Portrait

Wo und wann genau die musikalische Reise dieses jungen Künstlers begonnen hat, ist nicht ganz klar zu sagen. Heute ist es allerdings ganz klar: Controverse, der im musikalischen Kontext lieber nur unter seinem Künstlernamen genannt werden möchte, und die Musik gehören zusammen.

Controverse, der gebürtig aus Hameln stammt, begann, wie viele andere Kinder auch, in der Grundschulzeit das erste Instrument zu spielen. Der Unterricht auf der Konzert-Gitarre machte Spaß, war jedoch nach sechs Jahren nicht mehr ganz das, was sich Controverse als Jugendlicher wünschte und wurde nach einer kurzen musikalischen Pause schnell durch das Keyboard abgelöst. Mit 16 Jahren beendete er jedoch auch den Keyboard-Unterricht und suchte nach neuen musikalischen Inspirationen in anderen Umfeldern.

2010 traf Controverse auf einem Austausch nach England auf andere musikalisch-interessierte Jugendliche. Kurz zuvor hatte er den englischsprachigen Sprechgesang mit Eminem für sich entdeckt und nutzte diese neue Inspiration gleich beim spontanen gemeinsamen Schreiben eines Rap Textes.

Von diesem Erlebnis ermutigt begann er seine ersten richtigen Lieder zu schreiben. Im Sommer dieses Jahres bekam er dann sogar die Möglichkeit, diese günstig in einem Studio aufzunehmen. Diese Songs seien jedoch noch „ganz ganz schlimm und nicht ernst zu nehmen“ gewesen, so Controverse. Um die Lieder in Zukunft selbst besser begleiten zu können, begann er 2011 aktiv Begleit-Gitarre zu lernen. Das Schreiben und Spielen der eigenen Musik ging weiter und so sammelten sich über die Zeit genug Lieder, um 2014 ein erstes Demo-Album namens „Rapincarnation“ aufzunehmen. Dieses beinhaltete vor allem erste selbstgetextete Rap Lieder (Sprechgesang). Controverse erkundigte sich in Sachen Vermarktung, lehnte jedoch die angebotenen Bedingungen eines Independent Labels aus Osnabrück ab, da die Angebote über Selbstfinanzierung für ihn unpassend waren.

2015 war dann vor allem von einem Lebenswandel geprägt. Er begann sein Theologiestudium in Göttingen. Im November 2015 nahm Controverse an einem Songwriter-Workshop der niedersächsischen Landeskirche mit Philipp Poisel teil. Hier bekam er erste richtige Einblicke darin, wie es eigentlich wirklich ist, professioneller Musiker zu sein, professionelle Aufnahmen und professionelle Vermarktung zu machen. Hier begann sich auch seine heute federführende Überzeugung zu entwickeln: Rap muss nicht immer hart sein, seine weiche Art des Sprechgesangs kommt auch gut an und hebt sich vor allem von der breiten Masse ab. Nach dem Workshop kam wieder das Thema Studio-Aufnahmen und Vermarktung auf. Ziemlich schnell wurde klar, dass reine Hip-Hop-Produzenten nicht passten. Diese, so Controverse, seien heute sehr festgefahren und wohl für Variationen wie „soften Rap“ nicht so offen. Diese Einstellung begleitete seine weitere musikalische Entwicklung maßgeblich.

Über eine Teilnehmerin des Workshops trat er in Kontakt mit Alexander Veth, dem Schlagzeuger und Produzenten der Band „Menschenkind“ aus Hannover, mit dessen Hilfe Controverse 2017 sein erstes professionelles Demotape produzieren konnte, auf dem zum Beispiel sein Song „Ich hätte dich noch gern gesehen“ zu hören ist.

In Göttingen spielte Controverse bei einigen offenen Bühnen in der Tangente und im Nörgelbuff und besuchte viele lokale Konzerte der Göttinger Musikerszene und knüpfte so Kontakte zu beispielsweise Tom Schreibers Blume und Luzy. Beim Cafeten-Konzert am IFL lernte er Joachim Linn kennen, der in Göttingen musische Events wie den Wörter-Triathlon organisiert und unter dem Synonym Tscharällo selbst Rap-Musik macht. Controverse und Tscharällo begannen gemeinsam Musik zu machen, sammelten gemeinsam Inspiration zu musikalischen Flows und Reimstrukturen. Außerdem lernte Controverse wichtiges Know-How über Musikproduktion. So knüpft Controverse Stück für Stück ein größeres Netzwerk in der Welt der Musiker und sammelt immer mehr Ideen für neue Songs.

Heute macht Controverse eine schöne musikalische Mischung aus Rap und Singer/Songwriting mit einem Touch Funk. In seinen Liedern verarbeitet er vor allem Ereignisse aus seinem Alltag, aus seiner nicht ganz leichten Jugend und schreibt damit im Grunde über Gott, die Welt, das Miteinander, die Frauen und die Liebe. Allerdings fehlt auch hier keine kritische Seite. So sind manche Songs, wie zum Beispiel „Georg Hipp und der Hauptstrom“, durchaus mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik und Kritik an der musikalischen Entwicklung versehen.

Seine musikalische Inspiration soll auf jeden Fall später auch seine Arbeit als Pastor prägen. Eine Idee, die es zu verwirklichen gilt, ist ein Hip-Hop-Krippenspiel das auch wieder mehr junge Leute in die Kirche bringt.

In Controverse Musik reinschnuppern, die Lieder aus dem professionellen Demotape hören, sowie die neusten Geschehnisse seines Musikerlebens erfahren, kann man auf facebook, soundcloud und youtube

Live zu erleben ist der junge Künstler mit den außergewöhnlichen Ideen und der einzigartigen, hörenswerten Musikmischung schon bald. Das Konzert von Controverse findet am 17. Mai 2018 ab 21:00 Uhr (Einlass 20:00 Uhr) im Nörgelbuff in Göttingen statt. Unterstützt wird er von der Göttinger Musikerin Luzy und Tscharällo. 

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