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Händel-Festspiele

FOG im Fokus

Das ist ein Klingen und Dröhnen in der Marienkirche. Auch wenn jetzt nicht wie in Heinrich Heines „Buch der Lieder“ Pauken und Schalmeien einsetzen. Oboen und Fagotte schwingen sich auf und erzeugen diese wunderbaren Wirbel mit den Melodielinien und den Harmonien. Eine herrlich belebende Wirkung entfaltet sich in der Marienkirche mit der „Oboe-Band“ des Festspielorchesters und der g-Moll Sonate Nr. 2 von Jan Dismas Zelenka – und das mit dem Glitzern und Strömen, das Heine in den Stimmen der Instrumente vernommen hat. Hier umspielen sie so manche musikalische Stromschnelle in Zelenkas Komposition und lassen dabei das Bild eines vielstimmigen Flusslaufes entstehen, auf dem die Musiker gemeinsam unterwegs sind.

Natürlich lässt an diesem Abend zunächst die Besetzung aufhorchen. Oboe und Fagott finden ja nicht allzu häufig in dieser kammermusikalischen Kombination zusammen. Man könnte von Gegensätzen sprechen, die eine besondere Anziehungskraft entwickeln. Mit den hellen, oft so artistisch anmutenden Höhenflügen der Oboe, die mit dem Fagott auf diese geerdeten Schwingen trifft und die dunklen Klangräume, in denen es auch rhythmisch kraftvoll pulsiert. Umso faszinierender ist der Dialog der Stimmfarben, die sich bei Zelenka wechselseitig bekräftigen und wunderbar virtuos bestürmen.

Nach diesem Sturm und Drang Feuerwerk, das Susanne Reger und Kristin Linde mit den Oboen im Dialog mit Rhoda Patrick und Stephan von Hoff am Fagott sowie Alon Sariel an der Theorbe entfalten, wirkt Telemanns e-Moll Triosonate wie ein edles poetisches Apercu. Die fein gemalten Klangfarben erfahren eine weitere Nuance, wenn Rhoda Patrick die Höhenflüge der Oboe nun mit der Blockflöte kontrastiert und Alon Sariel an der Barockgitarre ein filigranes Netzwerk spinnt. Damit stimmt die Oboe Band des Festival Orchesters ihr Publikum auch auf die ihre kantilenen Arrangements ein. Zunächst mit einer Arie aus Händels Oratorium „Alexandres Feast“ und dann mit der Canzona d-Moll, die Johann Sebastian Bach ursprünglich für die Orgel geschrieben hatte, Hier erfährt die Canzona ein berührendes sanftes Pathos, wenn die Instrumente wie zu einem Choral der Instrumente verschmelzen.

Beschwingend flanieren die Musiker durch die Sonata d-Moll von Johann Friedrich Fasch. Da glitzern sie wieder, die anmutigen Arabesken in den Stimmen der Oboen mit dem wärmenden Klang der Fagotte und diesem dunklen Zauber, bei dem sich in den Momenten melodischer Kontemplation so wunderbar verweilen lässt. Auf diese berührenden Momente von Andacht verstehen sich natürlich auch die Oben, die in der Zugabe mit Thomas Tollet und seiner Totenklage „The Queens Farewell“ in diesem innigen musikalischen Dialog bezaubern, während die Fagotte sie wieder mit diesen pulsierenden Herztönen bestürmen und klangvoll erden. Auch darüber lässt sich an diesem nächtlichen Konzertabend mit der Oboe-Band in der Marienkirche ins Schwärmen geraten. Über einen ganz besonderen Dialog der Instrumente, die sich so viel zu erzählen haben – weil ihnen die Musiker dabei auch so gerne zuhören.

 

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