Kultursommer

Heiße Sommertemperaturen trafen letzten Sonntag auf heiße Themen, als der Kabarettist, Schauspieler und Sänger Chin Meyer um 20 Uhr die Bühne des Alten Rathauses in Göttingen betrat. “Wie heißen Sie mit Vornamen? Was machen Sie beruflich? Wie hoch schätzen Sie Ihre Macht auf einer Skala von eins bis zehn ein?", fragte er einige Gäste im Publikum zu Beginn der Veranstaltung.

Seine erste Frage gab zugleich einen Vorgeschmack auf das erste Thema: Macht! Chin Meyer zeigte sich skeptisch gegenüber dem Ausbau künstlicher Intelligenz, die natürliche sei dafür noch nicht bereit. Gaulands Vorstellung davon, wer wirklich deutsch sei, bietet in Anbetracht geschichtlicher Fakten, berechtigten Anlass am natürlichen Verstand der Menschheit zu zweifeln. Auch die Richtigkeit der finanziellen Unterstützung von Donald Trump durch die Europäische Zentralbank sei als Maßnahme zur „Integration geistig behinderter am Arbeitsmarkt“ fragwürdig.

In Gestalt des Steuerfahnders „Siegmund Treiber“, der Figur mit der Chin Meyer berühmt wurde, erklärte er dem Publikum, wie man durch die Gründung einer Unternehmenskette im Ausland richtig Steuern hinterzieht. Claus Dieter Bandorf bot mit musikalischer Begleitung am Piano und mit Gesang eine amüsante musikalische Untermalung des Bühnenprogramms. Insbesondere der Song „I need a Dollar“ von Aloe Blacc, der in regulären Abständen wiederholt wurde, verknüpfte Chin Meyers einzelne Rollen zu einem großen, vom Geld gesteuerten Ganzen.

Die Funktion des Geldes als Machtinstrument und Maßstab für den Wert materieller und immaterieller Dinge wurzelt in der Vergangenheit. Mit dem Einflechten geschichtlicher Exkurse verlieh Chin Meyer seinem Humor ein hohes Maß an Transparenz. So existiert der Geldschein seit erst dreihundert Jahren. Der „Schein“ im Wort impliziert, dass ein "vorhandensein" nicht notwendig ist. Menschen- und Tieropfer, die einst als Maßstab für den Wert von etwas genommen wurden, ergeben heute keinen Sinn; ausreichend ist der Schein, der allgemein als Realität akzeptiert wird. Sein Einfluss reicht über materielle Güter hinaus, er entscheidet über Macht, damit über den Status in der Gesellschaft und macht somit auch sexy.

Er schließt den Kreis von Macht, Geld und Sex!

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