Willkommen im Kulturbüro Göttingen


Lieber Gast,
herzlich willkommen auf den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Sie finden hier ein großes Angebot an Terminen, Spielplänen, Tipps und Rezensionen.
Um dieses Angebot frei verfügbar anbieten zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns, wenn Sie sich an der Finanzierung dieses Angebotes beteiligen würden. Lesen Sie mehr über die Möglichkeiten – von der Einmalzahlung bis zur Jahresmitgliedschaft.

Göttinger Symphonie Orchester

Mit dem 3. und letzten Konzert des Zyklus Kulturelle Begegnung war es für Christoph Mathias Mueller ein weiterer Schritt in Richtung Abschied vom Göttinger Symphonieorchester und seinem treuen Publikum. Ein Zyklus, der Mueller, wie er betonte, sehr am Herzen liege, weswegen er sich im fast ausverkauften Deutschen Theater noch einmal herzlich für das große Interesse bedankte. Nachdem in den vorherigen Konzerten Werke aus Argentinien und der Schweiz präsentiert wurden, standen an diesem Nachmittag Komponisten aus dem ehemaligen Jugoslawien im Mittelpunkt, mit der Intention, dieses von Konflikten geprägte Gebiet zumindest musikalisch zusammenzuführen. Das Thema der Zuginstrumente wurde auch in diesem Konzert fortgeführt, nach dem argentinischen Bandoneon und dem Schwyzerörgeli, stand das Akkordeon im Fokus, gespielt von Goran Stevanovic.

Das Konzert wurde mit der „Simfonijsko kolo op. 12 Sevdah-Nocturno“ von Jakov Gotovac eröffnet, ein traditioneller Reigentanz, beginnend mit einem nahezu fliegenden Part der Streicher und einem hervorragend gespielten Thema der Blasinstrumente. Es folgte ein dynamischer Wechsel von stechend hohen und tiefen Geigenklängen, dem sich eine dahineilende volle Orchesterpassage anschloss und in einem tosenden Schluss, aber sanften Finale gipfelte. In einem kleinen Solostück stellte Goran Stevanovic sein Akkordeon vor. Ein Instrument mit einer großen Vielfalt dynamischer Nuancen, das durch seine tiefe Klangfarbe Melancholie, Tragik und Sehnsucht sehr intensiv zum Ausdruck bringen kann, wie sich in Stevanovic Spiel deutlich zeigte. Sein meisterhaftes Können präsentierte er jedoch vor allem in dem Stück „Forgotten Athens IV“ von der persönlich anwesenden Aleksandra Vrebalow. Ein sehr experimentelles Stück, das mit sanften Klängen von Celesta und Harfe begann, anschließend in verwobene Klangkünste überging, aber dennoch immer wieder in harmonische Akkordeon-Passagen zurückfand. Auch mit „Sto Maraka – Ommaggio a Clara Schumann“ von Aleksandar Sedlar zeigte Stevanovic erneut viele Facetten des Akkordeons. Eine stimmungsvolle und grandios gespielte Komposition, teilweise stürmisch, aber auch humorvoll und frisch mit lockeren rumba-ähnlichen Elementen, dann wieder voller Sehnsucht und Leidenschaft, belohnt mit tosendem Applaus im Saal.

Rhythmisch und lebhaft war es mit „Yugoslav Sketches from „Bridge” von Francis Chagrin. Im 1. Satz besonders sinnlich mit einem Zusammenspiel von Celesta und Harfe, unterlegt mit sanftem Pizzicato der Streicher. Im 2. Satz mit unterschiedlichen Stimmen der Geigen, leicht unruhig, um sich im letzten Satz mit Marschelementen, Trommeln und voller Bläserpräsenz zu entladen. In „Nocturno“ von Josip Štolcer-Slavenski folgten voluminöse Klänge und gleichzeitig wiederkehrende Harmonie der Streicher. Zauberhaft war insbesondere eine sehr sinnliche Passage, die einer „nächtlichen Stimmung“ (Mueller) ähnelte.

Zum Abschluss dieses facettenreichen Programms gab es schließlich mit Johann Sebastian Bachs Konzert für Cembalo, Streicher und B. C. Nr. 3 (D-Dur BWV 1054, 2. Satz) einen besinnlichen und melancholischen Ausklang. An diesem Nachmittag mit Akkordeonklängen anstelle des Cembalos, die sich auch hier hervorragend in die Klangwelt des Orchesters einfügten und für diese interessante Konstellation wie gemacht erschienen.

Ein gelungenes Konzert mit langanhaltendem Applaus und einer Zugabe von Stevanovic.

 

Kommentare powered by CComment

passende Artikel

NDR Soundcheck

Nikolausberger Musiktage

Tanz-Kultur-Woche

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok