Willkommen im Kulturbüro Göttingen

Lieber Gast,
herzlich willkommen auf den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Sie finden hier ein großes Angebot an Terminen, Spielplänen, Tipps und Rezensionen.
Um dieses Angebot frei verfügbar anbieten zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns, wenn Sie sich an der Finanzierung dieses Angebotes beteiligen würden. Lesen Sie mehr über die Möglichkeiten – von der Einmalzahlung bis zur Jahresmitgliedschaft.

Dienstag, 02 Mai 2017 21:05

Dringlichkeitsantrag vom KUNST e.V. zum Thema Stadthalle

geschrieben von Nils König, KUNST e.V.
Die Göttinger Stadthalle Die Göttinger Stadthalle Bildquelle: www.gwg-online.de

KUNST fordert endlich Entscheidungen beim Thema Stadthallensanierung, die Prüfung von Alternativlösungen und finanziellen Schadensausgleich für die davon betroffenen Einrichtungen!

In den vergangenen Jahren wurde die Sanierung der Stadthalle seitens der Verwaltung wie auch der Politik in Göttingen immer wieder vertagt, verzögert und die Folgeprobleme verdrängt. Auch Alternativen wie ein Neubau an gleicher Stelle oder gegenüber mit entsprechender Umfeldgestaltung wurden nie konsequent durchgerechnet und zu Ende gedacht. Nun stehen die betroffenen Kultureinrichtungen und Hallennutzer vor einem unlösbaren Dilemma, da die Stadthalle laut Aussagen der Verwaltung nicht mehr mit Notmaßnahmen weiterbetrieben werden kann und endgültig 2018 wegen Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen stillgelegt werden muss.

Obwohl Politik und Verwaltung über diese Probleme seit Jahren Bescheid wussten, ist nicht konsequent auf eine Lösung und notwendige Entscheidungen hingearbeitet worden. Ausbaden müssen dies nun das GSO, die Internationalen Händelfestspiele oder auch die GWG, auf die alle erhebliche Probleme zukommen werden.

In dieser Situation fordert der Verein KUNST e.V. endlich zügige Entscheidungen, klare Terminfestlegungen, die Prüfung von Alternativen, die Ermittlung der Folgekosten und auch finanzielle Hilfszusagen, damit der Schaden für die Betroffenen in Grenzen gehalten werden kann!

Deshalb wird die VertreterIn des Vereins KUNST im Kulturausschuss am 4.5. einen Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema einbringen. Der Wortlaut ist wie folgt:

Dringlichkeitsantrag zur Kulturausschusssitzung am 4.5.2017

Betrifft: Folgen der Stadthallen-Schließung/Sanierung für das Göttinger Symphonie Orchester (GSO), die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen und die GWG

Der Kulturausschuss möge beschließen:

Der Kulturausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Göttingen, folgenden Beschluss zu fassen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig eine endgültige und verbindliche Terminplanung für den Beginn und die Dauer der Sanierung der Stadthalle sowie die Wiederinbetriebnahme vorzulegen, damit alle betroffenen Kultureinrichtungen, Veranstalter und die GWG als Betreiber der Stadthalle und der Lokhalle eine langfristige und belastbare Programmplanung für die Jahre 2018 – 2021 durchführen können.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, unverzüglich in Eigenregie oder durch einen externen Gutachter in Kooperation mit GSO, GWG und den Int. Händelfestspielen die Folgekosten und Einnahmeausfälle der GWG, des GSO und der Internationalen Händel-Festspiele für die Jahre 2018 – 2021 und ggf. darüber hinaus zu ermitteln, um zu erwartende Defizite abschätzen und mit Alternativ-Lösungen (s.u.) vergleichen zu können.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, unverzüglich die Schaffung von Alternativ-Spielstätten wie z.B. den Einbau eines Orchesterzimmers in einen Teil der Lokhalle zu prüfen, deren (Folge-)Kosten zu ermitteln und die möglichen zeitlichen Verfügbarkeiten sowie die finanziellen Rahmenbedingungen zur Nutzung solcher Alternativ-Spielstätten zu benennen.

4. Die Verwaltung wird beauftragt, für die Haushalte 2018 – 2021 einen Defizit-Ausgleich für die GWG, das GSO und die Internationalen Händel-Festspiele in der Größenordnung der zu erwartenden Einnahmeausfälle und zusätzlichen finanziellen Belastungen vorzusehen.

Begründung:
Durch die in den letzten Jahren immer wieder verschobene Entscheidung zur Zukunft der Stadthalle (Sanierung, Neubau) ist nun ein ungeheurer Zeitdruck entstanden, da die Halle laut Aussagen der Verwaltung in 2018 endgültig aus Brandschutz- und Sicherheitsgründen stillgelegt oder saniert werden muss. Dies führt zu erheblichen Problemen für die Hallenbetreiber und –Nutzer wie z.B. das GSO, die Internationalen Händel-Festspiele und die GWG, da diese ihre Programme sehr langfristig planen müssen.

