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Mittwoch, 07 März 2018 07:52

PEN-Jahrestagung

Tagung Ende April in Göttingen

Von Meinungsfreiheit, Selbstjustiz in Bangladesch bis hin zur Neuen Rechten und ‚deutschen Meckerköppen‘

geschrieben von Stadt Göttingen, Öffentlichkeitsarbeit

Die Jahrestagung 2018 des deutschen PEN findet vom 26. bis 29. April in Göttingen statt, wo vor genau 70 Jahren das „P.E.N.-Centrum Deutschland“ gegründet wurde. 

„Denken Sie Ihre Gedanken zu Ende!“, forderte der Schriftsteller und Dramatiker Günther Weisenborn 1958 in seiner „Göttinger Kantate“. Unter diesem Motto steht auch die diesjährige Jahrestagung des deutschen PEN, die vom 26.4.-29.4. in Göttingen stattfindet. Von Selbstjustiz in Bangladesch über das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Umgang mit der Neuen Rechten bis hin zu Lichtenbergs Erben und Satire heute: Mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen bietet die PEN-Jahrestagung ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, die Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Dr. Sabine Johannsen, und die PEN-Präsidentin Dr. Regula Venske eröffnen die Jahrestagung am Donnerstag, den 26.4. um 18 Uhr im Alten Rathaus. Am Abend findet um 19.30 Uhr unter Gesprächsführung von hr2-Moderator Alf Mentzer die Diskussionsrunde „Auf der Flucht vor der Machete. Selbstjustiz in Bangladesch“ mit der Writers-in-Exile Beauftragten Franziska Sperr, den beiden Writers-in-Exile Stipendiaten Arpita Roychoudhury und Zobaen Sondhi sowie Dr. Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik statt. Der Autor und Sprecher Gert Heidenreich trägt die deutsche Übersetzung der bengalischen Texte vor. Im Anschluss verleiht der deutsche PEN den mit 4.000 € dotierten Kurt Sigel-Lyrikpreis an die Dichterin Dorothea Grünzweig. Die Laudatio hält der Literaturkritiker Herbert Wiesner.

„Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Neue Rechte“: Wo ist in den gegenwärtigen politischen Diskursen die freie Meinungsäußerung bedroht durch einen Anpassungsmechanismus, der gegensätzlichen Meinungen keinen Resonanzboden bietet? Welche Denkverbote und Denktabus gelten auch im PEN, und wo gilt es, aus der Geschichte lernend „Wehret den Anfängen!“ zu rufen und die Grenzen der Meinungsfreiheit zu markieren? Darüber diskutieren die PEN-Mitglieder Zoë Beck und Ulrich Greiner sowie der Historiker Ulrich Sieg und PEN-Präsidentin Regula Venske am Freitag, den 27.4., um 20 Uhr in der Göttinger Paulinerkirche.

Die Abschlussveranstaltung „Deutsche Meckerköppe - Lichtenbergs Erbe und Satire heute“, eine Matinee im Alten Rathaus, widmet sich am Sonntag, den 29.4., ab 11 Uhr Georg Christoph Lichtenberg, dem Göttinger Ahnherrn von Aphorismus und Satire, und dessen Erbe. Frank Schäfer, Publizist von taz bis titanic, Herausgeber des „Rock-Lexikons“, aber auch Lichtenberg-Experte, gibt eine Einführung, die beiden Autorinnen Angela Krauß und Susanne Fischer stimmen ein oder widersprechen. Die Moderation der Veranstaltung, die nicht nur zur Beruhigung beitragen soll, übernimmt der Schriftsteller Matthias Biskupek.

Die Mitgliederversammlung beschäftigt sich mit Berichten, Debatten, Resolutionen und Zuwahlen neuer Mitglieder. Außerdem feiert der deutsche PEN ein Jubiläum: Vor 70 Jahren wurde in Göttingen das „P.E.N.-Centrum Deutschland“ neu gegründet. Aus diesem Anlass präsentieren wir, begleitend zur Jahrestagung, die Ausstellung zur Geschichte und Bedeutung des PEN seit der Wiedergründung in Göttingen 1948 vom 24.4.-29.4. im Alten Rathaus. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Autoren aus Ost und West, auch Rückkehrer aus der Emigration, darunter Johannes R. Becher, Axel Eggebrecht, Hans Henny Jahnn, Erich Kästner, Hermann Kasack, Elisabeth Langgässer, Theodor Plievier, Anna Seghers, Dolf Sternberger und Günther Weisenborn.

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 März 2018 08:03

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