, das Leben wird kälter und leerer. Momo erkennt als Einzige die Gefahr und stellt sich den Zeitdieben entgegen. Unterstützung findet sie bei der Schildkröte Kassiopeia und beim geheimnisvollen Meister Hora, dem Hüter der Zeit.
Inda Buschmann nähert sich Michael Endes »Momo« nicht als nostalgischem Kinderbuchstoff, sondern als präziser Parabel über Aufmerksamkeit und gesellschaftlichen Druck. Ihre Regie nimmt die Perspektive der jungen Hauptfigur ernst und erzählt die Geschichte konsequent aus dem Blickwinkel eines Kindes, das sich der Beschleunigung der Erwachsenenwelt widersetzt.
Die Inszenierung verbindet märchenhafte Bilder mit klarer Figurenführung. Fantastische Elemente werden nicht isoliert ausgestellt, sondern organisch aus dem Spiel entwickelt. So entsteht eine Theaterwelt, in der die Grauen Herren weniger als abstrakte Bedrohung erscheinen, sondern als Folge alltäglicher Verhaltensmuster. Buschmanns Regie vertraut auf die Wirkung des Ensembles und auf die Kraft des Erzählens – und öffnet damit einen Raum, in dem Kinder wie Erwachsene gleichermaßen angesprochen werden.
Die Ausstattung von Caroline Stauch prägt den Abend maßgeblich. Bühne und Kostüme schaffen eine schillernde, zugleich funktionale Märchenwelt, die schnelle Wechsel zwischen Spielorten ermöglicht und den Figuren klare Konturen gibt. Besonders die Gestaltung der Schildkröte Kassiopeia verbindet Humor und poetische Bildkraft.
Die Regie nutzt diese visuelle Ebene gezielt, ohne sie zu überfrachten. Spektakel entsteht aus dem Zusammenspiel von Ausstattung, Musik und Ensemblearbeit, nicht aus Effekten. Dadurch bleibt die Erzählung jederzeit zugänglich und rhythmisch klar – auch für jüngere Zuschauer:innen.
»Es entsteht eine faszinierende Märchenwelt mit einer starken, jungen Protagonistin, die vor allem die jungen Zuschauer:innen begeistert und zugleich durch die Verbindung von Magie und Gesellschaftskritik auch Erwachsene anspricht. Mit dieser gelungenen Inszenierung, die in die fantastische Welt des Kinderbuch-Klassikers »Momo« führt, erinnert das Deutsche Theater daran: „Die Zeit wohnt in unserem Herzen“.«Alina Hagen, Kulturbüro, 18.11.2025
Szenenwechsel zur Produktion
Rezension zur Produktion
Eintritt: Tickets ab 20 €
Veranstalter:
Ort
Deutsches Theater - dt.1
Theaterplatz 11
37073 Göttingen
Weitere Termine
Weiterer Termin
Samstag, 28. März, 15:00 UhrDeutsches Theater - dt.1
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Samstag, 4. April, 15:00 UhrDeutsches Theater - dt.1
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