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Konzert des OGM in der Johanniskirche

Mit der „Schottischen Phantasie“ für Violine und Orchester von Max Bruch hatte Dirigent Johannes Moesus und das Orchester Göttinger Musikfreunde ein sehr attraktives und ziemlich anspruchsvolles Werk in den Mittelpunkt des traditionellen Adventskonzertes in der Johanniskirche gestellt.

Wenn man an Max Bruch und die Violine denkt, denkt man in erster Linie an sein berühmtes Violinkonzert. Die „Schottische Phantasie“ wird eher selten aufgeführt; Bruch hatte das Werk dem Violinisten Pablo de Sarasate gewidmet. Er verwendete in der Komposition schottische Volksmelodien. Deshalb wurde der Geige die Harfe zur Seite gestellt, allerdings eher als Barden-Begleitinstrument.

Natalie Kundirenko zeigte schon mit den ersten Tönen nach der düsteren Orchestereinleitung größte Emotionen: sie nahm das Thema auf und führte es mit großem Bogen weiter. Hingerissen hörte das Publikum in der gut gefüllten Johanniskirche dem auch bis in die höchsten Lagen blitzsaubere Spiel Kundirenkos. Ihre große Virtuosität konnte sie im lebhaften Scherzo unter Beweis stellen.

Leider konnte das Orchester nicht zu jedem Zeitpunkt mit der Solistin mithalten: zum einen stimmten einige Töne und Einsätze nicht, auch hatte Johannes Moesus durchaus Mühe, alle Stimmen zusammenzuhalten. Dazu kamen noch die akustischen Probleme in der Johanniskirche: das Korrespondieren der Solovioline zum Beispiel mit den Holzbläsern kam kaum zur Geltung, ein durchsichtiger Klang konnte in der großen Kirche nicht hervorgezaubert werden. Das ist schade, weil dadurch die vermutlich guten Einzelleistungen der Instrumentalisten nicht recht gewürdigt werden konnten.

Das traf auf die „Christmas Ouverture“ von Samuel Coleridge-Taylor nicht zu. Denn der 1875 geborene Komponist verwendete nicht nur zahlreiche britische Weihnachtslieder, sondern instrumentierte das Orchester sehr effektvoll zum Beispiel mit Glocken. Diese Ouvertüre war ein schöner Anfang in das Konzert.

Den Abschluss bildete die Sinfonie Nr. 4 d-Moll von Robert Schumann. Und auch hier stand die Kirchenakustik dem Orchester im Weg: es kam im Kirchenschiff nur ein einziger Klangteppich an, der der Musik Schumanns nicht gerecht werden konnte. Auch hier waren es die Klänge der Holzbläser, die einfach untergingen: es waren nicht die schönen Fagott-Läufe zu hören und auch nicht das Solospiel der ersten Oboe. Schade.
Dabei spornte Johannes Moesus mit seinem Dirigat die Hobbymusiker immer wieder an, sein Tempo und seine Dynamik zu übernehmen.

Nun sind in der Johanniskirche durchaus größere Orchesterbesetzungen zu hören, wenn zum Beispiel die Stadtkantorei große Oratorien aufführt. Da gelingt es durchaus, der sensiblen Akustik Rechnung zu tragen. Aber womöglich verbessert sich die Akustik der Kirche nach der Innenrenovierung so entscheidend, dass das OGM guten Gewissens auch in Zukunft seine Konzerte dort veranstalten kann. Verdient hätten es die engagiert aufspielenenden Musiker allemal.

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