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Samstag, 08 Juli 2017 15:41

Werke der „Alten Meister“ mit viel Wärme präsentiert

geschrieben von
Gi Ran Jung und Jola Isberner im Claviersalon Gi Ran Jung und Jola Isberner im Claviersalon © Photo: Gooß

Clavier-Salon: Duoabend mit Jola Isberner (Violoncello) und Gi Ran Jung (Klavier)

Wer am Abend des 6. Juli zu Gast im Clavier-Salon war, den erwartete ein unkonventionelles und besonderes Programm: dargeboten wurden von den jungen, mehrfachen Preisträgerinnen Jola Isberner am Violoncello und Gi Ran Jung am Klavier Solo-, Duo- und Konzert-Werke der Altmeister Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Györgi Ligeti.

Der Klavierabend begann eindrucksvoll mit Bachs für Cello komponierter Suite Nr. 6, BWV 1012 in D-Dur, fuhr fort mit einer Sonate für Violoncello Solo des Györgi Ligeti, steigerte sich in Schumanns a-Moll Konzert für Violoncello und Orchester (op. 129) und kulminierte in einer faszinierenden Darbietung von Mendelssohns Sonate Nr. 2 (D-Dur, op. 58).

Wie geradezu warm und tief, aber auch weich und hell Bach’sche Klaviersonaten klingen können, bewies die junge Cellistin eindrucksvoll in Prélude, Allemande und Courante der Suite, deren unterschiedliche Charaktere sie gekonnt zum Ausdruck brachte. Mit viel Feingefühl füllte sie den Salon mit den raschen Läufen und dem Spiel immer wiederkehrender Melodien des Prélude. Ihr sachtes Vibrato schmückte die langen, raumfüllenden Töne der Allemande und akzentuierten deren gemäßigtes Tempo, und es gelang ihr ebenso, den Kontrast zur nachfolgenden, fröhlichen und schnellen Courante herzustellen.

Nach diesem beeindruckenden Einstieg folgte mit Györgi Ligetis Sonate für Violoncello, die zwischen 1948 und 1953 entstand, ein großer zeitlicher Sprung. Sie ist Teil seiner Frühwerke, die der Altmeister der Neuen Musik Ungarns in der Tradition Béla Bartóks komponierte, bevor er sich im Jahre 1956 nach Österreich absetzte. Sie besteht lediglich aus zwei Sätzen – einem Dialogo (Adagio, rubato, cantabile) und einem Capriccio, von denen den Besuchern der erste zuteilwurde. Den mit typisch ungarischen Anklängen versehenen Dialogcharakter wusste Jola Isberner geschickt wiederzugeben: die einzelnen Phrasen setzte sie gefühlvoll mit je zwei Elementen in zartem Pizzicato glissando, einer Form des Zupfens mit kontinuierlicher Veränderung der Tonhöhe, ab. Passioniert fesselte sie die Zuhörer mit sowohl ruhigen, nachdenklichen als auch kraftvoll-aufbrausenden Passagen jenes Dialoges.

Mit Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester wurde anschließend der Duo-Teil des Abends eingeläutet. In harmonischem Zusammenspiel stellten die jungen Künstlerinnen die Ausdrucksvielfalt der ersten beiden Sätze unter Beweis – den elegischen, virtuosen Beginn ebenso wie die musikalische Intimität und Bedächtigkeit des nachfolgenden langsamen Satzes. Schnelle Läufe und große Sprünge kennzeichneten die Rolle des nahezu gesanglich wirkenden Cellos. Mit graziler Leichtigkeit schienen die Hände der Koreanerin über die Tasten zu fliegen und die raschen Tonfolgen zu meistern, mal das Cello mit klaren, gleichmäßigen Klängen diskret begleitend, mal in direktem Dialog, mal als Echo oder Melodieträger.

Den musikalischen Abschluss des Abends bot Mendelssohns Sonate für Violoncello und Klavier, die sich durch den ausbalancierten Klang der beiden Instrumente auszeichnet. Im Kopfsatz, dem Allegro assai vivace, gelang es den Musikerinnen, die temperamentvollen Passagen geschickt in die zarten, ruhigen überzuleiten und das aufsteigende Thema eindrucksvoll zu präsentieren, ebenso wie die Pizzicato-Passagen des Allegretto scherzando. Im dritten Satz, Adagio, kamen die Zuhörer in den Genuss einer ausgedehnten, arpeggierten Passage für Klavier alleine, auf den Jola Isberner mit ruhigen Phrasen antwortete. Kraftvoll, präzise, mit ganzer Seele die Musik lebend, präsentierten sie schließlich das vitale und virtuose Finale. Begeistert von den beeindruckenden musikalischen Leistungen der jungen Künstlerinnen, bedankte sich das Publikum mit langem Applaus, den die Musikerinnen mit einer Zugabe aus Mendelssohns „Lieder ohne Worte“ quittierten und so den Abend mit sanglichen Melodien und warmen Klängen zu einem ganz besonderen Hörerlebnis machten.

Letzte Änderung am Samstag, 08 Juli 2017 17:47

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