Da es de facto keine der Stadthalle vergleichbare Spielstätte in Göttingen und Umgebung gibt, hat das GSO keine Heimspielstätte mehr und können nach derzeitigem Stand die Händel-Festspiele im Jubiläumsjahr 2020 keine Festspiele veranstalten, die den hohen Erwartungen internationaler Medien, Künstler und Besucher gerecht werden können. Durch eine Pause bei der Hallennutzung hat die GWG Schwierigkeiten, ihre Kunden (Kulturveranstalter etc.) zu halten bzw. nach der Pause zurück zu gewinnen. Zudem werden nahezu gleichzeitig das Ottfried-Müller-Haus (JT und KAZ) und die Johanniskirche saniert und fallen als Alternativspielstätten gleichzeitig aus.
Die Folge werden erhebliche Einnahmeausfälle und Reputationsverluste der betroffenen Einrichtungen sein, die nicht ohne weiteres zu verkraften sind.
Daher ist dringend eine endgültige Entscheidung über einen Zeitplan der Sanierung nötig, um Planungssicherheit zu schaffen. Außerdem müssen unbedingt Alternativen und deren Kosten geprüft werden, um sie den Einnahmeverlusten, die ohne Alternativspielstätten entstehen würden, entgegenstellen zu können.

Bei der Folgekosten- und Einnahmeverluste-Ermittlung ist eng mit der GWG, dem GSO und den Händel-Festspielen zusammen zu arbeiten. Dabei müssen im Falle einer Alternativ-Spielstättenlösung in der Lokhalle besonders die Folgekostensituation für die GWG (z.B. durch Blockierung von Teilen der Lokhalle und zusätzlichen logistischen Aufwand) sowie die u.a. daraus resultierende Kostengestaltung für z.B. Mieten, Technik, Catering, Logistik für eine solche Spielstätte berücksichtigt werden.

Schließlich benötigen die betroffenen Einrichtungen seitens der Stadt wegen der von ihnen nicht verschuldeten schwierigen Raumsituation klare Zusagen für notwendige Defizitausgleiche für den Fall der sich aus der Raumnot ergebenden Einnahmeverluste, soweit sie nicht durch Nutzung von Alternativ-Spielstätten und vermehrte Gastspiele an anderen Orten ausgeglichen werden können.

Ähnliche Artikel

  • Manifest für die Diversität und Weltoffenheit Manifest für die Diversität und Weltoffenheit

    Sommerspektakel im Goethe-Institut

  • Großes Sommerspektakel am 26.8.2017 im Garten des Goethe-Instituts Großes Sommerspektakel am 26.8.2017 im Garten des Goethe-Instituts

    Alle GöttingerInnen sind herzlich eingeladen 
    Programm-Flyer ab sofort erhältlich! 

  • Vorstand beim Verein KUNST neu gewählt Vorstand beim Verein KUNST neu gewählt

    Aktiv für Erhalt der Göttinger Kulturvielfalt

  • Fördergelder übergeben Fördergelder übergeben

    KUNST vergibt 14.500 Euro für Kulturprojekte, die sich mit dem Europa-Gedanken auseinandersetzen

    Der Verein KUNST e.V. hatte im Herbst 2016 beschlossen, mit den Erlösen der KUNST-Gala 2017 Kulturprojekte zu fördern, die sich mit dem Europa-Gedanken auseinandersetzen.

    Die Einrichtungen konnten bis Ende Feb. 2017 ihre Anträge beim Verein einreichen. Im März tagte eine ausgewählte Jury, die über insgesamt 13 Anträge mit einer Gesamthöhe von fast 115.000 Euro, davon 23.000 Euro bei KUNST beantragt, zu entscheiden hatte. Die Jury entschied, 11 Projekte ganz oder teilweise zu fördern.

    Am 26.4. wurden den Trägern der geförderten Projekte im Apex die Fördergelder durch die Jurymitglieder Inge Mathes und Nils König vom KUNST-Vorstand übergeben.

  • Die Stadthalle muss komplett saniert werden Die Stadthalle muss komplett saniert werden
    Schnelle Beschlüsse über 19,5 Millionen notwendig

    In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bauen und Kultur wurden die Ratsmitglieder über das Sanierungskonzept der Göttinger Stadthalle informiert. Berichtet hat vor allem Architekt Lothar Ülsmann von der Architektengruppe Wagener aus Göttingen.
    Das Büro wurde von der Stadt Göttingen beauftragt, den Sanierungsbedarf der in die Jahre gekommenen Stadthalle zu ermitteln. Mit dem Bericht der Gutachter wird nun dokumentiert, was eigentlich schon lange bekannt ist: es gibt in dem 1964 eröffneten Bau gewaltigen Sanierungsbedarf. Wird jetzt nicht gehandelt, droht die behördliche Schließung. Denn die Mängel betreffen auch den Brandschutz. Aber betroffen sind eigentlich alle Bereiche: Fluchtwege, Backstagebereich, Künstlergarderobe, Akustik, Be- und Entlüftung, Tagungsräume und so weiter.

