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Göttinger Symphonieorchester

Ein Abend mit überraschender Wendung erwartete die Besucher des 6. Konzerts des Philharmonischen Zyklus II am Freitagabend in der Stadthalle. Im Mittelpunkt standen die beiden Komponisten Antonín Leopold Dvořák und Joachim Raff. Eine schöne und sich ergänzende Zusammenstellung zweier Werke unter der Leitung von Dirigent Florian Ludwig, beginnend mit Dvořáks Konzert für Klavier und Orchester (g-Moll op. 33), gespielt von Pianist Hinrich Alpers: Zunächst nahezu stürmische Wogen, dann ein Hauch von Ruhe mit zarten Flöten und Klarinetten und vorausschnellenden Klaviersequenzen, die charmant vom Orchester wieder eingefangen wurden. Raffiniert spielte Hinrich Alpers die rasant dahin tänzelnden Tastenklänge, gefolgt von der Schärfe der Streicher, die sich schließlich immer wieder wogenartig erhoben und in voller Orchesterstärke gipfelten. Der zweite Satz zeigte sich hingegen ausgeglichen und mit anmutender Leichtigkeit, teilweise mit wechselnder Intensität, die von Alpers famos gespielt wurde und im letzten Satz in einem steten Auf und Ab von Dramatik und Harmonie wieder zu den stürmischen Elementen des Anfangs zurückkehrten. Eine wechselhaft wie lebhafte Klangvielfalt. Auch die Zugabe, Dvořáks heitere Humoresque, präsentierte Alpers nach begeistertem Applaus mit spielerischer Leichtigkeit.

Äußerst anspruchsvoll wurde es jedoch vor allem im zweiten Teil des Konzerts mit der Symphonie Nr. 9 „Im Sommer“ (e-Moll op. 208) von Joachim Raff. Nach einem sehr kurzfristigen Ausfall der 2. Flötistin entschied sich Dirigent Florian Ludwig, dem Publikum das Stück nicht vorzuenthalten, sondern spontan umzubesetzen: So stand Klarinettist Matthias Mauerer vor der diffizilen Herausforderung, sowohl die 2. Klarinette als auch den Part der 3. Flöte, ebenfalls mit der Klarinette, zu spielen, während der 3. Flötist sowohl die 2. Flöte und im Wechsel dann auch noch die Piccoloflöte spielen sollte. Eine hervorragende Lösung, wie sich im Folgenden zeigen sollte. Denn trotz der Umstände wurde das von Ludwig in seiner Erklärung gegebene Versprechen einer „fulminanten Interpretation“ keineswegs enttäuscht. Es wurde ein stimmungsvolles Konzert, insbesondere der 2. Satz, in dem die Flöten, ebenso der von Mauerer mit der Klarinette gespielte Flötenpart, eine durch und durch harmonische und stimmige Interpretation darboten. Träumerische Sequenzen, klangfroh die Ekloge mit einem zauberhaften Beginn der Oboen und im Kontrast die Tiefe der Geigen. Zum Abschluss der festliche 4. Satz „Zum Erntekranz“, gefolgt von tosendem Applaus mit Bravorufen und sichtbarer Erleichterung in den Gesichtern von Orchester und Dirigent, der Matthias Mauerer dankbar und mit voller Anerkennung seine Blumen überreichte.

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