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Uraufführung

»Wir Perser« von Ivana Sokola – Eine Vorahnung nach Aischyolos

Zeitgenössische Theateradaption einer antiken Tragödie über Krieg, Erinnerung und Erzählmacht

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Deutsches Theater - dt.1 +Hintergrund

Die Inszenierung greift einen der ältesten erhaltenen Theatertexte auf und befragt ihn aus heutiger Perspektive nach Macht, Niederlage und politischer Verantwortung.

· © Thomas Aurin

Mit »Wir Perser« setzt sich das Deutsche Theater Göttingen mit Aischylos’ Tragödie »Die Perser« auseinander, dem ältesten vollständig überlieferten Drama der europäischen Theatergeschichte. Der antike Text beschreibt die Niederlage des Perserreichs gegen die Griechen aus der Perspektive der Besiegten und stellt damit eine Ausnahme innerhalb der klassischen Tragödien dar.

Die Inszenierung nimmt diesen Blickwechsel zum Ausgangspunkt und überträgt ihn auf gegenwärtige Fragen nach politischer Macht, Kriegsfolgen und kollektiver Verantwortung. Statt heroischer Erzählungen stehen Verlust, Erschütterung und die Mechanismen von Herrschaft im Zentrum. Der Stoff wird dabei nicht museal behandelt, sondern als offenes Material verstanden, das nach heutigen Lesarten verlangt.

Regie und Dramaturgie arbeiten mit einer Verdichtung des Textes und mit chorischen Elementen, die das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft in den Fokus rücken. Die Inszenierung untersucht, wie politische Entscheidungen sich in Körpern, Stimmen und Haltungen einschreiben und wie Erinnerung zur Verhandlungssache wird. »Wir Perser« versteht sich so als theatrale Auseinandersetzung mit einem kanonischen Text und seiner anhaltenden Aktualität.

Regie & Gestaltung:

  • Regie: Branko Janack  

  • Bühne: Moïra Gilliéron  

  • Kostüme: Moïra Gilliéron  

  • Musik: Max Nübling  

  • Dramaturgie: Stephanie Wedekind  

Besetzung:

Andrea Strube, Paul Trempnau, Jenny Weichert, Leonard Wilhelm, Tara Helena Weiß, Nathalie Thiede und Marco Matthes.  

»Das wird wunderbar dargestellt zu Beginn, als sie so übertrieben schluchzen und sich in die Arme fallen. Man kann lachen und merkt gleichzeitig mit Schaudern, dass unsere Gesellschaft in vielen Bereichen ähnlich funktioniert.«

(Vera John, Die deutsche Bühne)

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