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Donnerstag, 15 März 2018 09:58

Klima-Galerie im Deutschen Theater

geschrieben von Deutsches Theater
Erich Sidler, Sandra Hinz, Claudia Weitemeyer Erich Sidler, Sandra Hinz, Claudia Weitemeyer © Photo: Inge Matthes

Bis zum 9. Mai 2018 ist im Deutschen Theater Göttingen eine Klima-Galerie zu besuchen.

Seit Freitag, den 9. März, hat das Deutsche Theater Göttingen eine Galerie. Im oberen Glasfoyer des Theaters verschmelzen Klimaschutz und die optische Umgebung des Göttinger Walls mit theatralen Motiven. Die Ausstellung steht in Zusammenhang mit der kürzlich gefeierten Premiere des ersten Teils von Thomas Köcks Klimatrilogie »paradies fluten« im DT – 1. Gemeinsam mit der Stadtwerke Göttingen AG entstand die Idee, den Klimaschutz zu unterstützen und zu thematisieren. So wurden die Theatermacher und die Stadtwerke Partner. 11 Plakate sind im oberen Glasfoyer zu sehen. 11 Statements, von den Schauspielern des Theaterstücks gesprochen, sind in der Hörbox installiert. Dazwischen Bekenntnisse der Stadtwerke, die sich als regionaler Energieversorger in der Verantwortung sehen, für heutige und zukünftige Generationen in dieser Stadt nachhaltig mit Ressourcen umzugehen und die Energiewende aktiv voranzutreiben.

Die Ausstellung wurde von Claudia Weitemeyer, Stadtwerke Göttingen AG, sowie Sandra Hinz und Erich Sidler, Deutsches Theater Göttingen, eröffnet. Diese ist von montags bis freitags von 10.00 bis 23.00 Uhr zu besuchen, samstags und sonntags von 11.00 bis 23.00 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Karten für die Vorstellung zu »paradies fluten« am Montag, den 19. März und weitere Informationen erhalten Sie unter 0551.49 69-300 | www.dt-goettingen.de

Letzte Änderung am Donnerstag, 15 März 2018 16:32

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    In Victorien Sardous dramatischer Fassung einer Liebesgeschichte, die zum mörderischen Politdrama wird, ist die musikalische Tragödie weiterhin präsent. Schloemer hat seine Textfassung mit musikalischen Zitaten verwebt. In den Arrangements von Michael Frei (Gitarre) und seiner Band „Il Bacio di Tosca“ mit Hans Kaul (Keyboard, Ukulele) und Manfred von der Emde (Schlagzeug, Bass) bilden Puccinis Motive eine harmonisch und rhythmisch verfremdete Zeichensprache. Sie grundiert einzelne Szenen atmosphärisch und bestärkt sie so auch in ihrer Wirkung, wenn Gefühle malträtiert und in Zweifel gezogen werden und sich ein Herrschaftssystem von seiner bösartigen Seite zur Schau stellt.

    Diese Zurschaustellung einer Gesellschaft, in der jedem politischen Abweichler die Folter und der Galgen drohen, betont auch das Bühnenbild von Giulia Paolucci. Ein breites Gestell mit mehreren Etagen dominiert den Raum mit einer Tribüne im Hintergrund und einer Fläche dunkler Erde davor. Wo die Monarchie im Kampf gegen die Republikaner nur noch Dreck aufwirbelt und selbst die mutigsten Gemüter verschandelt, braucht es keine illustrativen Zeichen für Kirchenräume und Künstlerenklaven, den königlichen Palazzo und den Folterkeller auf der Engelsburg. Der Raum verweigert nicht nur jede Form der Privatheit, wenn Floria Tosca (Rebecca Klingenberg) mit dem Maler Mario Caravadossi (Volker Muthmann) wieder eines ihrer leidenschaftlichen Duelle ausfechten. Er macht auch die mörderisch intriganten Manöver des Polizeichefs Baron Sarpia (Gerd Zinck) und seines Schergen Spoletta (Florian Donath) zu einem öffentlichen Ereignis. Für alle Welt sichtbar pokert Chefinquisitor Caraffa (Gabriel von Berlepsch) um die kirchlichen Pfründe an der Seite von Königin Marie-Caroline (Dorothée Neff), die so gerne Köpfe rollen sieht und ihre Terrorkommandos zu genießen scheint. Und auch der flüchtige Republikaner Cesare Angelotti (Moritz Schulze) bekommt für sein Versteck keine Tarnung und beobachtet bereits die Verfolger, die seine Spur aufnehmen. Schloemers Inszenierung hebt so auch die Trennung zwischen Tätern, Opfern und Zuschauern auf. Es hat den Anschein, als ob jede der Bühnenfiguren diesem politischen Terrorsystem zuarbeitet, egal ob sie davon profitiert, die Verhältnisse ignoriert oder einfach den eigenen Status ungefährdet sieht. Dabei kommt nicht nur die Liebe vor den Fall, sondern auch jede Form von Vertrauen, selbst in den vertrauten Gefährten.

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