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Sonntag, 19 Juni 2016 17:06

Mit großer Leidenschaft musiziert

geschrieben von Julius Koch
Johannes Moesus leitet das Orchester Göttinger Musikfreunde Johannes Moesus leitet das Orchester Göttinger Musikfreunde © Photo: Wortmann

Konzert mit dem Orchester Göttinger Musikfreunde

Mit dem Konzert in der St. Pauluskirche hat das Orchester Göttinger Musikfreunde (OGM) seine „Skrjabin-Festspiele“ beendet: im vergangenen Jahr wurde der hundertste Geburtstag des russischen Pianisten und Komponisten begangen. Aus diesem Anlass wählte Dirigent Johannes Moesus die 1. Sinfonie von Skrjabin aus. Mit diesem Werk gastierte das OGM mit großem Erfolg im vergangenen Jahr in St. Petersburg. Nun wurde dieses selten gehörte Werk auch dem Göttinger Publikum präsentiert.

Kompositionen von anderen russischen Komponisten ergänzten das Programm. Bereits in der Ouvertüre zur Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin konnten insbesondere die Holzbläser und das Solo-Horn (Endre Toth) ihre Qualität beweisen.
Die Musik von Anatoli Ljadow „Der verzauberte See“ ist Programmmusik im besten Sinne: Hier öffnen sich Klangfarben und Harmonien, man kann den See und die sich verändernde Wasseroberfläche gleichsam vor dem geistigen Auge sehen. Moesus verstand es, das Orchester im Zaum zu halten und so das Geheimnisvolle dieser Musik besonders herauszustellen.

Während „Der verzauberte See“ seine Klangvielfalt in knapp acht Minuten zu entfalten versteht, benötigt Alexander Skrjabin in seiner 1. Sinfonie eine knappe Stunde dafür. Diese Musik der Spätromantik an der Schwelle der Moderne ist sehr breit angelegt. Der 28jährige Komponist hatte sich für seine Komposition ausgerechnet Beethovens 9. Sinfonie als Vorbild genommen. Und so kommen zu den Orchestermusikern im letzten Satz noch Vokalsolisten und ein Chor zum Einsatz. Die Textgrundlage hat Skrjabin selbst gedichtet – eine schwelgerische Hommage an die Kunst. Im Ergebnis bleibt diese Musik nicht mehr als eine interessante Entdeckung, für die man dem OGM und Johannes Moesus dankbar sein darf. Das vollbesetzte Orchester musizierte mit großer Leidenschaft, die gut zu dieser Musik passt. Den Solopart übernahmen Uta Grunewald (Alt) und Jens Krekeler (Tenor). Beide hatten keine Mühe, sich gegenüber dem groß besetzten Orchester zu behaupten. Auch die Göttinger Stadtkantorei, die die Chorpartie übernommen hatte, zeigte ihre stimmliche Qualität. Das galt im Besonderen für die „Fest- und Gedenksprüche“ von Johannes Brahms, die der Chor – geleitet von Bernd Eberhardt – vor der Pause sang.

Insgesamt konnte das Publikum in der gut gefüllten St. Pauluskirche ein abwechslungsreiches Konzert mit romantischer Musik genießen – und würdigte dies mit langanhaltender Beifall am Ende.

Letzte Änderung am Sonntag, 19 Juni 2016 17:10

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