    Ülsmann und seine Kollegen haben zusammen mit 10 weiteren Firmen sehr genau analysiert, wie der Zustand zurzeit ist und was zur Sanierung notwendig ist. In über 400 Einzelpositionen ist jeder Einzelposten aufgeführt. Eine Arbeit, die den schnellen Start des Projektes definitiv erleichtert.

    Mit dem Sanierungskonzept empfehlen die Gutachter eine Komplettsanierung der Stadthalle: das Gebäude wird bis auf den Betonrohbau zurückgebaut. Denn der Beton ist der einzige Gebäudeteil, dem halbwegs gute Noten attestiert werden. Alles andere muss ersetzt werden. Dazu zählt auch die markante Kachelfassade, die der Wiesbadener Architekt Rainer Schell 1964 gestaltet hat. „Die Aufhängung ist geradezu abenteuerlich, die Fassade lässt sich kaum retten“, erläutert Ülsmann.

    Die Folge einer solch großen Baumaßnahme sind nicht nur die Kosten von 19,5 Millionen Euro, die die Stadt stemmen muss. Sondern auch eine Schließzeit des Gebäudes von ca. 2 Jahren.

    Das hat gewaltige Auswirkungen für den Kulturbetrieb in Göttingen. Für das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) muss eine Ausweichspielstätte gefunden werden. Das Gleiche gilt für die Internationalen Händel-Festspiele, deren Jubiläumsprogramm 2020 bereits in Planung ist. „Eine Verlegung der Stadthallen-Konzerte in andere Spielstätten hat unmittelbare Konsequenzen für die Einnahmesituation der Festspiele“, weist Intendant Tobias Wolff die Ratsmitglieder hin, die zum Teil auch im Aufsichtsrat der Festspiele sitzen. Das gilt sicherlich auch für das GSO.

    Und natürlich müssen auch alternative Orte für all die anderen Veranstaltungen gefunden werden. Besonders ärgerlich ist, dass durch die Unentschlossenheit im Rat über die vielen Jahre der Diskussion so viel Zeit verloren wurde, dass nunmehr die Probleme vorprogrammiert sind: genau in der Sanierungsphase steht auch die Göttinger St. Johanniskirche nicht als alternative Spielstätte zur Verfügung. Die Kirche wird im Jahr 2018 ebenfalls saniert. Ein Verschieben dieser Maßnahme ist nicht möglich, weil die in Aussicht gestellten Bundesmittel innerhalb gesetzter Fristen abgerufen werden müssen.

    Sollte die Lokhalle als erste Alternative herhalten, sind bei der Betreiberin GWG ebenfalls Verluste vorprogrammiert: es sind nicht nur die Einnahmeverluste aus den Vermietungen der Stadthalle zu erwarten, sondern auch aus der Lokhalle, wenn diese dem GSO oder den Händel-Festspielen zu ähnlichen Konditionen zur Verfügung gestellt wird. Das sind Kosten, die die Stadt Göttingen ebenfalls wird schultern müssen.

    Dennoch gibt es zur Sanierung der Stadthalle keine Alternativen. Ein Abriss und Neubau würde die angesprochenen Probleme nicht beseitigen. Dafür aber die Kosten gewaltig erhöhen, nämlich mindestens verdoppeln. Dazu kommen noch die Entsorgungskosten beim Abriss. Der Vorteil allerdings wäre, dass man das Gebäude insgesamt zeitgemäßer planen könnte: so könnten die Anforderungen an ein Konzerthaus genauso berücksichtig werden wie die Anforderungen an Popkonzerte, Bälle, Kongresse oder Tourneetheater. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich die Ratsmitglieder für diese Variante entscheiden werden. Denn schon der von den Gutachtern empfohlene Anbau (für weitere ca. 9,5 Millionen Euro) wird von der Verwaltung als nicht notwendig erachtet.

    Es bleibt nun zu hoffen, dass die Ausschüsse, Fraktionen und der Rat sich schnell positiv entscheiden können, um nicht noch weitere Verzögerungen entstehen zu lassen. Nur wenn jetzt schnell und positiv entschieden wird, lässt sich erstens eine behördliche Schließung der Stadthalle vermeiden und zweitens ergibt sich nur dann vielleicht die Möglichkeit, doch noch vor den Jubiläums-Festspielen im Jahr 2020 den Neubau der Stadthalle fertigzustellen. Denn ein Neubau ist das quasi.

    Für den Kulturbetrieb in Göttingen sind die Aussichten auf eine sanierte Stadthalle (übrigens dann mit einem größeren Platzangebot) durchaus so attraktiv, dass man die Schließungszeit wird ertragen können. Ob die Einnahmeverluste der Kultureinrichtungen in dieser Zeit auch ertragen werden können, müssen die Aufsichtsräte von GSO, Händel und GWG entscheiden. Es wäre besser, wenn diese sich bereits jetzt mit diesem Thema beschäftigen.

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Jetzt schon Tickets sichern

Kultursommer 2018

Kulturticket

Gandersheimer Domfestspiele

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok