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Sonntag, 28 Januar 2018 15:26

Jacobikirche

Unichor und -orchester

„Ich will Euch trösten“ - Brahms in Präzision und Perfektion

geschrieben von
Göttinger Universitätschor und -orchester unter Ingolf Helm in der Jacobikirche Göttinger Universitätschor und -orchester unter Ingolf Helm in der Jacobikirche © Photo: Wollenhaupt

„Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms mit dem Chor und Orchester der Universität Göttingen in der St. Jakobikirche

Das „deutsche Requiem“ ist wohl eines der ergreifendsten Werke aus dem Repertoire von Johannes Brahms, ist es doch in Verbindung mit den eigenen Schicksalsschlägen und Verlusten des Komponisten (1833-1897) zu betrachten. Brahms komponierte für seine Zeit eine ganz eigene Variante der Totenmesse und bewegte sich dabei von den klassischen Elementen hin zu einer individuellen Note. Diesem anspruchsvollen Werk widmeten sich der Göttinger Universitätschor und das Göttinger Universitätsorchester unter der Leitung von Ingolf Helm in der atmosphärischen Jacobikirche und beeindruckten dabei die Besucher in zwei nahezu ausverkauften Konzerten.

Beginnend mit dem ersten Satz, der Seligpreisung derer, „die da Leid tragen“, setzte der Universitätschor nach einem sanften Auftakt der Streicher und Hörner mit seiner feinfühligen Stimmkunst ein. Sehr gelungen zeigte sich schon hier das wirklich harmonische Ineinandergreifen der einzelnen ausdrucksstarken Stimmen. Eine fließende Steigerung von zarter zu kraftvoller Dynamik, Präzision auch in den höchsten Stimmlagen, die den ganzen Raum mit ihrer Präsenz erfüllten. Der Abschluss des Satzes mit einem sanften Ausklang vom Chor, in Begleitung von Harfe, Horn und Streichern. Der zweite Satz wirkte pointierter, mit wachsender Tragik und harmonischen Chor- und Orchestersequenzen, zwischen den Höhepunkten von den Streichern getragen. Allein das Gesamtbild von Orchester und Chor im Hintergrund schuf eine imposante Atmosphäre.

Durch das Requiem führten jedoch nicht nur reine Chorpassagen, sondern auch verschiedene Soli, präsentiert von Theresa Sommer (Sopran) und Jean-Christophe Fillol (Bariton) mit ausdrucksstarker Stimme. So erklang im dritten Satz Jean-Christophe Fillols stimmgewaltiges Solo, von Chor und Orchester begleitetet. Nur an wenigen Stellen wurde seine Stimme, kaum merklich, von der starken Präsenz des Orchesters überdeckt. Besonders wirkungsvoll zeigte sich im Anschluss das vom Chor gestaltete „Andante Moderato“, mit hingebungsvoller, ineinander verwobener Stimmvielfalt, absolut gelungen, jauchzend, frohlockend und hoffnungsvoll.

Im fünften Satz dann das bezaubernde Solo von Theresa Sommer, mit einer zugleich sanften wie kraftvollen Stimme, mit warmer Vibration in den langsamen Sequenzen und unter zarter Begleitung der Chorstimmen. Abgelöst im sechsten und anschließenden letzten Satz von Fillol und seinem Solo, hinübergleitend in das Finale mit gleichmäßig wachsender, durch und durch ergreifender Dynamik und schließlich feierlich und ruhig in den Schluss mündend.

Brahms Requiem ist durchzogen von einer Mischung aus Trauer und Tragik, aber auch von einem starken Durchklingen von Hoffnung und Trost, was an diesem Abend sowohl durch die Fähigkeiten des Chors als auch des Orchesters auf das Publikum wirkte. Zu Recht folgte ein lang anhaltender Applaus als anerkennende Würdigung.

Letzte Änderung am Freitag, 09 Februar 2018 20:35

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