Musa

Erfolgreiche „Premiere“ in Göttingen für Madeline Juno am Abend des 1. Juni in der Göttinger Musa: Bodenständig, redselig, humorvoll-sympathisch präsentierte sich die 22-jährige Singer-Songwriterin beim Singen über große Themen des Lebens – von Licht und Schatten, Liebe und Schmerz, Glück und Verlust.

Seit sie im Alter von 13 Jahren ihre ersten Songs veröffentlichte, kann die junge Künstlerin bereits auf eine musikalische Erfolgsbahn zurückblicken: Nach ihrem erfolgreichen Debütalbum „The Unknown“ und „Salvation“ erschien im Herbst letzten Jahres „DNA“, das titelgebende Album ihrer aktuellen Tour, mit dem sie eindrucksvoll beweist, dass sie ihr Talent als Geschichtenerzählerin nicht verlernt hat und ihre Musik an Vielseitigkeit und thematischem Reichtum gewonnen hat.

Eingeläutet wurde der Abend mit Sonja, einer jungen Singer-Songwriterin aus Magdeburg, die mit Gitarrenklängen und Songs, angesiedelt zwischen Rock und Pop, bereits für eine angenehm-entspannte Atmosphäre und einen gelungenen Übergang sorgte.
Schon bei ihren ersten Liedern „Halt mich fest“ und „Schatten ohne Licht“ wird deutlich: Die von Madeline Junos kraftvoller Stimme und den ausdrucksstarken Texten transportierten Emotionen werden für jeden spürbar, kombiniert mit erfrischenden Rhythmen und peppig-modernem Sound von Sebastian Henzl am Keyboard, Benjamin Scheufler am Schlagzeug und Joschka Bender (Gitarre).

Madeline Juno präsentierte sich redselig, führte unterhaltsame Anekdoten, Hintergründe und Entstehungsgeschichten zu ihren Songs an. „Durchsichtig“, ein Song, den sie gemeinsam mit Gitarrist Joschka entwickelt und produziert hatte, sei im Winter vor dem Hintergrund eines trüben, grauen Bildes der Einsamkeit und des Verlorengehens in der Millionenstadt Berlin entstanden. „Verlernt“ trage den Gedanken des Muskelgedächtnisses in sich, das auch in schweren Zeiten stets an die Wiederkehr des Guten erinnern würde, denn „im Kopf [ist] programmiert, wie leben geht“.

Schwere und Einsamkeit wechselten mit Leichtigkeit und Glück: Mit „Verlier mich in Dir“ transportiert sie die Leichtigkeit der Glücksbärlis der 90er, „Mein Herz tanzt“ ist der Inbegriff des federleichten Gefühls des Verliebtseins. Ebenso vielseitig auch die musikalischen Darbietungen ihrer „Kapelle“, wie sie die dreiköpfige Band liebevoll zu nennen pflegte: Elektroklänge wechselten mit sanften Gitarrenakkorden und hellen Keyboardmelodien, ruhige Akustik mit ausdrucksstarken Rockpassagen („Von jetzt an Licht“). Mit Energie und Leidenschaft animierte sie das textsichere Publikum zum Mitsingen, Klatschen und Tanzen.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit sorgte für besonders berührende Momente: Bei drehender Discokugel und gedämmtem Licht nahm sie die Gäste mit zu ihren musikalischen Anfängen, zu dem Song, der ihr alle Türen öffnete: „Error“. Mit zarter Stimme, Worten der Verzweiflung und des Schmerzes („I’m down here, I’m broken“, „All the angels left me“), begleitet von sanften Klavierpassagen, ließ sie die Zuhörer den Schmerz des großen Liebeskummers, den sie in diesem Song verarbeitet, fühlen – ein Moment, der unter die Haut ging. Nicht weniger bewegend auch „Zeitlupe“ – damit gelang es ihr, nicht eine „Affäre“, aber eine Atmosphäre des Lebens zu schaffen – ein Versprecher, der für allgemeine Erheiterung sorgte. Eine Atmosphäre des Lebens für den Moment, der in einer Welt der Schnelllebigkeit, Reizüberflutung, Druck und Eile nur allzu oft in Vergessenheit gerät.

Ein bewegend-heiterer Konzertabend in entspannter Atmosphäre. Mit ihrer erfrischend leichten und sympathischen Art, melancholisch-nachdenklichen Texten und animierenden Melodien gelang es ihr, so manches Herz zu berühren. Der Deal für ihren nächsten Besuch in Göttingen: Verdopplung der Zuhörerzahl bei einem ebenso anregenden, fröhlichen Ambiente.

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