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„Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms mit dem Chor und Orchester der Universität Göttingen in der St. Jakobikirche

Freitag, 22 Dezember 2017 19:06

Bemerkenswerte Einzelleistungen

Weihnachtskonzert mit dem Göttinger Universitätschor und Mitgliedern des Universitätsorchesters in der Nikolaikirche.

Das Göttinger Universitätsorchester unter Ingolf Helm spielte Beethoven, Grieg und Brahms

Freitag, 19 Mai 2017 19:32

Halleluja!

Aufführung des „Messias“ von Unichor, Barockorchester und Solisten

Montag, 30 Januar 2017 12:48

Mit Bravour gespielt

Zwei vom Komponisten unvollendete Werke führten Universitätschor und -orchester zum Semesterabschluss auf. Diese Zusammenstellung hatte ihren eigenen Reiz, auch wenn Mozarts Requiem ergänzt und vervollständigt wurde – zur Aufführung kam die Fassung von Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr. Das Universitätsorchester unter Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm eröffnete den Abend mit der Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert – der „Unvollendeten“. Die Kontraste zwischen und innerhalb der beiden Sätze arbeitete Helm deutlich heraus und konnte sich hierbei auf die jungen Musikerinnen und Musiker verlassen, die mit viel Enthusiasmus das Werk zum Klingen brachten.

Im zweiten Teil des Abends konnte insbesondere der Universitätschor glänzen. Mozarts Requiem erfordert eine hohe Präsenz der Mitwirkenden. Die jungen Sängerinnen und Sänger waren hochkonzentriert und gut einstudiert dabei, was ihnen die Freiheit gab, den Blick auffallend häufig von den Noten zu lösen. Das brachte durch den direkten Kontakt zum Dirigenten nicht nur einen wunderbar leichten und homogen geformten Chorklang, sondern für das Publikum auch einen erfreulichen Anblick. Die Gesangssolisten waren Theresa Sommer (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), und Yannick Spanier (Bass). Für den kurzfristig erkrankten Sebastian Franz war Florian Lohmann (Tenor) eingesprungen. Die Solisten harmonierten bestens und ließen den Abend zum Erlebnis werden, da die Gesangssolisten in diesem Stück häufig im Quartett gefordert sind. Einzig Theresa Sommer fiel durch etwas angestrengte Stimmführung und deutliches Vibrato etwas aus dem Rahmen. Das Orchester begleitete zuverlässig und stellte sich seiner Aufgabe auf einem hohen Niveau. Die gelegentlichen Intonationstrübungen schmälerten die Gesamtleistung nicht. Mozart hat in seinem Requiem nur tiefe Holzbläser eingesetzt und erreicht damit eine besondere, einem Totengedenken gemäße, Klangfarbe. Hier sind besonders die Bassetthörner zu erwähnen, Instrumente, die üblicherweise Laienspielern nicht zur Verfügung stehen, hier aber von den beiden Studentinnen mit Bravour gespielt wurden.

Die gewählten Tempi verlangten lange Spannungsbögen vom Chor. Eine Anforderung, der sich die Sängerinnen und Sänger in bemerkenswerter Weise stellten, der Chorklang war ausgewogen und stimmstark. Das liegt sicher auch an der vorbereitenden Probenarbeit mit Andreas Jedamzik, der in den langen Schlussapplaus von Helm mit einbezogen wurde.

Dienstag, 12 Juli 2016 08:25

Ein klangvoller Sommerabend

Universitätschor und -orchester mit Schubert und Puccini in der Aula

Montag, 08 Februar 2016 14:29

Volkslied-Zitate zum Semesterabschluss

Konzerte des Universitätsorchester in der Aula der Georg-August-Universität

An zwei Abenden musizierte das Universitätsorchester unter der Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm in der jeweils vollbesetzten Aula das Semesterprogramm und begeisterte sein Publikum. Volksliedzitate zogen sich als Roter Faden durch die Stücke des Abends. 

