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Sonntag, 11 März 2018 20:04

Kurzbesuch

Nicholas McGegan in Göttingen

Very British aber auch ein bisschen schottisch und natürlich mit einer Widmung für Georg Friedrich Händel

geschrieben von
Nicholas McGegan Nicholas McGegan © Photo: Steve Sherman

Nicholas McGegan über seinen musikalischen Abstecher mit dem Göttinger Symphonie Orchester

Nach Göttingen lockt es Nicholas McGegan immer wieder. Sei es für eine kammermusikalische Begegnung in der Reihe „Wiener Klassik“ oder wie jetzt zu einem musikalischen Wochenende mit Promenadenkonzerten in Göttingen, Einbeck und Northeim unter dem Motto „Very British“. Bei der Generalprobe in der Stadthalle werden zwar noch keine britische Fähnchen geschwungen, aber gelegentlich gönnt sich der gut gelaunte Gast am Pult einen Blick in das noch leere Auditorium und strahlt. Und das nicht nur bei Händels Feuerwerksmusik sondern auch bei Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebriden Ouvertüre“.

Gern outet sich McGegan auch als großer Mendelssohn Fan. Er sei besonders glücklich, wenn er gebeten werde, diese Ouvertüre zu dirigieren. In diesem Jahr ist das bereits zum zweiten Mal der Fall. Ebenso erging es ihm mit Händels Feuerwerksmusik, die immer wieder auf der Wunschliste seiner Gastgeber steht. Damit bringt der frühere künstlerische Leiter der Internationalen Göttinger Händel Festspiele natürlich gern ein bisschen Pomp in den Konzertsaal, aber eben auf seine Weise. „Dieses Feuerwerk war ein paar Tage in einer Diätklinik,“ witzelt McGegan und freut sich über die Wirkung. Bei ihm dürfen die Trompeten das festliche Zeremoniell erst einmal elegant veredeln, bevor sie ganz im Sinne Händels zum Finale kraftvoll und pompös strahlen.

Jetzt outet sich auch der Edward Elgar Fan, der das Pathos bei „Pomp und Circumstances“ lieber ein bisschen dämpft. „Das muss nicht immer fortissimo sein.“ Er denkt dabei auch an die Entstehungszeit des Stückes und Elgars Vision eines musikalischen Abgesangs auf das nationale Pathos nach dem 1. Weltkrieg, das die nachdenklich reflektierenden Stimmungen überlagerte. An Elgar habe er mit dem Orchester ein bisschen mehr geübt, verrät der Musiker, vor allem an den subtilen Zwischentönen in diesem schönen, subtilen Werk, das eben keine Widmung für Majestäten und andere Würdenträger sei, sondern für die Umstände ihrer Herrschaft und die „circumstances“, die weniger pompös und vielmehr tragisch zu verstehen sind.

Mit dem Komponisten Peter Maxwell Davies teilt McGegan nicht nur seine Liebe zu Schottland sondern auch die vielen gemeinsamen Projekte mit schottischen Kammermusikern und die Festivalabstecher in den Vereinigten Staaten. Zwischen den bekannten Titeln in diesem Promenadenkonzert, die der britische Dirigent charmant als „Bonbons“ bezeichnet, wollte der gebürtige Schotte seinem Publikum neben schottischen Tänzen, Matrosenliedern und klangreichen Landschaftsmotiven auch einen musikalischen Gefährten und seine faszinierenden musikalischen Reflektionen entdecken, um mit den „McDonald Dances“ selbst eine Überraschung zu erleben. Auch wenn seine Plattenfirma davon vermutlich nicht besonders angetan sein dürfte, schwärmt McGegan von Konzertmeisterin Natalia Scholz, die das Violinsolo mit viel mehr Schwung und Feuer als die Kollegin auf der CD spiele - und überhaupt einfach wunderbar sei.

Für die Werke von Georg Friedrich Händel schlägt McGegans Herz natürlich weiterhin. Und so hat er nach seinem GSO Gastspiel für 2018 auch einen Abstecher zu den Händelfestspielen im Sinn. Diesmal allerdings nicht mit einem Konzert, sondern mit einer barocken Zeitreise und einem Stadtrundgang durch London, an der Seite von Georg Friedrich Händel – und mit all den Fotomotiven, die er dazu über lange Jahre gesammelt hat. Musikalische Pläne gibt es dagegen schon für 2020 und das nicht nur für einen Tag. Wenn in Göttingen 100 Jahre Händel-Festspiele gefeiert werden, tourt McGegan mit einem Orchester der New Yorker Juilliard School durch Europa und freut sich auf ein Jubiläumsgastspiel in Göttingen. 

Letzte Änderung am Montag, 12 März 2018 08:56

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