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Montag, 21 August 2017 08:43

„We cannot do what we do without people like you“: Legendäres Open-Air-Festival im KWP

geschrieben von
Max Giesinger und seine Band im KWP Max Giesinger und seine Band im KWP Photo: Gooß

Lebhaft, bunt, künstlerisch: Obwohl das Wetter alles andere als einladend war, lockte das legendäre Göttinger Open-Air-Festival zahlreiche Musikfans von nah und fern in die großartige Waldkulisse des Kaiser-Wilhelm-Parks.

Erfrischend authentisch und leidenschaftlich wurden die mit Regencapes und Gummistiefeln ausgerüsteten Besucher des traditionellen Freilicht-Festivals von Tom Schreibers Blume, dem Sieger des Local Heroes Bandcontest 2017, begrüßt: die vierköpfige Band um den charismatischen Sänger Jannes Schreiber faszinierte mit bewegenden Texten über Freundschaft und Liebe, Erlebnisse, Emotionen und Veränderungen des Lebens, in Szene gesetzt mal mit kraftvollem Rock, mal mit ruhigem, gefühlvollem Indie-Pop.

Ein wahrer Genuss für Augen und Ohren wurde dem Publikum nach diesem sehr bewegenden Start mit einer als „Göttinger Urgewächs“ angekündigten Band zuteil: Flooot, die ihr Können bereits als Sieger zahlreicher Wettbewerbe bewiesen hatte, überzeugte mit ihrem einzigartigen, sehr eigenen Stil aus Rock, Rap, Hip-Hop und Reggae, ihren humorvollen Texten und Wortspielen sowie insbesondere mit ihrer musikalischen Liebeserklärung an Göttingen. Doch nicht nur musikalisch zeigte das Quartett Höchstleistung: sie animierten zum Mitsingen und konstruierten mit Springen und Tanzen bis hin zu Limbo-Einlagen unter der Trompete hindurch eine einzigartig künstlerische Bühnenshow, von der man den Blick kaum abwenden konnte.

Nach diesem die Stimmung mächtig ankurbelnden Auftritt wurde es auf dem großen Platz vor der Bühne spürbar enger: dicht an dicht drängten sich die Besucher, in freudiger Erwartung auf Max Giesinger – für viele das Highlight des ersten Abends. Der Jungstar, der sich mit „80 Millionen“, „Roulette“ und „Wenn sie tanzt“, auf Erfolgskurs in der deutschen Pop-Musik-Szene befindet, begann seine Show inmitten der Massen und bahnte sich im Scheinwerferlicht zu „Der Junge, der rennt“ seinen Weg auf die Bühne. Natürlich hatte er auch die von den Fans heiß ersehnten populären Songs mitgebracht und inszenierte damit eine große Publikum-Show: er animierte zum Mitsingen und Klatschen, zum Tanzen und Armeschwenken, und brachte die Menge dazu, bei seinem finalen „80 Millionen“ ein Meer aus Handylichtern in der Dunkelheit erstrahlen zu lassen. „Die Chance, dass wir beide uns treffen, Göttingen!, ging gegen Null, doch stehen wir jetzt hier!“, warf er euphorisierend in die Masse.

Nach dem Auftritt Giesingers lichteten sich die Reihen der Waldbühne. Doch damit verpassten die sich auf den Heimweg begebenden Gäste einen sensationellen Abschluss des Abends: Naked SuperHero. Die mit Posaune und Trompete erweiterte Rockband aus sechs jungen Münchnern kombiniert Brass mit melodischem Punkrock, Funk und Rap. Mit ihren energiegeladenen, schnellen und lauten Songs, einer einzigartig lebendig-wilden Bühnenshow und spielerischem Charme und Humor zogen die Jungs ihr Publikum in ihren Bann.

Auch der zweite Abend wurde durch eine lokale Contest-Gewinnerband eingeläutet: Jungfrau Männlich Deluxe, ein Worbiser Trio aus Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug, ließ mit ihrem Musikstil aus alternativem Rock und poppigem Punk Power und Lebensfreude auf die Gäste des Festivals überspringen und sorgte für ein intensives Klangerlebnis.

Mit ihrer Musikshow „Tausendmal Berührt“ brachte das Junge Theater „eine musikalische Revue aus 50 Jahren deutscher populärer Musik auf die Bühne“, so die Ankündigung des Moderators, die sich in der eindrucksvollen Darbietung bestätigte: Ob Müller-Westernhagens „Zurück auf die Straße“, Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, Caspars „Alles endet, aber nie die Musik“, das namengebende „Tausendmal berührt“ oder Lindenbergs „Das Leben“ – der Theatercrew gelang es spielerisch, ihr mitsingendes und mitfeierndes Publikum durch faszinierende Darbietung der populären Songs und passender Show auf eine Reise in die jeweilige Zeit mitzunehmen.

Außergewöhnliche und konträre Farben in die bereits breite Klangpalette des Festivals brachte die Neuseeländerin Teresa Bergman mit Band. Hoch und klar, dann wieder tief und fast rauchig – die Gäste wurden Zeugen einer unglaublich wandelbaren Stimme und einer spannenden Mischung unterschiedlichster Stimmungen, Stile und Register: ein Klangbild zwischen Soul, Jazz, Rock und Blues, mal laut, wild, mitreißend; dann wieder ruhig, sanft, melancholisch – ein Auftritt mit Facettenreichtum und Lebendigkeit der ganz besonderen Art.

In einem absolut krönenden Abschluss und musikalischen Höhepunkt kulminierte das Festival-Wochenende mit Al Mc Kay’s EARTH, WIND & FIRE Experience. Die 13-köpfige All-Star-Band um den legendären, mittlerweile 69-jährigen Altmeister Al Mc Kay riss die Zuschauer mit sich auf eine musikalische Reise in die Zeit der 70er Jahre: Mit Leidenschaft, Herzblut und ihrem einzigartigen Mix aus Funk, Gospel, Soul und R&B sowie ihrer tänzerisch-bunten Bühnenshow bewies die Band eindrucksvoll, dass die musikalische Pracht der damals so erfolgsgekrönten Funk-Formation noch heute weiterblüht. Große Sounds und ein faszinierendes Klanggewitter aus einer Vielzahl von Instrumenten ließen die Waldbühne erstrahlen. Welthits wie „September“, „Boogie Wonderland“, „After the love has gone“ oder „Shining star“ brachten das Publikum unerlässlich zum Singen, Tanzen und Jubeln. Nach einem faszinierenden Improvisations-Duett zwischen Sänger Tim Owens, auf dessen musikalische Einwürfe Saxophonist Ed Wynne mit grandiosem Echo antwortete, schlossen die Stars mit einer bewegenden Rede an ihren Altmeister und gaben dem Publikum noch mit auf den Weg: „We love what we do. But we cannot do what we do without people like you.“ Ein Klangerlebnis der Extraklasse, das dem Festival ein ganz besonderes Flair verlieh.

Letzte Änderung am Montag, 21 August 2017 13:35

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