Etliche Kinderlieder sind in Humperdincks Oper Hänsel und Gretel einkomponiert und der Abendsegen „Abends wenn ich schlafen geh‘“ war so beliebt, dass es zum Volkslied wurde. Mit diesem Motiv beginnt die Ouvertüre der Oper. Gleich zu Beginn des Abends konnten die Hörner brillieren, und es waren im Laufe des Abends immer wieder solistische Glanzleistungen zu hören. Dies ist auch das Ergebnis der sorgfältigen Arbeit in den einzelnen Instrumentengruppen. Die vielen Motive der Oper, die in der Ouvertüre verarbeitet sind, wanderten durch die verschiedenen Stimmen, was mit dem wunderbar transparenten Klang des Orchesters gut herausgearbeitet wurde. So startete der Abend mit einem echten Kleinod.

Bruchs Violinkonzert Nr. 1 in g-Moll mit Heidi Schmid als Solistin begeisterte das Publikum und riss es zu Beifallsstürmen hin. Schon gleich von Beginn an setze Schmid mit ihrer zupackenden und präzisen Spielweise deutliche Akzente. Dies übertrug sich auch auf das Orchester und so gestalteten Solistin und die jungen Musizierenden gemeinsam dieses bekannteste Werk des Komponisten, der sich selber im Schatten von Johannes Brahms sah. Der fulminante dritte Satz ließ noch einmal das technische und gestalterische Können der Solistin aufstrahlen und ihre musikalischen Impulse wurden wie in den Sätzen zuvor im musikalischen Dialog vom Orchester aufgenommen und gespiegelt. Als Zugabe spielte Schmid das Grave aus der a-Moll Solo-Suite von Johann Sebastian Bach und entließ damit das Publikum in die Pause.

Im Anschluss stand Tschaikowskys 2. Sinfonie, die „Kleinrussische“, auf dem Programm. Hier ist zunächst die Qualität des sehr informativen Programmhefts zu erwähnen, das diese Sinfonie auch politisch verortete. Sie wurde von Tschaikowsky während eines Urlaubs in der Ukraine komponiert und greift Melodien von Volksliedern auf, die der Komponist dort kennenlernte. Das Werk ist geprägt von einer rhythmischen und melodischen Kleinteiligkeit und Abwechslung, die höchste Präzision und Konzentration erfordert. Diese war bei den jungen Musizierenden im letzten Teil des Abends nicht immer vorhanden, so dass die Feinabstimmung gelegentlich gefährdet war. Dennoch hat auch diese wenig gespielte Sinfonie an diesem Abend das Publikum begeistert, was an den Leistungen der verschiedenen Stimmgruppen lag. Insbesondere in den Bläsergruppen stachen auch hier immer wieder Einzelleistungen bei den solistischen Stellen hervor und zeugten von der hohen Qualität der Musizierenden im Universitätsorchester. Als Beispiel sei die Pikkoloflötistin genannt, die ihren anspruchsvollen Part großartig meisterte.

Das Publikum bedankte sich mit einem langanhaltenden Applaus bei allen Mitwirkenden.

Donnerstag, 28 Januar 2016 12:02

Ausdauernd und federleicht

Rossinis „Messe Solennelle“ mit dem Universitätschor in der Johanniskirche

Der Göttinger Universitätschor ist wieder da: Unter der Leitung von Ingolf Helm gaben die Choristen gemeinsam mit vier Solisten Rossinis „Petite Messe Solennelle“ - und bewiesen damit einmal mehr, wozu sie in der Lage sind.

Rossinis „Messe Solennelle“ erlebt anscheinend zurzeit so etwas wie eine Renaissance: Immer öfter findet sich das geschmeidige, zur schlanken Begleitung von Harmonium (hier: Christopher Weik)und Klavier (hier: Gi Ran Jung) gesetzte Werk auf den Spielplänen städtischer Chöre. Gerade im späten Januar ist das wohltuend für die geschundenen Ohren. Weihnachten und damit verbundene musikalische Qualen sind vorbei, der Schnee schmilzt und frühlingshafte Temperaturen kitzeln verschlafene Eichhörnchen aus ihren holzigen Kobeln. Zeit also für den großen Gourmet unter den Opernkomponisten, Zeit für ein Lob des geschmeidigen Arienkatholizismus': Bühne frei für Gioachino Rossinis „Messe“.

