Unter dem Titel »Mobile Homes. Nomaden hinterlassen keine Ruinen« lädt das Kunsthaus Göttingen zu einer Fotoausstellung von Winfried Bullinger ein. Kuratiert von Thomas Schirmböck präsentiert die Ausstellung Bullingers Fotografien von Häusern, Hütten und Zelten von Nomaden in Ost- und Zentralafrika.
Seit 2008 dokumentiert Bullinger mit seinem Fotoprojekt indigene Architekturtraditionen, die in der postkolonialen Ära weitgehend in Vergessenheit geraten und heute durch veränderte Lebensweisen bedroht sind.
Seine Bilder, die er mit einer Großformatkamera und der Silbergelatine-Technik aufnimmt, entstehen im Dialog mit den Bewohnern und zeigen Architektur als direkte, über Jahrhunderte verfeinerte Reaktion auf die spezifische Umgebung und Kultur der jeweiligen idigenen Gruppe. Das Ergebnis ist eine wertvolle Dokumentation eines wenig beachteten und rasch verschwindenden Teils des afrikanischen Architekturerbes.
Die Ausstellung im Kunsthaus Göttingen dauert bis zum 7. September 2025 fort und wird nach den Sommerferien von einem Veranstaltungsprogramm begleitet, dass sich unter anderem mit dem Konzept der "nomadischen Architektur", mit dem "ethnographischen Blick" und mit der kolonialen Vergangenheit Göttingens befasst.
Darüber hinaus beginnt mit dieser Ausstellung auch das kunstpädagogische Vermittlungsprogramm für Kinder- und Jugendgruppen, das ab sofort auf Anfrage angeboten wird.
Das Kunsthaus Göttingen ist ein Ausstellungshaus für Arbeiten auf Papier, Fotografie und neue Medien, das im Juni 2021 eröffnet hat. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst mit internationaler Ausrichtung. Pro Jahr finden drei bis vier große Ausstellungen als umfangreiche Einzel- oder Gruppenausstellungen statt, die auf drei Ebenen in großzügigen Galerieräumen gezeigt werden. Dazu lädt ein begleitendes Veranstaltungsprogramm mit Vermittlungsangeboten, Führungen und Events regelmäßig ins Kunsthaus Göttingen und das Kunstquartier Göttingen ein.
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