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Sonntag, 17 April 2016 14:00

Fünf Chöre und ein Hallelujah

geschrieben von
Laurence Cummings und Pfarrer Hans Haase nach dem Sing Along-Gottesdienst Laurence Cummings und Pfarrer Hans Haase nach dem Sing Along-Gottesdienst © Photo: MW

Sing Along mit Susanna in der St. Paulus-Kirche

Traditionell eröffnet ein Gottesdienst mit dem Sing Along-Chor des Göttinger Tageblatts den Reigen der musikalischen Veranstaltungen der Göttinger Händelfestspiele. So war es auch in diesem Jahr; allerdings hatte sich der Ort geändert: statt in der evangelischen St. Jacobikirche wurde in der katholischen St. Pauluskirche musiziert und Gottesdienst gefeiert. Wer sich darüber wunderte und im Vorfeld meinte, eine Heilige Messe sei nicht mit Stücken aus Händels Oratorium Susanna zusammenzubringen, wurde inhaltlich und musikalisch eines Besseren belehrt.

Schon in seiner Einführung in den biblischen Text und seine Rezeption in bildender Kunst und Musik wies Pfarrer Hans Haase darauf hin, dass, wer in einer evangelischen Bibel nach der Geschichte der Susanna suche, dieses vergeblich tue. Denn das 13. Kapitel des Buches Daniel gehört dort zu den apokryphen Schriften, während die katholische Bibel, die die griechische Septuaginta als Grundlage hat, dieses Kapitel enthält. Und so konnte dann diese Geschichte von „Sex and crime“, mit lüsternen alten Männern, einer nackten Frau beim Baden, falschen Beschuldigungen und einer geschickten Zeugenbefragung, die die Unschuld der angeklagten Susanna erbrachte, ihren Lauf nehmen. Fünf Chöre aus Händels Oratorium sang der Chor, unterbrochen durch die Lesung der Geschichte in vier Abschnitten. Schon in der einleitenden Ouvertüre konnte das Jugend-Sinfonie-Orchester Göttingen zeigen, dass die jungen Musizierenden von Daniel Eismann bestens vorbereitet worden waren. Sie folgten Laurence Cummings‘ Dirigat in allen Details und spielten mit einem wunderbar durchsichtigen Klang. In den nachfolgenden Chorsätzen waren sie eine stets sichere Begleitung und Stütze des großen Chores. Dieser hatte seinen Part mit Tobias Wolff einstudiert und konnte nun mit viel Engagement die musikalisch sehr unterschiedlichen Chöre musizieren. Der Charakter der Sätze – Klage und Leid ebenso wie Aufregung und abschließender Dank – wurde von Laurence Cummings eingefordert und von Chor und Orchester gelungen umgesetzt. Der Gottesdienst endete jubelnd mit dem „Hallelujah“ aus Händels Messias, das noch einmal alle Beteiligten zu musikalischen Hochform auflaufen ließ. Es war ein sehr gelungener Auftakt der diesjährigen Händelfestspiele. Wer das ganze Oratorium hören möchte, kann dieses am 5. Mai um 19.00 Uhr in der Stadthalle tun. Dann leitet Laurence Cummings den NDR Chor und das FestspielOrchester Göttingen.

Letzte Änderung am Sonntag, 17 April 2016 21:43

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