Ausdauernd und federleicht hangelte sich Ingolf Helm durch Rossinis Partitur und seine Sängerinnen und Sänger dankten es ihm mit spürbarer Singfreude. Insgesamt präsentierte sich der Chor mit einem ausgeglichenen, sanften Klang, der gegebenenfalls noch etwas Stärke und Dynamik in den kräftigeren Sätzen der Messe hätte vertragen können. Wunderbar harmonisch allerdings gestaltete sich das Verhältnis zwischen Solisten und Chor: Besonders schön kam das Zusammenspiel im abschließenden Agnus Dei heraus. Anna Bineta Diouf, die als Altistin die Solopartien mit großer Ausdrucksstärke und ergreifendem Timbre sang, wurde nie übertönt, sondern schmiegte sich souverän und mit großem Facettenreichtum in den Gesamtklang ein.

Es ist beeindruckend, dass Jean Christophe Fillol, der erst kurz vor Konzertbeginn als Bariton-Solist für seinen erkrankten Bassisten-Kollegen eingesprungen war, eine so ausgewogene Leistung präsentieren konnte. Uwe Gottwinter sang hierzu mit einem sehr klaren, wenngleich in den höheren Lagen oft etwas spitzen Tenor, und Theresa Sommer bezauberte das Publikum mit einem samtig strahlenden Sopran, der insbesondere in ihrem Crucifixus zu voller Geltung kam.

Dass an diesem Abend der letzte Schnee geschmolzen ist, konnte jeder Göttinger am nächsten Morgen am eigenen Leib erfahren. Und falls daran nicht der eindrucksvolle Vortrag von Chor und Solisten eine Mitschuld trägt, so doch mit Sicherheit der tosende Beifall des Publikums: Man munkelt, dass sogar die Eichhörnchen vor der Johanniskirche für eine kurze Zeit von ihrer beschwerlichen Nusssuche Abstand genommen haben.

Weihnachtskonzert in der Universitätskirche St. Nikolai

Am Freitag, dem 18. Dezember stellte der Unichor gemeinsam mit Mitgliedern des Uniorchesters ein ambitioniertes Weihnachtsprogramm in der Göttinger Nikolaikirche vor.
Anstatt eines zusammenhängenden Werkes präsentierten die Universitätsmusiker ihrem Publikum ganze 17 Stücke nebst einer Zugabe. Kammermusikalische Instrumentalpassagen wechselten sich in losem Zusammenhang mit teils allerdings recht selten gespielten Chorstücken ab. Hier sind allen voran zwei spannende nordische Kompositionen zu nennen: „Heyr himna smiður“ (von Þorkell Sigurbjörnsson) und „Sancta Lucia“ (von Hugo Hammerström), die der Chor mit perfekter Diktion in Isländisch und Schwedisch in ihrer vollen Länge sang. Ebenso angenehm, feierlich und selten gespielt: “In the bleak mid-winter“, aus der Feder des englischen Musikastronomen Gustav Holst.
Der breit gefächerte chormusikalische Flickenteppich wurde ergänzt durch maßvolle Werke Heinrich Schütz': „Also hat Gott die Welt geliebt“, „Tröstet, tröstet mein Volk“, „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, Johannes Eccards: „Übers Gebirg Maria geht“, Wolfgang Carl Briegels: „Mache dich auf und werde Licht“, sowie Mendelssohns: „Weihnachten“ und „Advent“ (beide aus seinen sechs Sprüchen, op.79)“ und - immer wieder gern gehört - „Ehre sei Gott in der Höhe“.
Insgesamt präsentierte der Göttinger Unichor unter Ingolf Helm mit gewohnt routinierter, aber feierlicher Singfreude. Das abschließende akklamierende Singen von Händels „Tochter Zion“ unter Einbezug des Publikums sorgte für ein wohliges Bauchgefühl auf dem Nachhauseweg.
Besonders in den Instrumentalpassagen des Abends wurde deutlich, dass Unichor und Uniorchester Orte des Lernens und Experimentierens sind: Borodins Streichquartett Nr.1 (komponiert in den 1870er Jahren), dessen zweiter Satz von vier Mitgliedern des Uniorchesters vorgetragen wurde, rutschte so teilweise musikalisch in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ebenso bemüht waren der ausdauernde Oboenvortrag der Beethoven'schen Variationen über Mozarts „Là ci darem la mano“, sowie die Darbietung Philippe Gauberts „Divertissement Grec pour deux flutes avec Accompagnement de harpe ou piano“ - hier in einer Fassung für Flöte und Klavierbegleitung.
Sollte es an diesem Abend eine deutliche Schwäche gegeben haben, so liegt diese wahrscheinlich in der Programmwahl, die in ihrer Dramaturgie leicht schwermütig daherkam und mit 17 Einzelbeiträgen beinahe epische Dimensionen annahm. Schade, dass es der gediegen plätschernden Weihnachtsstimmung trotz guten Willens häufig an Tempo, Feuer und Dramatik mangelte. Ein Umstand, der nicht unbedingt den beteiligten Musikern, sondern eher der gewählten Literatur zugeschrieben werden kann.
Alle Musikanten und Ihre Zuhörer waren trotz dieser leichten Schwierigkeiten voller Entzückung, sodass der Abend schließlich mit einer fröhlichen Zugabe abgeschlossen wurde: „Es ist ein Ros entsprungen“.
In dieser christlichen Zeit bleiben dem Rezensenten letztlich besonders Christina Rossettis treffende Verse aus Gustav Holsts Stück “In the bleak mid-winter“ in Erinnerung. Dort hieß es: “If I were a Wise Man – I would do my part. Yet what I can give him: give my heart. “ (Christina Rossetti)

