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Mittwoch, 12 Juli 2017 12:02

Schrille Sommernachtsgestalten

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Unicante bei ihrem Konzert im Foyer der Zentralmensa Unicante bei ihrem Konzert im Foyer der Zentralmensa © Photo: Schirrmeister

Unicante-Konzerte in der Zentralmensa

Das Foyer der Zentralmensa ist mit Musik und Farben belebt: Unicante singt in den diesjährigen Sommernachtskonzerten. Es ist der letzte von insgesamt drei Abenden, an dem die etwa 160 Choristinnen und Choristen ihre in den vergangenen neun Monaten erarbeiteten Stücke vorstellen. Der Zuschauerraum ist bis auf den letzten Platz gefüllt – viele sind sogar mehrere 100 km weit angereist, wie eine kleine Umfrage des Chorleiters Jonas Richter ergibt. Die Kragen der bunten Chor-T-Shirts sitzen – sie bilden einen Regenbogen im Raum – und es kann losgehen.

Als erstes Lied erklingt „Ghost Love Score“ von Nightwish, das sechsstimmig energievoll und mystisch zugleich wirkt. Wie alle Stücke von Unicante ist es selbst arrangiert und wird a capella gesungen. Es ist beeindruckend, wie sich Melodien über Begleitstimmen verschiedener Höhen im Staccato legen und zu einem Gesamtklang verschmelzen, wie Instrumente imitiert und vokal ersetzt werden. Von Dingen, über die die Sängerinnen und Sänger gar nichts wissen wollen – einem Arrangement des Ärzte Liedes – geht es weiter mit den Nachfahren der Apokalypse hin zu einsamen, gesellschaftlich ausgeschlossenen Menschen in einer sehr berührenden Interpretation von „Streets of London“. Es folgen „That Particular Time“ und „Sun of a Gun“ – zwei Lieder über die Liebe: thematisch wird an diesem Abend Vieles aufgegriffen.

Auch die Stimmungen wechseln von heiter beschwingt über melancholisch und andachtsvoll. Besonders schön ist, dass jene Stimmungen auch in den Gesichtern der Chormitglieder zu sehen sind und viel Ausdruck und Passion in den Gesang gelegt wird. Man spürt, dass die Menschen auf der Bühne große Freude am Singen haben und sich untereinander sehr gut verstehen, einander nahestehen. Viele der Sängerinnen und Sänger sind schon mehrere Jahre dabei und auch Jonas Richter ist dem Chor bereits seit 15 Jahren verbunden.

Mit einem Medley aus Bon Jovi Liedern endet der erste Teil des Konzertes und hinterlässt Vorfreude und Neugier auf die zweite Hälfte, die traditionell ein spezielles Thema hat, zu welchem sich die Choristinnen und Choristen verkleiden. Mit Rollschuhen kommen die ersten drei Personen auf die Bühne. Zu ihnen gesellen sich Katzen, Vampire, Hippies und ganz viele andere bunte Gestalten. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Gesichter aus der ersten Hälfte hinter den aufwendigen und fantasievoll gestalteten Kostümen wieder. Kleine Theaterepisoden führen durch das Programm, dirigiert vom Phantom der Oper. Das diesjährige Thema: Musicals.

In einer „Beihilfe zur Selbsthilfe“-Gruppe kommen Figuren zusammen, um über ihre Probleme zu sprechen. Da sind Jane, die immer in Tarzans Schatten steht, ein Rocky-imitierender Fan, der von allen Seiten belächelt wird und ein Statist, der nur in Phrasen sprechen kann sowie viele andere Personen und Tiere, die ihre Anliegen vortragen, sich gegenseitig Mut machen oder sich in die Haare bekommen. Es werden Lieder aus „Tarzan“, „The Book of Mormon“, „Rocky“, „Avenue Q“ und „Les Misérables“ gesungen, außerdem ein Medley, welches gleich vier Musicals miteinander verbindet. Besonders herausragend sind die beiden Stücke „Sugar Daddy“ und „City of Stars“, welche in Kammerbesetzung und mit Soli gesungen werden. Wenige Sängerinnen und Sänger füllen den Raum mit ihren bemerkenswerten Stimmen – bei „Sugar Daddy“ energisch, bei „City of Stars“ sanft. Bevor das Spektakel zu Ende geht erklingen „Seasons of Love“ und „Eternal Flame“ – zwei oft sentimental wirkende Lieder, die mit Wechseln der Melodiestimme zwischen den Stimmgruppen hier aber dynamisch und mitreißenden herüberkommen.

Mit viel Applaus für Jonas Richter, die Chormitglieder und das Studentenwerk sowie alle Unterstützerinnen und Unterstützer klingt das Konzert aus. Bevor es raus in die Sommernacht geht, werden noch zwei Zugaben gesungen, Knicklichter und Fahnen geschwenkt und sich schon begeistert gefragt, was wohl im nächsten Jahr das Thema der zweiten Konzerthälfte sein wird.

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Juli 2017 17:34

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