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Deutsches Theater +Hintergrund

Rein oder rangucken – beides willkommen

Szenenwechsel: Tina Fibiger besucht den DT-Stadtladen – im Gespräch mit Pauline Funk, Lilli Jüster, Goldie Röll und Schauspieler Gerd Zinck

Ein leerer Laden in der Theaterstraße – und plötzlich pulsiert er. Das Deutsche Theater hat mit dem DT-Stadtladen in der Jüdenstraße 24 einen Ort geschaffen, der Theater und Stadtgesellschaft zusammenbringt: ohne Eintrittskarte, ohne Reservierung, dafür mit Witz-Hotline, Schreiblabor und einem Telefon aus einer anderen Zeit.

Fundus für die Innenstadt

EU-Fördermittel aus dem Programm »Resiliente Innenstädte« haben es möglich gemacht: Pauline Funk, Lilli Jüster und Goldie Röll haben einen jahrelang leerstehenden Laden in der Jüdenstraße 24 in einen kreativen Treffpunkt verwandelt – rund 25 Quadratmeter, vollgepackt mit Ideen. Die Einrichtung stammt größtenteils aus dem DT-Fundus: Der Spiegel an der Wand hat einst in »Wir Perser« mitgespielt. Das Programm gliedert sich in drei Säulen: Blicke hinter die Kulissen (Workshops aus den Gewerken), Begegnung (Bingo, Mietspiegel, Hotlines) und kleine Theatermomente. Alles kostenlos, vieles spontan.

Tina Fibiger hat das Projektteam besucht und sich von dem schöpferischen Fundus aus Projekten, Ideen und Aktionen erzählen lassen: Die Kostümabteilung hält Bleaching-Workshops, die Requisite repariert Kuscheltiere, Spielclubs proben im Schaufenstermodus, und im Schreiblabor entstehen Texte, aus denen eine Theaterperformance werden soll. Im Schaufenster: eine Maskenausstellung – und demnächst der Original-Anzug eines grauen Herrn aus »Momo«, der versteigert wird.

Postkarten – politisch und persönlich

Als Tina Fibiger das Team besucht, hängen im Schaufenster Plakate der Tarifdemonstration für niedersächsische Theater. Über 15.000 Postkarten hat das Bündnis »Rette dein Theater« gesammelt, um sie dem niedersächsischen Kulturminister Falko Mohrs zu übergeben – denn der Doppelhaushalt 2027/2028 lässt die nötige Tarifangleichung für die kommunalen Theater bisher vermissen.

Schauspieler Gerd Zinck plant derweil eine ganz andere Postkartenaktion: Freitagnachmittag im DT-Stadtladen gemeinsam schreiben, malen, frankieren – und die fertigen Grüße am Briefkasten auf dem Theaterplatz einwerfen. Handgeschrieben, persönlich, ohne politische Adresse.

Die Folge zum Anhören gibt es in der Audiodatei. Wer selbst einen Blick riskieren möchte: Der DT-Stadtladen in der Jüdenstraße 24 lädt ein – zum Reinkommen oder einfach zum Rangucken durchs Schaufenster.

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