Dienstag, 14 Juli 2015 07:59

Sommerliches Konzert zum Semesterende

Göttinger Universitätsorchester und Universitätschor in der Johanniskirche

Am Wochenende haben das Universitätsorchester und der Universitätschor unter der Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm zum Semesterende das Ergebnis der gemeinsamen musikalischen Arbeit vorgestellt. Das Programm, das in diesem Sommersemester erarbeitet wurde, wurde in zwei Konzerten in der gut gefüllten St. Johanniskirche aufgeführt. Der Abend begann mit Ludwig van Beethovens 6. Sinfonie, der Pastorale. Die von Beethoven gewählte Programmatik dieser Sinfonie stellt passend zur Jahreszeit musikalisch Szenen einer Landpartie, ein Unwetter und die anschließende Ruhe nach dem Sturm dar. Dieses Stück ist für ein studentisches Orchester eine Herausforderung, der sich die Musizierenden mit großem Engagement und Können stellten. Besonders hervorzuheben sind hier die Holz- und Blechbläser, die immer wieder die kleinen, aber heiklen solistischen Stellen mit Bravour meisterten. Die Cello- und Bassgruppe lieferte stets ein zuverlässiges Fundament. Dieses sorgte dafür, dass einige kleinere Ungenauigkeiten zwischen den verschiedenen Stimmgruppen, die vor allem durch die Akustik der Kirche und die Sitzverteilung im Altarraum bedingt waren, schnell aufgefangen werden konnten und den Hörgenuss nicht trübten.

Das zweite Stück des Abends, die Messe Nr. 5 von Franz Schubert in As-Dur steht in einer für Streicher ungünstigen Tonart und stellt damit große Anforderungen an das Können des Orchesters. Aber von dieser Misslichkeit abgesehen, die hörbar keine war, war der Unterschied sofort bemerkbar: dieses Stück ist Kirchenmusik und für den Kirchenraum komponiert. Durch das Hinzukommen des Chores änderte sich auch die Akustik im Altarraum merklich und das gemeinsame Musizieren aller Beteiligten war ein wahrer Hörgenuss. Der Chor beeindruckte durch dynamische Differenzierung sowie den strahlenden und intonationssicheren Chorklang. Die Solisten werden in dieser Messe von Schubert nur gemeinsam als Terzett oder Quartett eingesetzt. Theresa Sommer, Anna Bineta Diouf, Uwe Gottswinter und Yannick Spanier bildeten ein außergewöhnlich ausgewogenes Ensemble großartiger Stimmen, das wunderbar miteinander harmonierte.

Das studentische Kulturticket sorgte für ein auffallend junges Publikum, das begeistert zuhörte  und  anschließend den Musizierenden lange und ausdauernd applaudierte.

Das Semesterabschlusskonzert des Göttinger Universitätsorchesters

Erfreulich viele, auch neue Besucher, die noch nicht so viel Konzerterfahrung hatten, fanden ihren Weg am Freitagabend in die Aula am Wilhelmsplatz und verzichteten auf den spektakulären Bundesliga Rückrundenauftakt. Das doch recht anspruchsvolle Programm des Uniorchesters klang vielversprechend und man durfte gespannt sein, wie die Mitspieler und Mitspielerinnen dies unter der Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm meistern würden.

