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Montag, 18 April 2016 16:54

Zum Heulen schön!

geschrieben von
Laurence Cummings und Andreas Helm im Rittersaal Laurence Cummings und Andreas Helm im Rittersaal © Photo: Wortmann

Auftaktkonzert mit Andreas Helm (Oboe) und Laurence Cummings (Cembalo) in Hann.Münden

Ein Vor-Konzert als Auftakt der Internationalen Händel Festspiele Göttingen hat bereits eine Tradition. In diesem Jahr fand dieses Gesprächskonzert im gut besuchten Rittersaal des Welfenschlosses in Hann.Münden statt.

Gesprächskonzert? So war es natürlich nicht angekündigt. Der Titel lautete vielmehr „The eloquent Oboe“. Der auf Barockinstrumente spezialisierte Oboist Andreas Helm erläuterte diesen Titel: Johann Mattheson (1640-1760) verwendete diese Bezeichnung in einer Übersetzung. Er meinte damit tatsächlich die Beredsamkeit der Oboe. Also ihre Fähigkeit, die barocke Artikulation und den Ausdruck besonders „textnah“ zu gestalten.

Und genau das hat Andreas Helm gemeinsam mit dem Cembalisten und künstlerischen Leiter der Festspiele Laurence Cummings getan. In den Werken von François Couperin, François Chauvon und Georg Friedrich Händel ließ er sein Instrument singen und in den Dialog mit dem Cembalo treten. Beide Musiker unterhielten sich geradezu. Und beide Instrumente hatten tatsächlich einiges zu sagen: während die Barockoboe eine Breite des Ausdrucks verriet, die man nur selten hören kann, konnte man auch bei dem Cembalo glauben, dass das Instrument eine dynamische Gestaltung durch die Anschlagstärke erlaubt. Dass dem so war, war ausschließlich den beiden Musikern zu verdanken.

Laurence Cummings verdeutlichte das noch mit den Solostücken von Händel und Couperin. Was Cummings an Ausdruck und Virtuosität der Barockmusik entlockte, war bemerkenswert.

Und wie schon mehrfach in der Vergangenheit: in der Zugabe lag der ganz besondere Zauber dieses Konzertes. Mit der Arie „Tune your harps to cheerful strains“ aus Händels Oratorium „Esther“ ergab sich ein Gespräch zwischen dem Sänger Laurence Cummings und dem Oboisten Andreas Helm. Das Cembalo ordnete sich komplett unter. Beide ließen sich gegenseitig „ausreden“ – oder führten die Gedanken des anderen musikalisch fort. Das war zum Heulen schön!

Die Händel-Festspiele hatten einen maßgeschneiderten Auftakt. Das hohe Niveau zeigte einmal mehr, auf was und vor allem auf welche Qualität wir uns in den Tagen ab dem 5. Mai freuen dürfen.

Letzte Änderung am Montag, 18 April 2016 17:00

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