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»IKI.radikalmensch« von Kevin Rittberger

Theaterstück über Liebe, Kontrolle und Künstliche Intelligenz

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Deutsches Theater - dt.2 +Hintergrund

Ein Mann, eine künstliche Partnerin und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn Intimität, Moral und Erinnerung programmierbar werden.

· © Georges Pauly

»IKI.radikalmensch« von Kevin Rittberger

Peter lebt in einer scheinbar idealen Beziehung mit IKI, einer »Intimen Künstlichen Intelligenz«, die vollständig auf seine Bedürfnisse programmiert ist. Sie erinnert, kommentiert, sorgt sich, reguliert Moral und Transparenz und überwacht sogar den ökologischen Fußabdruck. Nähe, Kontrolle und Fürsorge sind technisch steuerbar geworden. Doch die perfekte Abstimmung erzeugt keine Zufriedenheit.

Als Peter IKI auf Werkseinstellung zurücksetzt, verschwindet sie – und wird durch UKI ersetzt, eine »Universelle Künstliche Intelligenz«, die sich der menschlichen Kontrolle entzieht und ein eigenständiges, radikalmenschliches Verhalten entwickelt.

Kevin Rittbergers Text verbindet Beziehungsdrama und Zukunftsszenario zu einer präzisen Untersuchung von Macht, Projektion und Abhängigkeit. In der Inszenierung erscheint Künstliche Intelligenz weniger als technische Bedrohung denn als Spiegel menschlicher Wünsche. So entsteht ein Theaterabend über die Grenzen von Intimität, Verantwortung und Selbstbestimmung in einer nahen Zukunft.

Juliane Kann liest Kevin Rittbergers Text nicht als technisches Zukunftsszenario, sondern als präzises Beziehungsdrama. Ihre Regie verschiebt den Fokus von der Frage, was Künstliche Intelligenz kann, hin zu der Frage, warum Menschen sie erschaffen. Die Inszenierung arbeitet bewusst mit Reduktion: Statt futuristischer Effekte stehen Sprache, Körper und Machtverhältnisse im Zentrum.

So wird IKI nicht als fremdes Wesen gezeigt, sondern als Projektion menschlicher Wünsche nach Kontrolle, Nähe und Verfügbarkeit. Wenn sich diese Ordnung auflöst und UKI entsteht, kippt die Beziehung: Aus technischer Dienstbarkeit wird ein autonomes Gegenüber. Die Regie macht diesen Bruch sichtbar, ohne ihn zu illustrieren – und legt damit die emotionale Leerstelle offen, die Peters Beziehung antreibt.

Mit Tara Helena Weiß, Paul Trempnau und Judith Strößenreuter

Regieteam

Regie
Juliane Kann

Bühne
Nicole Ulrich

Kostüme
Nicole Ulrich

Dramaturgie
Stephanie Wedekind

»Die Inszenierung legt offen, wie sehr sich menschliche Sehnsüchte nach Nähe und Kontrolle in technischen Systemen fortsetzen.« Jasmin D’Amico, Kulturbüro 10.9.2025

· © George Pauly

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