Zur Einstimmung erklang die Freischütz-Ouvertüre von Carl Maria von Weber, die düster und bedrohlich beginnt. Nach und nach kommen einzelne Themen aus der Oper zum Vorschein, die von den bedrohlichen Anfangsklängen am Anfang noch unterbrochen werden. Vor allem die Streicher ließen das Publikum mit den unterschiedlichen Melodien durch die Welt des Freischütz‘ schwelgen.

Daraufhin die romantischen Klänge der sogenannten Italienischen Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy, die ihren Namen aufgrund einer längeren Italienreise des Komponisten hat, die ihn zu der Symphonie inspirierte. Der erste Satz wird von dem lebhaften Hauptthema dominiert, das durch die Instrumentengruppen wandert. Im Kontrast dazu steht der ruhige zweite und dritte Satz, in denen sich melancholisch anmutende Melodien ausbreiten. Im Finale wird es dann wieder furios, die Bläser wurden durch Triller und Staccati gefordert. Doch auch die Streicher waren mit schnellen Läufen beschäftigt - sie dominierten ohnehin in dieser Symphoni. Das gesamte Ensemble spielte zur Hochform auf!

In Mendelssohns Symphonie spielten die Bläser sehr präzise, mussten sich aber noch ein wenig zurückhalten. In Antonín Dvořáks Symphonie Aus der neuen Welt konnten sie zeigen, was in ihnen steckt. Die Symphonie beginnt zunächst sehr leise, steigert sich dann aber recht schnell zu einem vollen Klang, der spätestens mit dem Einsatz der Posaunen die ganze Aula erfüllte. Der zweite Satz beginnt mit einer traurige Melodie in den Oboen, die später von den Streichern übernommen wird. Wunderbar das Solo des Englisch Horns! Das Scherzo holt den Zuhörer aus dieser traurigen Stimmung zurück und im Finale dürfte das Thema der Blechbläser dem ein oder anderen in einem anderen Zusammenhang bekannt sein...  Die Hörner und die Posaunen gestalteten ihren Part mit Bravour! Dass die Symphonie heute zu den bekanntesten des 19. Jahrhunderts zählt wird durch die Verwendung einzelner Themen in zahlreichen Soundtracks deutlich.

Von einigen kleineren Intonationstrübungen oder Unsauberkeiten abgesehen, war es ein rundum  gelungenes Konzert. Das Engagement und die Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker  sorgte beim kaum älteren Publikum für lang anhaltenden und begeisterten Applaus – und das nicht nur am Ende des Abends.

Sonntag, 21 Dezember 2014 16:10

Jauchzet, frohlocket in St. Nikolai

Das Weihnachtsoratorium mit dem Universitätschor

Schon der Eingangschor beflügelt zum Mitsingen. Dieses wunderbar strahlende „Jauchzet frohlocket“, das der Göttinger Universitätschor in der ausverkauften St. Nikolaikirche anstimmt. Aber ein bisschen müssen sich die Zuhörer bei der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium noch gedulden. Um so mehr dürfen sie sich zunächst von der Arie „Bereite dich, Zion“ berühren lassen und der samtenen Altstimme von Anna Bineta Diouf. Sie werden von Tenor Friedrich Mansberg mit den Versen aus dem Lukasevangelium auf die Weihnachtsgeschichte eingestimmt und bald auch auf viele gemeinsame Choräle,  mit den Solisten, dem Universitätschor und den Mitgliedern des Göttinger Universitätsorchesters unter der Leitung von Ingolf Helm.

