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Anastasia Shubina »Erste Orientierungsversuche in der Welt der Kahlköpfe«

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KAZ +Hintergrund
Die Autodidaktin Anastasia Shubina verwandelt abgelegte Objekte und ihr eigenes Bild in neue Erzählungen – voller Identität, Erinnerung & Wandel.

Anastasia Shubinas künstlerische Arbeit entspringt einem natürlichen Interesse an der Geschichte von Objekten, die einst als Symbole von Wohlstand galten, im Laufe der Zeit jedoch an Bedeutung verloren haben. In ihrer Kunst verleiht sie diesen Dingen ein neues Leben, indem sie ihnen Bedeutungen entlockt, die aus dem heutigen kollektiven Bewusstsein stammen – geprägt von Filmen, Nachrichten und Bildern der Popkultur.

Ihre Werke sind Ausdruck des tiefen Wunsches, die Zeit anzuhalten und der Vergänglichkeit etwas entgegenzusetzen. Alte, scheinbar wertlose Gegenstände verwandeln sich in ihren Arbeiten zu Trägern neuer Bedeutungen. So regen sie auf überraschende Weise dazu an, über unser Verhältnis zu Konsum, Geschichte und kulturellem Gedächtnis nachzudenken.

Als Anastasia Shubina im August 2024 die Diagnose Krebs erhielt, setzte sie auch in dieser existenziellen Situation ihre künstlerische Vorstellungskraft ein. Sie machte sich selbst zum Gegenstand ihrer Arbeit und wählte ihren kahlen Kopf – ein Symbol, das üblicherweise mit Krankheit und Stigmatisierung assoziiert wird – als Ausgangspunkt. In der Werkreihe „Erste Orientierungsversuche in der Welt der Kahlköpfe“ verschmilzt sie ihr eigenes Bild mit dem berühmter Glatzköpfiger – von Jeff Bezos bis zur Roboterfrau Sophia. Mit spielerischem, zugleich ironischem Blick verwandelt sie ihre persönliche Erfahrung in eine künstlerische Reflexion über Identität, Vergänglichkeit und die transformierende Kraft neuer Perspektiven.

Anastasia Shubina wurde 1967 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren. Sie studierte Geschichte, Völkerkunde und Anthropologie an der Staatlichen Universität Leningrad sowie später Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ihre künstlerische Laufbahn begann im Jahr 2020. Seither arbeitet sie an der Schnittstelle von Konzeptkunst, kultureller Anthropologie und persönlicher Erinnerung. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl ihrer Werke aus den vergangenen Jahren.

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