Die Einladung zum Mitsingen der Choräle ist im Programmheft angekündigt. Aber mit einer aufmunternden Geste wirbt Helm auch gerne um weitere Stimmen für all die Kirchenlieder, die Bach in seiner klingenden weihnachtlichen Predigt verwebte. Mag diese Form des Singalong  zu Bachs Zeiten auch nicht üblich gewesen sein, so macht es in der Nikokaikirche den Zuhörern eine besondere Freude, die alle Jahre wieder dem Aufruf „Jauchzet, frohlocket“ folgen.  Helm hat sich bei den  ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums für sehr bedachte Tempi entschieden und das nicht nur mit Blick auf das  gemeinschaftliche Chorerlebnis mit den Zuhörern. Ihm ist auch an dem Pathos gelegenen, das in der Weihnachtsgeschichte anklingt und an den Momenten von Andacht zwischen den immer wieder festlich auftrumpfenden Trompeten und den wunderbar innig zirkulierenden Oboen. Jürgen Orelly gibt der majestätischen Bassarie eine innige Farbe, die sanft strahlt. Diese sanfte Strahlkraft hat auch der Sopran von Theresa Sommer. So kommt es im Duett der beiden Solisten zu einem wunderschönen Dialog der Stimmen, die für Momente zu verschmelzen scheinen  - ganz im Geiste der Weihnachtsbotschaft für ein friedliches und versöhnliches Miteinander.

Nach dem begeisterten Schlussapplaus setzte Ingolf Helm ein weiteres musikalisches Zeichen der Andacht für eine Zeit der Besinnlichkeit, mit dem Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“.

Montag, 28 Juli 2014 13:16

Dynamisches Potential

"Carmina burana" mit dem Universitätschor in der Aula

Auf imposante Weise präsentiert sich unter der Leitung von Ingolf Helm der Göttinger Universitätschor mit dem Orffschen Opus magnum, den „Carmina burana“, in einer reduzierten Fassung für Solisten, zwei Klaviere, Schlagwerk und Chor zum Semesterabschluss in der Aula am Wilhelmsplatz.

Das 1937 uraufgeführte Werk, oft auch leicht missverständlich als szenische Kantate bezeichnet, hat eine erstaunliche Rezeptionsgeschichte: Obwohl als entartet bezeichnet – unverständliche Texte und zu sehr am Jazz orientiert –, erfreute sich das Werk großer Beliebtheit bei vielen Nazi-Größen. Orffs Rolle als Komponist während des Nazi-Faschismus ist bis heute strittig; umso überraschender ist die Entwicklung nach 1945, als Carmina Burana zu einem der populärsten Werke auch im internationalen Konzertbetrieb wurde.

Diesem Werk widmete sich auch der Unichor für ein Semester unter der Leitung von Ingolf Helm. Dabei ergibt sich für jeden Chor das Problem, mit der bemerkenswerten Popularität dieses Stückes konfrontiert zu sein: Vielen dürfte vor allem der wirkungsmächtige Eingangs- und Schlusschor „O Fortuna“ im Ohr sein – Wikipedia verrät, auf IMDb seien mehr als 60 Kino- und Fernsehproduktionen aufgelistet, in denen Teile der „Carmina burana“ genutzt worden sind –, während viele Abschnitte des Mittelteils eher unbekannt sind.

Neben seiner Popularität sind es der Aufbau und die kompositorischen Mittel, deren Orff sich bedient, die wesentlich für eine künstlerische Umsetzung des musikalischen Textes sind. Eine ausgeprägte Rhythmus-Gruppe und starke rhythmische Akzentuierungen in den Chorsätzen, das Fehlen motivischer Arbeit und stattdessen der Rückgriff auf Mittel wie Repetitionen, Ostinati und sich teilweise wiederholende Tanzformen dürften die wesentlichen Aspekte sein, mit denen diese ekstatische und übermütige Musik beschrieben werden kann. Wie auch im Notentext überaus deutlich wird, macht der rhythmisch schlagende Duktus den teils mitreißenden Charakter des Werkes aus und stellt eine wesentliche Anforderung an die Musizierenden dar.
Diese Anforderungen des Werkes meisterte der Unichor sehr eindrucksvoll. Gleich zu Beginn beim „O Fortuna“ präsentierte der Chor sein dynamisches Potential, wobei sich jedoch sehr schnell zeigte, dass ein mächtiges Skandieren im hohen Register die Gefahr birgt, gerade die rhythmischen Akzente zu vernachlässigen und in den kontrastierenden, leisen, fast geflüsterten Passagen, die Prägnanz zu verlieren. Doch gerade in den rhythmisch schwierigen Abschnitten wurde der Chor souverän von den Musikern am Schlagwerk gestützt, die trotz krankheitsbedingter Schwierigkeiten wesentlichen Anteil am Gelingen dieser Aufführung hatten. Die beiden Pianisten Valentin Blomer und Michael Schäfer, die in dieser Fassung den Part des Ensembles der von Orff vorgesehenen Instrumente übernahmen, spielten ein professionelles Konzert, wie auch die drei Solisten, die die Soli für Bariton (Daniel Schäfer), Tenor (Friedrich von Mansberg) und Sopran (Theresa Sommer) übernahmen.

Letztlich erscheint Orffs „Carmina Burana“ jedoch vor allem als ein Werk, in dem der Chor im Mittelpunkt steht und nicht die individuelle Versiertheit eines oder mehrerer Musiker. Dieses Werk setzt ein Kollektiv voraus, welches der Unichor, zusammengesetzt aus Studierenden der Universität – die keine Profi-Musiker sind –, darstellt und als solches für ein eindrucksvolles Konzert gelobt werden muss. Der Chor präsentierte sich auf höchst souveräne Art und Weise, und die Singenden zeigten, dass sie dieses Werk nicht nur gerne präsentiert haben, sondern auch mit den wichtigen dynamischen Kontrastierungen, den rhythmischen Nuancen und sehr ausdifferenzierten Klangregistern umgehen können. Jede Kritik an dieser Vorstellung wäre angesichts der Tatsachen – hier treffen sich begeisterte Studierende wöchentlich, um gemeinsam Musik zu machen und ein größeres Werk einzustudieren – eine Kritik auf hohem Niveau. Das einzig Wesentliche bleibt noch immer – so suggeriert es neben der Musik auch der Text – den Genüssen des Lebens zu frönen; und nicht ohne Grund prägte Strawinsky nach der Uraufführung 1937 den wohl negativ intendierten Begriff des Neo-Neandertalismus, um den Orffschen Stil und das, was auf der Bühne stattfand, zu beschreiben.

Montag, 07 Juli 2014 15:30

Bravorufe und Ovationen

Olivier Blache und das Göttinger Universitätsorchester in der Aula

Was tun, wenn sich keiner der Konzertkritiker des Kulturbüros gefunden hat, ein Konzert des Universitätsorchesters zu besuchen – dieses aber unbedingt besprochen werden sollte? Dann greift der Autor zum letzten Mittel und schreibt diesen Text selber, obwohl er aktiv am Konzert mitgewirkt hat und auch sonst dem Ensemble eng verbunden ist.

Deshalb verbietet es sich, die Freundinnen und Freunde zu bewerten. Es sei also zunächst der Chronistenpflicht genüge getan: Am Wochenende präsentierte das Göttinger Universitätsorchester unter der Leitung von Ingolf Helm sein Semesterprogramm in zwei Konzerten. Am Samstagnachmittag zur ungewöhnlichen, aber fußball-kompatiblen Uhrzeit am Nachmittag sowie am Sonntagabend in der dann deutlich besser besuchten Aula der Universität standen die Ouvertüre zu Verdis Oper „Nabucco“, das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven sowie die 4. Sinfonie von Robert Schumann auf dem Programm.

Die Zuhörer honorierten die Leistung des Orchesters mit begeistertem und anhaltendem Beifall.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber der Violin-Solist Olivier Blache. Mit seinen 26 Jahren ist er kaum älter als die Orchestermusiker, er steht noch am Anfang seiner Karriere. In München studiert, hat er gerade seine erste feste Stelle in Lausanne angetreten. Und so war es auch sein erstes Beethoven-Konzert – was man ihm allerdings in keiner Weise anmerkte.

Blache überzeugte durch einen unglaublich variantenreichen Ton – mal innig und sanft, mal kraftvoll und fordernd. Die gelöste lyrische Stimmung des ersten Satzes wurde von ihm aufgegriffen und entlud sich in der halsbrecherischen Kadenz (von Joseph Joachim). Nach diesem Satz musste sich in beiden Aufführungen die Begeisterung im Publikum durch einen Zwischenapplaus entladen.

Im romantischen, zarten zweiten Satz und im glanzvollen dritten Satz konnte Olivier Blache noch einmal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Vor allem in den höchsten Lagen erzeugte Blache einen innigen, warmen und blitzsauberen Klang.

Die Bravorufe und Ovationen hatte er sich redlich verdient und bedankte sich in der Zugabe mit Musik von Bach.

Es ist zu hoffen, dass dieser hochbegabte junge Musiker noch einmal seinen Weg nach Göttingen findet.

Dvořáks "Stabat mater" in der Johanniskirche

In der voll besetzten Göttinger Johanniskirche präsentieren sich Universitätschor und –orchester sehr gut vorbereitet zum Semesterende. Auf dem Programm stand das „Stabat mater“ von Antonín Dvořák. Das Stück ist eine sehr innige und individuelle Auslegung des alten katholischen Hymnus: Dvorak hat es nach dem Tod seiner Kinder komponiert.

Donnerstag, 30 Januar 2014 22:49

Dvořák "Stabat mater" mit dem Unichor

Besetzungsänderung am 1. Februar um 20 Uhr in St. Johannis

Im Konzert des Göttinger Universitätschores und Universitätsorchesters in der Göttinger St. Johanniskirche erklingt das "Stabat mater" von Antonín Dvořák. Als Solisten sind zu hören: die aus Göttingen stammende Sopranistin Theresa Sommer, die von den Händel-Festspielen 2012 bekannte Altistin Mareike Braun, der Tenor Joshua Whitener. Für den erkrankten Hinrich Horn hat kurzfristig Michael Dries von der Staatsoper Hannover die Bass-Partie übernommen.

Es spielt das Universitätsorchester, es singt der Universitätschor. Die Leitung hat der Akademische Musikdirektor Ingolf Helm. Da die Universitätskirche für solch große Oratorien zu klein ist, findet das Konzert in der St. Johanniskirche statt. Beginn ist um 20 Uhr. Eintrittskarten gibt es noch im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Am Sonntag, den 2. Februar wird das Stück in der Liebfrauenkirche in Witzenhausen noch einmal aufgeführt. Beginn dort ist um 18 Uhr.

Montag, 20 Januar 2014 18:15

Drei mal Stabat mater in Göttingen

Unichor am 1.2., Jacobikantorei am 9.2. und Stadtkantorei am 23.3.

Drei evangelische Kirchenmusiker führen in den nächsten Wochen ein „Stabat mater“ auf. Dieser mittelalterliche, katholische Hymnus wurde von zahlreichen Komponisten vertont, allein bei Wikipedia sind 53 Vertonungen aufgeführt, in der Petrucci-Musikbibliothek (http://imslp.org) sind es sogar 458 Treffer.

Dennoch ist die Häufung in Göttingen auffällig. Warum haben sich die Göttinger Chorleiter für dieses katholische Werk entschieden? Das mag Zufall sein. Oder ist es kurz vor dem Luther-Jubiläum 2017 eine Sehnsucht nach katholischen Inhalten? Das vielleicht dann doch nicht.

Dienstag, 03 Dezember 2013 16:32

Adventliche Abendmusik in St. Nikolai

Der Göttinger Universitätschor und Mitglieder des Universitätsorchesters am 18. Dezember um 19 Uhr

Mit adventlichen und weihnachtlichen Chorsätzen, Texten und Instrumentalstücken präsentieren sich kurz vor Weihnachten der Göttinger Universitätschor, Mitglieder des Göttinger Universitätsorchesters und der Akademische Musikdirektor Ingolf Helm.

Mittwoch, 06 November 2013 21:36

Kantate im Universitätsgottesdienst

BWV 99 "Was Gott tut, das ist wohlgetan"

Am kommenden Sonntag, den 10. November 2013, erklingt um 11.30 Uhr im Universitätsgottesdienst in der Nikolaikirche die Kantate "Was Gott tut, das ist wohlgetan", BWV 99 von Johann Sebastian Bach. Als Solisten singen Lena zum Berge - Sopran, Anna Bineta Diouf - Alt, Christoph Grasse - Tenor, Michael Humann - Bass.

Es singt der Göttinger Universitätschor, es spielt das Göttinger Universitätsorchester. Die Leitung hat der Akademischer Musikdirektor Ingolf Helm.
 
Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Seid untertan der Obrigkeit“ – Reformation und Politik II
Der Predigttext ist aus: Römer 13, 1–7
Predigt: Prof. Kaufmann / Prof. Jakubowski-Tiessen  (Seminar für mittlere und neuere Geschichte)

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